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Ein Traktat über die menschliche Natur (Buch 1 - 3)
 
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Ein Traktat über die menschliche Natur (Buch 1 - 3) [Taschenbuch]

David Hume , Theodor Lipps
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die hier vorliegende Neufassung der deutschen Übersetzung des wichtigsten Werkes David Humes baut auf dem nach wie vor unübertroffenen Text von Theodor Lipps (1851 - 1914) auf. Die umfangreichen Erläuterungen im Fußnotenapparat und das ausführliche Stichwortverzeichnis stellen eine zusätzlich wertvolle Hilfe für jeden Leser dar, egal ob er zum ersten Male mit Humes Gedanken in Kontakt kommt oder als Philosoph eine ständige und verlässliche Hume-Lektüre benötigt. Der Text der ursprünglichen Übersetzung wurde für diese Ausgabe stilistisch und lexikalisch, aber auch grammatisch und orthographisch auf den neuesten Stand gebracht. Unter anderem erfolgte eine Umstellung des gesamten Textes auf die neue deutsche Rechtschreibung. All dies erhöht dessen Lesbarkeit deutlich. Gleichwohl geschah die Modernisierung sehr behutsam, so dass die Übersetzung den Leser weiterhin so nah an das Humesche Gedankengut heranbringt, wie es bislang nur die Lipps´sche Übersetzung vermag. Der hochwertige Einband in folienlaminiertem Softcover und stabiler Klebebindung macht das Buch zu einem auch in mechanischer Hinsicht belastbaren, treuen Begleiter beim Studium der Hume´schen Texte.


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich, 2. Juni 2004
David Humes Traktat über die menschliche Natur ist eigentlich von ihm selbst zu Lebzeiten abgelehnt und durch die Abhandlung: "Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand" ersetzt worden. Hume sieht in seinem Jugenwerk (er war zarte 21 als er die Treatises schrieb) zu viele Schwachstellen. Besagt Schwachstellen sind für den Einsteiger, Anfänger und Laien allerdings eher nebensächlich.

"Wie funktioniert Denken überhaupt? Was steuert und lenkt meine Gedanken? Was ist Wissen?" Wer sich solche Fragen stellt, oder sich zumindest für ebend solche interessiert, findet hier eine Theorie in verständlicher Sprache und in über weite Strecken klarer Formulierung.

Humes Ansatz: Alles, was wir uns vorstellen, muss zuvor wahrgenommen worden sein. Jeder Eindruck (Impression), bzw. jede Wahrnehmung erzeugt eine Vorstellung (Idea) im Geist. Unsere Erfahrung ist somit das A und O der Erkenntnis, weswegen die philosophische Richtung auch Empirismus heißt. Viele der elementaren Grundzüge der Humeschen Theorie finden sich übrigens schon bei John Locke dem Begründer des Empirismus in seinem "Versuch über den menschlichen Verstand".

Es steckt also viel in diesem Buch. Prädikat: interessant und verständlich für jedermann - ein echter Klassiker.

Ein Hinweis noch für alle nicht-ganz-Laien: Hume ist der erste Philosoph, der das Induktionsproblem erkennt, bzw. formuliert. Kant bedankte sich später bei Hume für diese Erkenntnis da sie ihn aus seinem "dogmatischen Schlummer" geweckt habe und somit den Weg zur "Kritik der reinen Vernunft" zumindest mit ebnete.

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Klassiker des Empirismus, 18. Mai 2006
Von 
Rolf Dobelli "getAbstract.de" (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Tag für Tag werden wir von den einfachen Assoziationen unseres Verstandes in die Irre geleitet: Wir heben eine Kugel auf und lassen sie los. Die Kugel landet mit lautem Krachen auf dem Boden. Das wiederholen wir hundertmal und es passiert immer das Gleiche. Die Kugel wird immer auf den Boden fallen, denken wir. David Hume würde einwenden: Dass auf das Loslassen auch das Herabfallen folgt, ist keineswegs eine gesicherte Erkenntnis, sondern eine Vereinfachung unseres Verstandes. Wo gleiche Ereignisse immer wieder aufeinander folgen, erliegen wir der Kausalitätsvermutung - die auch eine Täuschung sein kann. Hume war ein Skeptiker. Für seine Erkenntnistheorie, die er im "Traktat über die menschliche Natur" formuliert, will er eigentlich gar nichts gelten lassen, außer die gesicherten Erkenntnisse, die uns unsere Sinne liefern. Nicht mal das "Ich" betrachtet er als eigenständiges Seiendes, denn auch hierbei handelt es sich für ihn lediglich um eine Serie von Sinneseindrücken, aus der wir das konstruieren, was wir "Ich" nennen. Der vielleicht radikalste der englischen Empiristen machte sich durch seine Philosophie nicht nur Freunde: Seine Gegnerschaft zur kirchlichen Orthodoxie verunmöglichte ihm die Besetzung eines Professorenstuhls. Der Traktat fiel beim Publikum durch - und gehört heute zu den wichtigsten Werken der Philosophiegeschichte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Anregungen zum Überlegen, Nachdenken und Reflektieren, 3. Juni 2010
Von 
Monika Wirthgen (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ein Traktat über die menschliche Natur (Buch 1 - 3) (Taschenbuch)
Hume's Traktat ist lesenswert für alle jene, die selber denken und selber entscheiden für wesentliche Merkmale eines lebenswerten, authentischen Lebens halten. Für diese Lesergemeinde könnte es das anregendste Buch ihres Lebens werden, das sie möglicherweise gern an die nächste Generation weitergeben.

Das Traktat ist das Ergebnis einer ungefähr 10jährigen Forschungsarbeit des Philosophen David Hume. Er war gebürtiger Schotte und lebte in einer Zeit (1711-1767), in der viele Menschen sich auf den Weg machten, die Welt und sich selber ' statt mit den Augen kirchlicher und weltlicher Autoritäten ' mit eigenen Augen zu sehen. Mit ca. 18 Jahren beschloss der noch jugendliche David Hume herauszufinden, wie ein Denken und Handeln ohne Leitung äußerer Autoritäten möglich sein könnte. Im Zuge gründlicher Erforschung seines eigenen Handelns und Denkens kam er zu überraschend modernen Ansichten.

Den Wissenschaften wies er nach, dass ihr Wissen ' z.B. über Kausalität ' nicht objektiv ist. Kausalität ist etwas, das Menschen behaupten, aber keine Eigenschaft von Ereignissen. Beobachtet werden können nur nacheinander bzw. aufeinander folgende Ereignisse. Es handle sich im Falle von Kausalität um eine ganz natürliche und gewöhnliche Schlussfolgerung, die Menschen immer ziehen, wenn eine größere Anzahl ähnlicher Abfolgen von Ereignissen erlebt wurde.
Ich habe aus seinen Erläuterungen über Kausalität, Probabilität und Apriorisches den Schluss gezogen: Wichtig für eigenständiges Handeln und Denken sei zu entdecken, dass unsere wissenschaftlichen und alltäglichen Urteile über die Welt und über Zwischenmenschliches durch unsere Natur und unsere Kultur (custom) entstehen. Grund genug, meine ich, um unser eigenes kulturspezifisches Wissen nicht höher zu hängen, als das anderer Kulturen. Doch diese Schlussfolgerungen expliziert Hume nicht, sondern überlässt sie seinem Leser. Etwas, das ich an Hume sehr schätze.

Vernunft spielt - laut Hume - die zweite Geige im Handeln und Denken jedes Menschen. Dies hat auch sein Zeitgenosse Condillac in Frankreich so gesehen. Was unser Handeln und Denken vor allem bestimmt, sind die Impulse unserer Körpers (Empfindungen), die durch viele Erlebnisse im Kontakt mit der Umwelt im Rahmen natürlicher Gesetzmäßigkeiten entstehen und von Hume 'passions' genannt wurden. Die vorliegende Übersetzung Theodor Lipps hat erfreulicherweise Schluss gemacht mit der Übersetzungsgewohnheit "Leidenschaften" für 'passions' ' was m.E. immer schon hanebüchen daneben war - und stattdessen die zutreffendere Bezeichnung "Affekte" verwendet. Menschen urteilen entsprechend ihrer Affekte bzw. Neigungen. Mit Hedonismus - den man Hume unterstellt - hat dies nichts zu tun, denn diese Affekte sind durch Erleben erworben, d.h. unausweichlich.

Die Vernunft und Vernunftkonzepte seien nachträgliche Versuche, Gründe dafür zu finden, warum wir so handeln und denken, wie wir handeln und denken. Vernünftigerweise könne der Mensch nichts Vernünftigeres, d.h. Menschlicheres tun, als seinen Gründen aus Neigungen zu folgen, die ihm seine Physis liefert. Ähnliches ist im Hinblick auf neurowissenschaftliche Forschungen heute von Neurowissenschaftlern wie Roth, Singer und Spitzer zu hören. Hume konnte zu seiner Zeit erst von wenigen anatomischen Forschungsergebnissen ausgehen. Nachdenken, Überlegen und Reflektieren über pragmatisch-menschliche Themen seiner Zeit waren seine Wege, um auch hier zu ganz natürlich-menschlichen Sichten zu kommen, die sich deutlich von den herrschenden unterschieden. 'Es dürfte von biologischen Gegebenheiten und physikalischen Ereignissen (von unserer Natur) abhängen, wie wir bewerten, was uns widerfährt.' (vgl. Traktat über die menschliche Natur. 2. Buch, S.303f)

Allen denen, die Interesse daran haben, Menschliches unter natürlichen und kulturellen Aspekten zu reflektieren, um daraus Orientierung für alltägliches Leben gewinnen können, empfehle ich den TRAKTAT ÜBER DIE MENSCHLICHE NATUR sehr.

Monika Wirthgen
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