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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Klassiker der modernen Philosophie,
Von Dr. Horst Wolfgang Boger (Berlin & Potsdam, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Traktat über kritische Vernunft (Taschenbuch)
Der Traktat über kritische Vernunft enthält die ausführliche Darstellung von Hans Alberts erkenntnis- und wissenschaftstheoretischer Position, seine Erläuterung der Idee der Kritik und ihrer Bedeutsamkeit bei der Betrachtung von Ideologie, Theologie, Geschichte, Politik und Geschichts- und Sozialwissenschaft. Die neueste Auflage, die - wie auch schon früher Karl R. Popper - gewidmet ist, enthält einen umfangreichen Anhang, in dem der Autor seinen Kritikern antwortet und ausführlich auf das klassische Begründungsproblem eingeht. Das Buch ist ein Muss für all diejenigen, die nicht auf die wechselnden Wogen und Moden von Fundamentalismus und Relativismus hereinfallen möchten. Das Buch ist keineswegs platt, der Leser muss schon intensiv mitdenken, aber es ist frei von altem und neuem Einschüchterungsjargon. Und es hat Biss.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kritik an der klassischen wissenschaftlichen Theoriebildung,
Rezension bezieht sich auf: Traktat über kritische Vernunft (Taschenbuch)
In seinem Buch kritisiert Albert die Methodologie des klassischen Rationalismus, die seiner Meinung nach bis in die heutigen Theorien der einzelnen Wissenschaften fortwirkt: Nämlich das Voraussetzen eines zureichenden Grundes, eines unbezweifelbaren archimedischen Punktes der Gewißheit auf dem dann alle anderen Prämissen, die man so gesichert glaubt, aufbauen. Dabei unterscheidet er eine intellektualistische und eine empirische Variante der Letztbegründung. Erstere Position meint die Letztbegründung durch reine Vernunftsgründe zu finden, letztere durch vorgeblich unbezweifelbare empirische Erfahrung. Der Versuch einer Letztbegründung führt allerdings nach Albert schnurstracks in das "Münchausen-Trilemma": Entweder man verfängt sich in einem logischen Zirkel, bei dem man über Deduktion nur zu einer Letztbegründung kommt indem man auf schon vorher getroffene Behauptungen rekurriert, die selber noch nicht begründet worden sind, oder man kommt in einen infiniten Regress und frägt immer weiter ad infinitum nach Gründen und verfehlt so eine Letztbegründung, oder aber man ist gezwungen das Begründungsverfahren an einem bestimmten Punkt abzubrechen und dann dieses Ergebnis als archimedischen Punkt auszugeben. Um diesem Trilemma zu entgehen distanziert sich Albert von diesem klassischen Rationalitätsmodel und setzt auf einen kritischen Fallibismus. Er verzichtet auf die These eines unbedingt notwendigen zureichenden Grundes und spricht sich dafür aus, dass alle Thesen als prinzipiell falsifizierbar gelten sollen und zwar im Hinblick auf dadurch möglich werdende Problemlösungen. Wissenschaftliche Thesen gelten so nicht mehr als absolut wahr, sondern als prinzipiell überholbar, erreicht wird nicht die Wahrheit, sondern eine Annäherung hin zur Wahrheit, die prinzipiell unerreichbar bleibt. Albert wendet seinen Standpunkt dann konsequent auf andere Bereiche aus: Auf Ethik, Sozialwissenschaften, Philosophie, Politikwissenschaft und Theologie. Besonderes schlecht kommen bei ihm die Theologen weg. Albert weist schafsinnig und scharfzüngig auf deren Immunisierungsstrategien gegenüber Dogmatisierungen hin, die seiner Meinung nach eine fruchtbare Fortentwicklung verhindern würden, einer Fortentwicklung, der keine absoluten Wahrheiten mehr heilig sind. Denn nach Albert ist uns der Zugang zu solchen Wahrheiten verwehrt und darum führt deren Annahme in die dogmatische Erstarrung und letztlich in die Wahrheitsferne. Ein moderner Klassiker kritischen Philosophierens.
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Klassiker,
Von hans-joachim.niemann@t-online.de (Poxdorf (Bayern)) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Traktat über kritische Vernunft (Taschenbuch)
Ergänzend zu den anderen Rezensionen: Dieses Buch ist ein philosophischer Klassiker seit 1968, der inzwischen auch in viele Sprachen übersetzt ist wie Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Japanisch und Portugiesisch. Dieser Kritische Rationalismus hat auch in Deutschland seine Wirkung nicht verfehlt. Es gibt kaum noch eine philosophische Richtung, die uns den Besitz von sicherem Wissen vorgaukeln würde. Trotz dieser Beschränkung des Wissens, die nur die Sicherheit beschränkt, aber keine Erkenntnisgrenze darstellt, nicht dem Skeptizismus oder gar irgendeiner der vielen Formen des Relativismus zu verfallen, ist eine der Glanzleistungen des Krit. Rationalismus, an der Hans Albert großen Anteil hat.
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