Seregil bekommt nach Jahren die Möglichkeit aus seinem Exil nach Aurenen zurückzukehren. Zu seiner großen Enttäuschung wird ihm dies jedoch nicht als Faie gewährt, wie er es sich in seinem Innersten wünscht, sondern als Mitglied einer Gruppe von Abgesandten um Prinzessin Klia.
In Aurenen angekommen, bringt man dem Abtrünnigen sowohl Hass und Abscheu, als auch eine gewisse Art Respekt entgegen,... Respekt von Leuten von denen er es auf den ersten Blick nicht erwartet hätte.
Alec, der im Laufe der vergangenen zwei Jahre wesentlich erwachsener geworden ist, ist hierbei Seregils Stütze ohne die sich Seregil sicherlich sehr bald in Verzweiflung stürzen würde.
Auch wenn "Traitor's Moon" bei weitem nicht so spannungsgeladen ist, wie die ersten beiden Bände, hat mich gerade die politische Situation mit all ihren Ränken und Intrigen in und um Aurenen überzeugt. Man wird in Dinge verwickelt, bei denen nichts am Ende ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Vieles zieht sich zwar über hunderte von Seiten hin, machte die Handlung deswegen jedoch keineswegs langweilig. Eher im Gegenteil...denn wo liegt die Spannung, wenn man bereits nach zwanzig Seiten weiß, was abläuft?
Natürlich gibt es auch ein Wiedersehen mit vielen Charakteren aus den ersten beiden Bänden, insbesondere Theo, Klia und Beka. Auch hier agieren sie, wie in den ersten beiden Bänden nicht nur am Rande des Geschehens, sondern mischen kräftig mit. Seregils Beziehung zu Alec ist ebenfalls wieder grundlegender Bestandteil der Geschichte und auch dieses Mal schafft es Lynn Flewelling diese nicht in den Vordergrund zu drängen, sondern als etwas völlig natürliches darzustellen.
In gewisser Weise ist "Traitor's Moon" der Beste der drei Bände. Dem Leser sind die Charaktere bereits einschlägig bekannt, inklusive all ihrer liebenswürdigen Macken. Dies gibt Lynn Flewelling viel mehr Spielraum und den scheint sie zu nutzen, denn es macht wirklich Spaß dieses Buch zu lesen. Auch ihr Schreibstil hat sich weiter verbessert. Wer ihre "Tamir"-Bücher gelesen hat, weiß wovon ich rede, denn diese profitieren sehr aus Lynn Flewellings Schreiberfahrungen in den "Nighrunner"-Reihe.