...und Theater braucht immer ein großes Publikum."So sieht das jedenfalls der Boss der islamischen Terrororganisation, die vorhat gleichzeitig, an mehreren Stellen der USA, Bomben zur Detonation zu bringen. Das FBI, in Form von Agent Clayton(Guy Pearce) versucht das zu verhindern. Aber um den Attentätern auf die Spur zu kommen, muss Clayton zunächst herausfinden, was es mit dem ominösen Samir Horn(Don Cheadle) auf sich hat. Horns Vater wird 1978 im Sudan Opfer eines Bombenanschlags. Samir schließt sich später dem Militär an, ist in Afghanistan und auf dem Balkan eingesetzt, bis er urplötzlich von der Bildfläche verschwindet. Als er jetzt beim Verkauf von Sprengmaterial im Jemen festgenommen wird, steht für alle Ermittler fest: Samir Horn ist übergelaufen, ein Verräter! Aber so einfach ist die Wahrheit nicht. Als Horn aus dem Jemen fliehen kann und mit Hilfe seines Freundes Omar(Said Taghmaoul) Europa und Amerika aufsucht, ist Clayton ihm auf den Fersen. Clayton hat seine Zweifel, was Samir wirklich plant, und als der die wahren Pläne des "Verräters" erkennt, ist es fast zu spät...
Jeffrey Nachmanoff hat mit -Traitor- einen klassischen Agentenstoff abgeliefert, allerdings ist er, was die Handlungsabsichten beider Seiten angeht, erstaunlich objektiv zu Werke gegangen. So wirkt -Traitor- modern, intelligent und ziemlich real in der Story. Don Cheadle und Guy Pearce tuen ihr Übriges, um aus dem Thriller einen richtig guten Film zu machen. Wenn Nachmanoff Omar sagen lässt: "Die Kreuzritter sind in unser Land eingefallen..." kann man ungefähr nachvollziehen, wie sich die Menschen im Nahen Osten fühlen. Aber auch die brutale, unmenschliche Seite des Terrors wischt Nachmannof nicht zur Seite.
Frei nach dem Zitat: Die Geister, die ich rief, werde ich nicht mehr los, hastet Samir Horn durch die Länder der Erde. Er scheint hin und her gerissen zwischen seiner Freundschaft zu Omar, seinem Glauben an die Gerechtigkeit und seiner eigenen, tief empfundenen Schuld. Dabei bewegt er sich zwischen den zwei Welten des Islams und des Christentums. Das ist interessant, lehrreich und überaus spannend.
Das für diese rasante Story Steve Martin die Idee geliefert hat, ist zwar kaum zu glauben, aber im positiven Sinne eine Überraschung. Er zeichnete auch in der Mitarbeit beim Drehbuch verantwortlich. Folgen sie Samir Horn in die Abgründe des Terrors und lassen sie sich vor allem vom Ende der Geschichte mitreissen. Das ist, jedenfalls meiner Meinung nach, perfekt gelungen.