Ist es nicht gerade diese meist rohe Produktion eines Debüt-Albums, die ein Gefühl der Unbefangenheit frei von Ansprüchen und -forderungen, heraufbeschwört, wodurch die Songs - so schwammig die Produktion und das Soundgewand auch sein mögen - einen ganz eigenen Charme bekommen?
Das meist finanziell bedingte Unvermögen, mit einer aufwendigen Produktion die musikalischen Visionen tatsächlich in die Tat umzusetzen (gepaart mit dem einmaligen Privileg dennoch völlig frei aufspielen zu können), vermittelt diese ganz spezielle Ahnung des Potentials, das in der Musik schlummert, ohne jedoch wirklich greifbar zu werden, die sich meist nur auf Debüt-Alben finden lässt.
Und genau das trifft auch für "Trail of Dead"'s Debüt zu. Fernab von für die Ewigkeit in akustischen Stein gemeißelten Songs wie "Another Morning Stoner" gelingt es ihnen mit ihrem sich schon hier und da herauskristallisierenden, einzigartigen Stil außergewöhnliche, da von Herzen kommende Stücke zu schreiben.
Insbesondere "Richter Scale Madness" leidet hörbar in seiner einschränkenden Klangkulisse, an deren Grenze er sich wund windet und aus der der Geruch seines Blutes quillt, der sich wie ein Schemen von dem, was aus dem Song hätte werden können, über das ganze Hörerlebnis legt.
Merkwürdigerweise finden sich die übrigen sieben Songs in repräsentativerer Qualität auf dem Album wieder.
Auf die einzelnen Songs näher einzugehen halte ich für nicht notwendig, da diejenigen, die "...Trail of Dead" bereits kennen, in etwa erahnen können, was sie erwartet, bilden diese acht Songs doch das Fundament, auf dem ihre späteren Werke aufbauen (die Rohschrift sozusagen), während ich für Neulinge eher "Worlds Apart" oder "Source Tags & Codes" als Einstieg empfehlen würde.