Wer diesen Film damals in den 3. Programmen im Fernsehen gesehen hat, den könnte dieses Buch interessieren...
Es handelt von der Besteigung des Pico Colon 1992 in Kolumbien, bei dem auf tragische Weise der Sohn des Autors zu Tode kam.
Klaus Zitzmann Autor und der Vater von Frank Zitzmann, begibt sich in seinem Buch auf die Spurensuche und Begleitumstände, die zum Tode seines Sohnes geführt haben. Er stellt Fakten zusammen und versucht den `Fehlern`, die damals gemacht wurden, auf die Spur zu kommen.
Leider ist dies meist nur in einseitiger Weise, nämlich nur von Ihm selbst möglich. Dadurch kommt das Buch, trotz der umfangreichen Recherche, zu keiner, einigermassen objektiven Gesamtbeurteilung der `Fehler`.
Man hätte sich gewünscht, dass noch andere Beteiligte sich ausführlicher dazu äussern, was aber von jenen scheinbar so nicht gewollt war.
Die Wahrheit, so hat man den Eindruck, liegt wie so oft, in der Mitte beider, inzwischen `verkrachter` Parteien.
Nämlich der Sichtweise des Vaters des verunglückten Sohnes und dem `vermeintlichen` Expeditionsleiters Elmar Müller.
Der immer wieder, in kurzen Statements beteuert, kein Expeditionsleiter im ursprünglichen Sinne gewesen zu sein.
Entgegen der Meinung des Vaters, so gut wie alle Expeditionen hätten einen Leiter, ist es zwischenzeitlich durchaus üblich, dass Expeditionen, ohne einen Leiter im ursprünglichen Sinne, stattfinden und damit jeder Teilnehmer für sich selbst verantwortlich ist. Davon ist in der neuen Alpin Literatur einiges zu finden.
Aber selbst diese Erklärung kann nur ein Schritt in die Ergründung dieser Tragödie sein.
Zu vielschichtig sind die einzelnen `Fehler`, die gemacht wurden, als das man es auf den Punkt bringen könnte.
Trotzdem, für diejenigen, die diesen Film damals im TV gesehen haben, bringt das Buch einige detallierte Hintergrundinformationen dazu.
Dadurch lässt sich die Tragödie, wenn auch aus der schmerzvollen Sicht des Vaters oft in Form einer Schuldzuweisung geschrieben, einigermassen nachvollziehen...