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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine sehr gute Zusammenstellung der relevanten Konzepte,
Rezension bezieht sich auf: Traditionslinien des 'Unbewußten' (Gebundene Ausgabe)
Wer denkt, Sigmund Freud sei der erste gewesen, der sich mit dem Unbewussten beschäftigt hat, der irrt. Bereits weit vor ihm war das Thema aktuell. Nur, Freud war Mediziner und glaubte, seine Konzepte auf eine naturwissenschaftliche Basis gestellt zu haben. Im Laufe seines Lebenswerks wurden seine Worte allerdings dunkler und metaphysischer und er gab schließlich auch zu, in den "Schopenhauerschen Hafen eingelaufen zu sein"."Traditionslinien des Unbewussten" liefert vielleicht nichts neues hinsichtlich Quellenlage und Freuddeutung, aber es trägt die wichtigsten philosophischen Überlegungen zum Unbewussten zusammen. Natürlich benutzt der Autor die Sprachkategorien der Philosophie und der Psychoanalyse, dennoch ist das Werk auch für den ambitionierten Laien verständlich und gut geeignet, etwas Licht ins Dunkel des Unbewussten zu bringen. Gödde bespricht im wesentlichen drei dieser Traditionslinien: 1. Das perzeptiv-kognitive Unbewusste ist vor allem eine wahrnehmungspsychologische Konzeption und betrifft beispielsweise die Filterung von Eingangsreizen, die Aufmerksamkeitsschwelle und dergleichen. Dieses Verständnis des Unbewussten ist ein genuin psychologisch-naturwissenschaftliches, hat mit dem Unbewussten der Philosophie und Freuds wenig zu tun und wird hier nur kurz abgehandelt. 2. Das Vitale Unbewusste im 18. Jahrhundert wurde das Irrationale stark aufgewertet und mit einem positiven Vorzeichen versehen. Da ist die Rede von der "Weltseele" oder der "Lebenskraft". Das Unbewusste wurde als schöpferische, dynamische Quelle der Welt angesehen. Herder, Goethe und der junge Schelling gelten als Protagonisten eines vitalen Unbewussten. 3. Der triebhaft-irrationale Willen eines Schopenhauers, Nietzsches und Freuds. Das Unbewusste wird hier nicht mehr als positiv gesehen. Das "Zurück zur Natur" wandelt sich in eine entblößte, gefährliche Natur, "Nur-Natur", wenn man so will. Gödde bespricht ausführlich die Gemeinsamkeiten der Willensmetaphysik Schopenhauers und der Psychoanalyse Freuds. Ein sehr gutes, viele Informationen zusammentragendes Werk. Mir persönlich hat es im Studium (Hauptfach Psychologie, Nebenfach Philosophie) sehr weitergeholfen. Leider habe ich die Einbindung des anderen großen modernen Denkers des Unbewussten, C.G. Jung, hier vermisst, aber wer weiß, vielleicht werde ich doch noch meine Doktorarbeit in Angriff nehmen..... Dieses Buch ist auf jeden Fall sehr zu empfehlen, es ist übrigens auch sehr schön aufgemacht und übersichtlich gestaltet. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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