...mit entsprechender Software-Ausstattung (TradeStation, Metastock)
Leider liegt der Schwerpunkt des Buches auf der Analyse mittels technischer Indikatoren. Diese Indikatoren nachzubauen bedarf einiger Kenntnis, der die meisten, die sich nicht hauptsächlich mit der Entwicklung von Tradingsystemen beschäftigen, sehr schwer, wenn nicht unmöglich fallen dürfte. Zudem sind bestimmte Hardwarenforderungen nötig. Was die Pattern-Analyse, Strategien für Day-, Swing-, Positionstrader betrifft, so hat Florek hier leider nichts Anwendbares zu bieten. Man darf nicht vergessen, dass die markttechnische Analyse nicht der Stein der Weisen bedeutet und z.B. Trendbrüche eine höhere Transaktionssignifikanz als viele dieser neuen Indikatoren darstellen. Darum erachte ich es für sinnvoll Floreks neue Trading Dimensionen nicht als das heilsuchende Evangelium aufzusuchen. Vielmehr sollten sich Trader mit den Grundprinzipien der technischen Analyse stärker beschäftigen. Ein Blick in die Werke von Joe Ross bringt mit Sicherheit ein Vielfaches mehr; zudem ist das Preis-Leistungsverhältnis weitaus besser. Floreks Buch ist zwar im Vierfarbdruck erschienen, was aber zu meinen Tradingerfolgen nicht viel beitragen kann, wenn der Inhalt hyperfuturistisch ist. Für den Laien ist Floreks Buch unbrauchbar, auch der Fortgeschrittene findet im Indikatorendschungel nur wenige wirklich wertvolle Erfahrungen. SYstemkombinationen der Pattern und älterer Indikatoren, die Florek teilweise verschmäht, bringt meines Erachtens mehr als sich als Daniel Düsentrieb der Indikatorenschmiederei zu bedienen. Eine allgemeine Formelsammlung zu den einzelnen Indikatoren würde auch mehr zum Verständnis der Funktioseffiziens beitragen, diese vermisse ich sträflich. Strategien und Money Management, zwei immens wichtige Themen, wird überhaupt keine Beachtung geschenkt. Neue Chartdarstellungsarten wie Kagi, Renko werden unzureichend erklärt - dazu kommt noch, daß die Anwendungsvorteile bzw. Strategieentwicklungen mit diesen neuen Chartarten gar nicht bzw. ganz dürftig angesprochen werden, siehe z.B Three-Line-Break. Nein, so schön das Buch auch auf den ersten Anblich erscheinen mag, so ist das Preis-Nutzen-Verhältnis schlecht. Darum nur einen Punkt.
Thomas Merbacher