... und für das Auge eigentlich schon unzumutbar. Tracey Fragments - Fragmente im wahrsten Sinne des Wortes und ja, experimentell auf jeden Fall.
Abgedreht in Clip-Manier wird der Zuschauer geradezu bombadiert mit einer überbordenden Bilderflut, der das Auge kaum folgen kann. Das Ganze ist teilweise so stressig und anstrengend, dass man nicht mehr auf den Bildschirm schauen kann. Hinzukommt, dass die Bildfragmente nur dem Titel dienen, nicht aber der eigentlichen Geschichte oder dem Verstehen dieser selbigen.
Die Geschichte selbst wird ebenfalls in einzelnen Segmenten aus Gegenwart, Vergangenheit, Wiederholungen und Fantasie-Sequenzen erzählt und erklärt sich erst zum Schluß.
Tja, nur hier kommt der Haken. Denn nur wer sich tapfer der quälenden Bilderflut stellt, wird erlöst und muß dann aber am Ende feststellen, dass die Geschichte an sich nur wenig interessant oder spannend ist.
Hier kurz zusammengefasst: Junges Mädchen ohne Freunde, Familie lieblos und desinteressiert, der angebetete Schwarm kein netter Kerl, jüngerer Bruder verschwunden, Mädchen sucht Bruder und kommt in heikle Situationen. Eben der ganz normale "White Trash Nightmare".
So überambitioniert will uns dieser Film mit all seinen Einblenden, Rückblenden, Schnitten und Zeitsprüngen vormachen ein experimentelles, intellektuelles und sozialkritisches Gesamtkunstwerk zu sein. Leider wurde letztendlich doch zuviel Wert auf die Aufmachung gelegt und der Inhalt vernachlässigt. Die Rechnung geht nicht auf, denn die Bilderflut aus einzelnen sich ständig einschiebenden Segmenten nervt schon nach wenigen Minuten und man hofft vergebens, dass dies bald aufhört.
Einzig und allein Ellen Page ist zu loben. Aber das ist auch kein wirkliches Wunder bei diesem Ausnahmetalent, dass in jedem Film brilliert.