In 'Traces of a Dragon' wird die Geschichte von Jackie Chans Familie erzählt, stellvertretend für viele chinesische Familien berichtet der Film über das Auswandern, Umziehen und Auseinandergehen ebendieser, aufgrund politischer und gesellschaftlicher Unruhen Chinas im 20. Jahrhundert.
Die Dokumentation (Regie: Mabel Cheung) ist wahrlich gelungen.
Die meiste Zeit berichtet Jackie Chans Vater, Charles Chan, von seinem bewegten Leben, aufgelockert wird der Film durch historische Aufnahmen und Filmausschnitte aus 'Painted Faces - Leben hinter Masken' (Film über J.C.s Zeit in der Schule der Peking-Oper, leider noch nicht in Deutschland auf DVD erschienen).
Gesprochen wird kantonesisch, es stehen deutsche, englische oder keine Untertitel zur Wahl. Anfangs ist das Schauen etwas anstrengend, da man recht schnell lesen muss, bald gewöhnt man sich aber daran.
Die Geschichte der Familie ist sehr interessant, so dass der Film meinetwegen noch länger hätte gehen können, insbesondere die Geschichte der als Kinder zurückgelassenen Halbbrüder Jackie Chans hätte ich noch interessant gefunden.
Die DVD ist leider nicht so gelungen wie 'Traces of a Dragon' selbst.
Das Bonusmaterial besteht aus diversen Trailern, einer Bildergalerie und der Pressekonferenz bei der Berlinale 2003. Nennenswert ist hierbei nur Letztgenanntes, mit über 50 Minuten ist sie ein ganz ordentlicher Bonus. Allerdings stört eine englische Übersynchronisierung, die sich nicht wegschalten lässt, obwohl sie auf einer deutschen Veröffentlichung mehr als überflüssig ist.
Das größte Manko an der DVD ist meiner Meinung jedoch, das sowohl Film, als auch Bonusmaterial im falschen Format gepresst wurden (4:3 statt 16:9), so dass man auf einem Breitbildfernseher ringsherum Balken hat. Ranzoomen hilft auch nicht, da die zum Verständnis essentiellen Untertitel (sofern man kein kantonesisch beherrscht) über eben diesen Balken liegen.
'Traces of a Dragon' ist eine gelungene Dokumentation über das Schicksal vieler chinesischer Familien während des letzten Jahrhunderts. Sie ist für Jackie Chan Fans besonders interessant, da man mehr über seine familiären Wurzeln erfährt.
Die DVD-Veröffentlichung trübt den guten Eindruck allerdings, vor allem das falsche Bildformat nervt.