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Träumereien eines einsam Schweifenden [Gebundene Ausgabe]

Jean-Jacques Rousseau , Stefan Zweifel
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

1. Juni 2012
Rousseaus Schlüsseltext, den er selbst als eine persönliche Fortsetzung seiner Bekenntnisse schrieb, verhandelt tiefe Fragen nach dem Sinn des Lebens, des Fühlens und des Denkens. Stefan Zweifel führt den Leser mit der "kühnen Rhythmik und Musikalität" (Begründung des Zuger Übersetzerpreises) seiner Übersetzung an die Poesie dieses unerschöpflichen Textes heran, und gibt einen radikal neuen Blick auf dessen Denken frei: Ein frei schweifendes Denken, das mitten in der Aufklärung die Romantik eröffnete und sich allen Interpretationen bis heute ins Offene entzog.

Wird oft zusammen gekauft

Träumereien eines einsam Schweifenden + Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen + Träumereien eines einsamen Spaziergängers: Neuübersetzung
Preis für alle drei: EUR 41,70

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 380 Seiten
  • Verlag: Matthes & Seitz Berlin (1. Juni 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3882215879
  • ISBN-13: 978-3882215878
  • Originaltitel: Les rêveries du promeneur solitaire
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 399.046 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Der Philosoph und Schriftsteller Jean-Jacques Rousseau (1712- 1778) ist einer der wichtigsten französischen Aufklärer des 18. Jahrhunderts. Er gilt als einer der ideellen Wegbereiter der Französischen Revolution und als einer der bedeutendsten Pädagogen der Neuzeit. Seine erziehungs- und demokratietheoretischen Gedanken übten einen großen Einfluss auf Kant, Fichte, Goethe, Schiller, Pestalozzi und Marx aus, um nur einige zu nennen.Jean Starobinski studierte Medizin und Literaturwissenschaft und war bis zu seiner Emeritierung Professor für die Geschichte der französischen Literatur, für Ideengeschichte und Medizingeschichte an der Universität Genf.

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Von kpoac TOP 500 REZENSENT
"Das Leben ist eine Festversammlung; die einen finden sich ein als Kämpfer um den Preis, die anderen
als Händler, die Besten aber als Zuschauer,so zeigen sich im Leben die einen als Sklavenseelen, als
gierig nach Ruhm und Gewinn, die Philosophen aber als Forscher nach der Wahrheit."
(Pythagoras zugeschrieben in: Diogenes Laertius, Leben und Meinungen ..., Bd. II / 108)

"Wer denkt, wie die frühen Philosophen dachten, nimmt Urlaub von der gemeinsamen Welt, er wandert in die Gegenwelt aus", lasen wir in Sloterdijk bravourösen Essay über den "Scheintod im Denken". Er zitiert auch Gabriel Tarde; aber diesen Gedanken fand der Rezensent in einer kleinen Schrift: "Der Kritiker als Künstler" und man kann den Gedanken dort, dass der Mensch sich auf eine geistige Ebene begebe, "in dem wir uns von jeder Handlung los sagen und durch den Verzicht auf Tatkraft vollkommen werden" mit denen aus dem Sloterdijk Text vergleichen. Diese von Oscar Wilde beredte Unterscheidung zwischen dem "vita activa" und dem "vita contemplativa" findet sich u.a. auch in Becketts Dreiakter "Eleutheria". In meiner Rezension dort tauchte der Hinweis auf J.J. Rousseau (1712-1778) auf, der in seinen "Träumereien eines einsamen Spaziergängers" sich genau diesem "vita contemplativa" widmet. Seine zehn Spaziergänge sind es, die ihm helfen, sich seiner selbst zu vergewissern. Diese letzte Schrift folgt den "Confessiones" und zeigt einen gewissen Illusionsverlust gegenüber der aufklärerischen Zeit. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass er sich von den feindlichen Attacken Voltaires und anderen loslöst und eine Ruhe findet, die ein neues Glück verheißt. "Nur in diesen Stunden der Einsamkeit ... bin ich ganz und gar ich selbst und gehöre mir allein; nur in diesen Stunden kann ich ehrlicherweise von mir behaupten zu sein, wie die Natur mich wollte." So Rousseau im zweiten Spaziergang.

Die wahrhaft glücklichen Stunden, wie er schreibt, findet er auf einer kleinen Insel im Bieler See. In diesem fünften Spaziergang wird nun allzu deutlich, was Einsamkeit und Selbstbesinnung vermag. Diesen Zustand der absoluten Untätigkeit zu verändern, hieße auch, ihn nicht zu verbessern, so der schon lebenserfahrene Pädagoge und Gesellschaftskritiker. Rousseau bleibt in seinen Träumereien sein Herr, er lässt seinen Gedanken freien Lauf in diesem Urlaub von der zuvor geglaubten gemeinsamen Welt. Seine Schrift ist keine Wanderbeschreibung, auch keine Traumdeutung im herkömmlichen Sinn. Weltflucht und Einsamkeit sind seine Paten, die schon Gedanken der Renaissance waren. Petrarca schrieb in einem Sonett: "Einsam und gedankenverloren durchmesse ich die verlassensten Gefilde" und so erging es Rousseau, der in der "reverie" sich seines Ichs bewusst wurde, welches der Gesellschaft sich entzogen hat. Nur auf sich bezogen, vergleicht er seine gewünschte Situation mit der eines Gottes. Mit diesem Schritt verlässt er auch die Zeit, enthebt sich ihrer durch sein Verlorensein im Denken und empfindet den Augenblick als grandios. "Ich wollte, dieser Augenblick währte ewig. Und mit welcher Berechtigung nennen wir einen flüchtigen Zustand Glück, der uns doch nie recht befriedigt und erfüllt?" (Wer hier an einen Goethe-Zitat aus dem Faust denkt, liegt nicht verkehrt.) Nur sich selbst und sein Dasein zu genießen, ist Rousseaus Bestimmung. Fernab von Leidenschaft und äußeren Bedürfnissen widmet er sich selbst.

Nun, wenn die Phantasie erlahmt, Visionen nur noch schleppend kommen, sagt Rousseau, dann ist das Versinken in diese Träumereien eine Wohltat, eine vorgestellte Lebensechtheit, die lustvoller und intensiver nicht sein kann. Damit sind diese Spaziergänge eine Lesereise wert und was die Zusammenhänge angeht von Pythagoras über Petrarca zu Beckett und Sloterdijk, lesen wir im Vorbeigehen über ein Jahrtausendexperiment.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Solide Träumereien 12. Juli 2012
Zunächst einmal zur Gestaltung; dem Matthes & Seitz Verlag ist einmal mehr ein wunderschönes Buch gelungen, angenehmes Format, hervorragend gedruckt, mit Lesebändchen - insgesamt also vorzüglich gestaltet (für die, die so etwas noch zu schätzen wissen).
Inhaltlich sind die Träumereien..." Rousseaus letztes Werk, eine letzte Selbstrechtfertigung auf sprachlich außergewöhnlichem Niveau, eine Selbstversicherung, die in dem Bekenntnis gipfelt - trotz all der Verfolgungen und Widrigkeiten seiner Mitmenschen - : Ich habe gelebt.
Stefan Zweifel liefert mit dieser Neuübersetzung Großartiges. Seine Kommentierung, sein Nachwort eröffnet nichts weniger als einen umfangreichen "Verstehensraum". Er zieht Querverbindungen zum Gesamtwerk Rousseaus, aber auch - was noch viel faszinierender ist - zum Werk anderer Dichter, Denker und Autoren. Namen wie Hölderlin, Goethe, Kleist, Sebald sollen nur andeuten, auf was man sich im positiven Sinne einlässt mit diesem Buch: Ein literarisches Panorama gilt es zu entdecken.
Mit seinem tiefgründigen Sprachgefühl lotet Stefan Zweifel das Werk Rousseaus aus, gewinnt ihm neue Perspektiven ab und begründet nachdrücklich, wie zeitgemäß es noch immer ist.
Unbedingt lesen! Und immer wieder lesen!
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