Rousseau schrieb diese Gedanken nieder um sich im doppelten Sinne daran zu erfreuen, einmal an der Niederschrift und später dann beim erneuten Lesen.
Im zweiten Spaziergang fand ich folgenden nachdenklichen Satz: "Die Quelle des wahren Glücks, so lernte ich durch eigene Erfahrung, liegt in uns selbst; und keine Macht der Welt vermag es, jemanden elend zu machen, der glücklich sein will und weiß wie er es wird."(S.20)
Im dritten Spaziergang findet man zu dem Thema "Ich werde alt und lerne immer noch." Die folgenden Gedanken:
"In der Jugend sollte man Weisheit lernen; im Alter sollte man weise handeln." (S.34)
"Wohl mir, wenn meine Lernfortschritte in eigener Sache mich so weit bringen, dass ich die Welt zwar nicht besser- das wäre auch unmöglich- aber doch Tugendhafter verlasse, als ich sie betrat." (S.55)
Im vierten Spaziergang gefiel mir sein Hinweis:
"Unter den wenigen Autoren, die ich bisweilen noch lese, fasziniert und bereichert mich am meisten Plutarch (
Moralia). Er war die erste Lektüre meiner Kindheit, er wird die letzte meines Alters sein." (S.56)
Aus dem fünften Spaziergang möchte ich den folgenden Gedanken zitieren:
"Alles auf Erden ist im stetigem Fluss. Nichts behält eine feste, bleibende Gestalt, und unsere Emotionen, die sich an die Dinge in der Außenwelt heften, ändern sich und erlöschen notwendigerweise mit ihnen. Sie hinken uns entweder hinterher oder eilen uns voraus, rufen entweder das Vergangene wach, das nicht mehr ist, oder künden eine Zukunft, die oft nicht sein wird; im Jetzt aber findet das Herz nirgendwo einen Halt." (S.92)
Siebter Spaziergang:
"Seit ich nur noch den Gesetzen der Natur folge, habe ich meine früher Gesundheit wieder." (S.124)
Achter Spaziergang:
"Ich habe, so scheint mir, die Süße des Daseins mehr gekostet, ja eigentlich überhaupt mehr gelebt, wenn das Schicksal mein Herz zusammenschnürte, so dass meine Gefühle nicht ausfliegen und an irgendwelchen Belanglosigkeiten verdursten konnten, die bei den Menschen in einer Wertschätzung stehen, die sie nicht verdienen-" (S.139)
Fazit: Rousseau beeindruckt in diesem Buch mit seinen tiefsinnigen Gedanken und mit seiner besonderen Beziehung zu der Natur. Teilweise sind seine Schilderungen aber auch die eines Menschen, der die Weltflucht angetreten hat.