Zu Zeiten der Revolution, selbst einer 68er, kann es schon mal vorkommen, daß die Leidenschaft Kapriolen schlägt, daß die Helden für einen Moment den Umsturz vergessen, sich ins Private zurückziehen und einen eigenen Kosmos aufmachen. Théo, Isabelle und Matthew, ein Geschwisterpaar und ein amerikanischer Student verstehen sich auf Filme und es ist kein Wunder, daß sie ihr eigenes Leben wie im Film inszenieren. Das sexuelle Erwachen ist geprägt von Lust und Begierde, die sie als Konserve in dunklen Sälen vorgefunden haben und gleichzeitig auch ein Erwachsenwerden in einer Welt, die sich draußen vor den Mauern der elterlichen Wohnung rasant verändert.
Durch einen Pflasterstein kehrt die Welt in das Leben der Drei zurück und am Ende war es nur ein Innehalten, bevor sich die Geschwister zumindest den sturmumwölkten 68igern wieder anschließen. Träumer von Gilbert Adair läßt die damalige Zeit auferstehen und sein kurzer Roman wirkt wie ein Seufzer auf eine verblaßte Welt.