es ist dies ein buch für menschen, die cuba lieben - in all seinen oft nicht so einfach so verstehenden facetten. beeindruckend fand ich vor allem, wie eine schriftstellerin, die kurz nach ihrer geburt in cuba in die USA emigrierte, das gefühl der sehnsucht nach einer verlorenen heimat - besonders berührend dargestellt in der wohl autobiografischen figur der pilar, die diese heimat (wie offenbar auch die autorin) bewusst nie kennengelernt hat - so wunderbar poetisch und gleichzeitig realistisch darstellen kann. der roman beschreibt in mehreren, einander überschneidenden erzählebenen die geschichte(n) einer cubanischen familie, vor allem aus der sicht der weiblichen protagonistinnen: die großmutter (eine fidelista), eine tochter (santeria-anhängerin), drei enkel leben in cuba, eine tochter (kommunistenhasserin und kleinunternehmerin) und eine enkelin (die sich nach cuba und ihrer großmutter sehnt) in den USA, und alle sind sie - samt den männern, mit und neben denen sie leben und leiden - untrennbar verbunden mit dieser wunderbaren, phantastischen, surrealistischen grünen insel. ich kenne kaum ein buch, in dem sich lateinamerikanischer phantastischer realismus im stil eines marquez mit "europäischer" erzähltradition in einer derartigen einheit zusammenfinden.