Das Buch beinhaltet die musikalische Biographie Ligetis in Form eines Interviews. Der Titel "Gespräch" ist irreführend, da es in erster Linie Ligeti selbst ist, der redet.
Die inhaltliche Gliederung des Buches ist dabei nur stellenweise gelungen. Während man ca. fünfzigmal lesen kann, dass Ligeti die Architektur des Berliner Bundeskanzleramts grauenvoll findet, erfährt man zu seinen Werken wenig und erst recht wenig Neues. Interessant zu lesen ist allerdings, wie Ligeti die Nazizeit, den 2. Weltkrieg und den Stalinismus überlebte. Auch sein musikalischer Werdegang und seine Meinung zur Musik anderer Komponisten sind interessant zu lesen. Letztere erscheint mir stellenweise allerdings überraschend undifferenziert, ebenso wie seine zahlreichen Aussagen zur Architektur.
Insgesamt vermittelt das Buch den Eindruck von einem Mann, der sich (mit Recht) über ein mangelndes Selbstbewusstsein keine Sorgen machen muss, der über eine ausgesprochen breite Bildung in allen Bereichen verfügt, in seiner eigenen Rede aber trotzdem weit weniger überzeugend wirkt als in seiner (großartigen) Musik.
Alles in allem handelt es sich trotz einiger Schwächen sicherlich um ein lesenswertes Buch für jeden Musikliebhaber.