Der Film "Blade Runner" hat längst Kult-Status. Und das zu recht. Die Romanvorlage ist leider längst noch nicht so bekannt. Und das ist schade, denn obwohl der Film zweifellos ein Meisterwerk ist, ist es das Buch erst recht. Es bietet nicht nur eine wirklich erstklassige Science Fiction-Geschichte, sondern auch ein wahrhaft philosophisches Gedankengebäude. Das fängt bereits beim Titel an: "Träumen Androiden von elektrischen Schafen" bezieht sich natürlich einerseits darauf, dass es in der zukünftigen Welt, in der die Geschichte spielt, kaum noch echte Tiere gibt. Wer ein Haustier besitzt (und sei es nur eine Kröte) genießt gesellschaftliches Ansehen. Das hat zu einem regelrechten Handel von künstlichen Tieren geführt, weil jeder den Schein zu wahren versucht, ein Tier zu besitzen. Die Hauptfigur denkt über die Anschaffung eines künstlichen Schafes nach. Die Frage ist in Bezug auf den Titel also, ob die Androiden, die im Grunde nur ihr Recht auf ein "normales" Leben durchsetzen wollen, auch solch banale Träume berücksichtigen und ausleben möchten und können. Andererseits kann man auch fragen: Müssen Androiden von künstlichen Schafen träumen, weil sie künstliche Menschen sind?!
Mit solchen Fragen wird der Leser in Dicks Roman des öfteren konfrontiert und es macht wirklich Spaß, sich damit auseinanderzusetzen. Wer also für solch nachdenkliche Geschichten etwas übrig hat, ist mit "Träumen Androiden ..." (das auch unter dem Titel "Blade Runner" erhältlich ist) gut beraten. Wer den Film mag, sollte sich die Romanvorlage sowieso nicht entgehen lassen.