Die "Träume von Unendlichkeit" sind gleich zwei: zwei hervorragende Stories, die in Alastair Reynolds' "Amarantin"-Universum spielen, dem Universum von "Unendlichkeit", "Chasm City", "Die Arche" und "Offenbarung". Die beiden Geschichten liefern den Beweis, dass britische Science Fiction im neuen Jahrtausend nicht zu schlagen ist.
"Diamentenhunde" beginnt etwas träge, steigert sich aber von Seite zu Seite. Eine Gruppe von Menschen dringt in ein außerirdisches Artefakt vor, einen Turm, und müssen immer neue Rätsel lösen, um einen Schritt weiter zu kommen. Bei Versagen droht der Tod oder schlimmeres. Wie die Rätsel von Mal zu Mal schwieriger werden, wird die Geschichte allmählich unerhört spannend. Um ihr Ziel zu erreichen, müssen die Menschen ihr Leben, so wie sie es kannten, mit tödlicher Konsequenz aufgeben und ihre Körper opfern. Die Story nimmt eine überraschende Wendung nach der anderen, allerdings ist auch der Schluss konsequent.
Ähnliches gilt für "Türkis". In dieser Geschichte erfahren wir mehr über die geheimnisvollen Schleierweber. Die Protagonisten, zwei gut charakterisierte junge Frauen, sind hervorragend geschildert und tauchen ein in eine Welt voller Wunder - aber auch Schrecken.
Für Reynolds-Fans ist dieser Band ein absolutes Muss. Die beiden Stories entstanden VOR "Unendlichkeit". Wenn man's nicht wüsste, würde man das genaue Gegenteil vermuten. Sie bilden eine farbige Ergänzung des Reynolds'schen Universums und machen Appetit auf mehr.
Es ist lediglich schade, dass "Träume von Unendlichkeit" zwar im gleichen Hochglanz-Outfit wie die Romane herausgebracht wurden, jedoch nicht im gleichen (Paperback-) Format. Doch darüber sieht man, wenn man es erst gelesen hat, mit einem Seufzer hinweg.