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Produktinformation
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Antonio Tabucchi Ob Toulouse-Lautrec davon träumt, dass er lange Beine hat und mit Jane Avril Cancan tanzen kann, der 15jährige Stevenson davon, dass er auf einer Südseeinsel das Buch »Die Schatzinsel« findet, oder ob Goya im Traum versucht, die Schreckensbilder seiner späteren Jahre allesamt mit dem Pinsel zu vertreiben nach dem Motto »Jedem seinen eigenen Traum« erfindet Tabucchi für seine illustren Lieblingsgestalten aus Musik, bildender Kunst, Literatur und Geschichte die entsprechenden Traumgebilde.
Stets wird der Kern eines Lebens angesprochen, aber eben in der Manier eines Traums: immer leicht schräg, immer indirekt. Durch den Kontrast mit den Lebensgeschichten der Träumenden verlieren die literarischen Luftgespinste ihre Harmlosigkeit und werden zu Interpretationen der Biographien eine wahre Prophetie ihrer Zukunft.
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Beginnend mit Dädalus macht Tabucchi bis Freud bei verschiedenen historischen Gestalten halt, um nächtliche Traumstreifzüge zu erfinden. So erfreut sich Rabelais an einer gargantuesken Mahlzeit in Gesellschaft des Herrn Pantagruel, ein mondsüchtiger Minotaurus entflieht dem Labyrinth auf den wächsernen Schwingen des Dädalus, Ovid wechselt seine Gestalt bei der Metamorphose zum Schmetterling und Goya versucht nur mit dem Pinsel bewafffnet den Schreckensbildern seiner späteren Jahre Herr zu werden. Weiterhin treffen wir in diesem Büchlein auf Toulouse-Lautrec, Fernando Pessoa, Federico García Lorca, François Villon, Samuel Taylor Coleridge, Debussy und Andere.
Als hilfreich erweist sich das Dossier mit den Kurzbiographien der angesprochenen Träumer am Ende des Buches. Für die Personen, deren Biographie einem unbekannt ist, stellt dieses eine Hilfe zur geschichtlichen Einordnung und zum Verständnis der "Träume" dar.
Die einzelnen Erzählungen an sich sind kunstvolle Stimmungsbilder, die etwas Flüchtiges und Unbestimmbares an sich haben und die des mehrmaligen Lesens bedürfen, um sich in ihrer gesamten Tragweite erfassen zu lassen.
Mal heiter, mal schmerzlich oder ironisch, dabei stets pointiert und gewiss niemals naiv gewinnen die Träume in Verbindung mit den jeweiligen Biographie des „Träumenden" an Vielschichtigkeit und Tiefe. Für mich ist dieses eines jener Bücher, die den Leser selbst nach mehrmaligem Lesen zu überraschen verstehen, darum 5 Sterne.
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