Kurzbeschreibung
Menschen, die scheinbar bereits unendlich lange Zug fahren. Eltern, die ihr Kind verkaufen. Eine Familie, die vom Unbekannten vertrieben wird. Urwaldforscher, die vom Fluch des Vergessens erfasst, Leute, die von Termiten zerfressen werden. Menschen träumen, und in ihren Träumen zeigen sie ihr ureigenes Ich, ihre tiefsten Ängste und geheimsten Wünsche, ihr Verdrängtes. Die ausgezeichnete Hörspielfassung von 1951 mit Inge Meysel, Erich Schellow, Annegret Lerche u. v. a. und unter der Regie von Fritz Schröder-Jahn schrieb Hörspielgeschichte. Eine hörbare Legende. Und 2006? In einer spektakulären Neuproduktion schaffen fünf junge Hörspielregisseure die heutige Sicht auf die Träume und verdeutlichen die literarische Brillanz und Hellsichtigkeit Günter Eichs - auch über 50 Jahre später. Sprecher:
Träume (1951): Inge Meysel, Erich Schellow, Annegret Lerche, Eduard Marks u. v. a.; Träume (2006): Barbara Auer, Traugott Buhre, Leslie Malton, Felix von Manteuffel, Udo Wachtveitl, Andreas Fröhlich u. v. a.; Hörspiele; Laufzeit ca. 162 Minuten
Über den Autor
Günter Eich wurde am 01.02. 1907 in Lebus/Oder geboren. Von Beginn an war er Mitglied der Gruppe 47 und erreichte in den 50er Jahren, der Blütezeit des Hörspiels, seinen Durchbruch als Autor. Zu seinen bekanntesten Hörspielen zählen Träume, Sabeth und Die Mädchen aus Viterbo. 1953 erhielt er für Die Andere und ich den "Hörspielpreis der Kriegsblinden". Günter Eich wurde 1959 mit dem "Georg-Büchner-Preis" ausgezeichnet. Er starb am 20.12.1972 in Salzburg.
Barbara Auer wurde 1959 in Konstanz am Bodensee geboren. Nach dem Abitur begann sie ein Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg und schloss es mit Diplom ab. In den folgenden Jahren spielte sie am Stadttheater in Mainz, in Osnabrück, in Wuppertal, am Wiener Burgtheater und an den Hamburger Kammerspielen. 1982 wurde sie von Regisseur Alexander Kluge für den Film entdeckt. Bis heute hat sie in unzähligen TV- und Kinofilmen mitgewirkt.
Traugott Buhre gehört zu den besten Schauspielern auf deutschen Bühnen. Bekannt und berühmt ist er spätestens seit de Thomas-Bernhard-Stück "Der Theatermacher", das ihm in der Regie von Claus Peymann und seit der ersten Inszenierung 1985 wie auf den Leib geschrieben schien. Als Filmschauspieler war Traugott Buhre u.a. in "Anatomie" und "Notturno" zu sehen, der Verfilmung von Franz Schuberts Leben.
Mit der Filmbranche kam Udo Wachtveitl, 1958 in München geboren, schon als Kind über kleine Statistenrollen in Kontakt. Erste Bühnenerfahrungen sammelte er dann als Gitarrist einer Schülerband. Nach seinem Abitur studierte Wachtveitl einige Semester Jura, nahm aber nebenher Unterricht an einer privaten Schauspielschule. Sein erstes Theater-Engagement nach seinem Abschluss erhielt Wachtveitl am Theater der Jugend in München. Es folgten Engagements am Thalia Theater Hamburg, am Münchner Volkstheater sowie am Theater 44. Seit seiner ersten Filmrolle in 'Die Weber' hat Wachtveitl in über 60 TV-Produktionen mitgewirkt. So war er unter anderem 1982 in 'Die Rumpelhanni', 1984 in der Bierbrauer-Saga 'Die Wiesingers' und 1987 als 'Paragraphen-Fritzi' in der Serie 'Zur Freiheit' zu sehen. Bei seinen Fans beliebt ist der Schauspieler besonders durch seine Rolle als Ermittler Franz Leitmeyer im 'Tatort', wo er seit 1991 an der Seite von Miroslav Nemec als Kommissar Ivo Batic gefährliche Übeltäter jagt. Für die 'Tatort'-Folge 'Kleine Diebe' wurde Wachtveitl 2001 mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Neben seinen 'Tatorten' spielte er in weiteren Fernsehfilmen, wie 1997 einen Kapitän in 'Stürmischer Sommer' und 1998 einen Arzt im Sektendrama 'Wie eine Spinne im Netz'. 2003 übernahm er die Rolle eines Schokoladen-Fabrikanten in der TV-Komödie 'Weihnachten im September'. Ende der 90er Jahre entdeckte Wachtveitl sein Talent für das Inszenieren und Schreiben von Drehbüchern. Sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor gab er 1998 mit dem Krimi 'Silberdisteln'. Die Gaunergeschichte 'Krieger und Liebhaber' und die Mediensatire 'Die Quotensau', gefördert vom FilmFernsehFonds Bayern, folgten. Mit der musikalisch untermalten Lesung 'Mörderisches Bayern' tourt Wachtveitl, der immer noch in München lebt, außerdem seit einigen Jahren immer wieder durch den Freistaat.
Andreas Fröhlich, geboren 1965, wurde im Alter von sieben Jahren im Kinderchor des SFB entdeckt. Mittlerweile ist er als "Hörspieler" Interpret unzähliger Hörbücher und Hörspiele und erhielt 2010 nach drei Nominierungen den Deutschen Hörbuchpreis als bester Interpret für den Titel Doppler, der in seiner eigenen Hörbuchreihe Edition Handverlesen erschien. Für den Hörverlag übernahm er unter anderem Rollen in Alexandre Dumas' Die drei Musketiere, den Wallander-Hörspielen und liest die Bestseller Tunnel und Abgrund von Roderick Gordon und Brian Williams. Andreas Fröhlich zählt zu den bekanntesten Synchronsprechern Deutschlands und leiht u.a. John Cusack und Edward Norton seine Stimme. Zudem ist er als Dialogbuchautor und Dialogregisseur tätig und u.a. für die deutsche Synchronfassung der Herr der Ringe-Trilogie verantwortlich, in der er auch die Rolle des Gollum übernahm.
Sven Stricker (Regie), Jahrgang 1970, studierte Literaturwissenschaften in Essen. Nach einem Volontariat bei einem Kinder- und Jugendbuchverlag kümmerte er sich um das dortige Hörspiel- und Liederprogramm. Seit 2001 lebt und arbeitet er als freier Regisseur und Bearbeiter in Hamburg. Seine Produktionen wurden u. a. mit dem Deutschen Hörbuchpreis und dem Publikumspreis beim 'Hörspielkino unterm Sternenhimmel' ausgezeichnet. Er zählt zu den jüngsten und doch profiliertesten Regisseuren der deutschsprachigen Hörspielszene. Für den Hörverlag inszenierte er bereits Sven Regeners "Herr Lehmann" und diverse Klassiker der Jugendliteratur (u. a. "Robinson Crusoe", "Die Schatzinsel"), die vielgelobte Hörspieladaption von Robert Harris' "Pompeji", Pascal Merciers "Nachtzug nach Lissabon", Val McDermids "Das Lied der Sirenen" sowie Krimis von Henning Mankell (zuletzt "Wallander - Bilderrätsel" und "Wallander - Tödliche Fracht"). Außerdem führte er Regie bei der "Harry Potter"-Lesung mit Felix von Manteuffel.
Fritz Schröder-Jahn, geb 13. Oktober 1908 in Görlitz/Oder, gest. 27. Dezember 1980 in Hamburg, gilt als einer der renommiertesten Hörspielregisseure im Westdeutschland der 1950er- und 60er- Jahre. Begonnen hatte er seine Laufbahn als Schauspieler, war 1939 ans Schillertheater Berlin gekommen und nach Kriegsende als Ansager und Nachrichtensprecher zu Radio Hamburg (später NWDR, dann NDR) gegangen. Bald übernahm er hier Sprecherrollen im Hörspiel; Regieassistenzen und kleinere Regiearbeiten folgten. Mit Hörspielinszenierungen von Günter Eichs "Träume" (1951) gelang ihm der Durchbruch. Vier unter seiner Regie entstandenen Hörspiele wurden mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet, darunter auch "Der gute Gott von Manhattan" (1959). 1969 bekam er den "Frankfurter Dukaten" der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste für wegweisende und stilbildende Arbeiten auf dem Gebiet der Hörspielregie.