Auf einem irischen Golfplatz wird eine verrückt klingende Wette geboren: John wettet mit einem Freund, er könne seine bisher wahrlich begrenzte Golf-Kunst soweit verbessern, dass er eine Runde Par spielen könne. Zu bedenken ist: Mit einem Handicap von 24 Plus lässt sich John wahrlich nicht als begnadeter Golfer bezeichnen. Außerdem hat er neben einem ziemlich anstrengenden Job als Golfclub-Caterer und Fish-and-Chips-Läden-Besitzer - und dem Traum, damit mindestens eine Million zu scheffeln - auch noch seine Frau Lesley und die kleine Tochter Aimee. Alles in allem sind das sicher nicht die besten Voraussetzungen, um auch noch die Energie aufzubringen, mit größtmöglichem Einsatz etwas nahezu Unmögliches zu schaffen. Allerdings reift die anfängliche Idee nach ihrem mentalen Erweckungserlebnis langsam aber sicher zu einem handfesten Traum heran. Irgendwann, 2004, nach langem Aufschieben, Zögern und Zaudern will er ENDLICH erfüllt werden.
"Träum nur weiter" zeigt, wie John mit einer Menge Disziplin, Durchhaltevermögen, Mut und gnadenloser Beharrlichkeit auf das Undenkbare zusteuert, an dem andere zweifeln. Viel harte Arbeit wartet dabei auf den Iren, der zwar schon in seiner Jugend davon träumte, ein großer Golfstar zu werden, der aber nicht damit rechnete, dass man für die Realisierung seiner Träume oft mehr als alles geben muss ...
Auf seinem beschwerlichen Weg vom Durchschnittsgolfer zum echten Könner begleitet ihn neben dem Manager des Golfplatzes (der ihm erlaubt, umsonst zu trainieren) und der Golfplatztrainerin Debbie Hanna (und anderen) das Vorbild seiner Kindheit: der Golfer Severiano Ballesteros. Ihn hatte John in lange zurückliegenden Kindertagen mit einigen seiner Freunde bei den Irish Open in Dublin live und in Farbe Golf spielen sehen. Und er hatte ihn nachhaltig beeindruckt. Ihn imaginiert er sich nun als fiktiven Begleiter während seines Golftrainings. Er begleitet John in dessen Phantasie hin zu DEM EINEN ZIEL: über sich selbst hinauszuwachsen und innerhalb eines Jahres die herbeigesehnte Runde Par spielen zu können.
Inspiriert durch eine Unmenge an 'Golfbibeln', Golfzeitschriften und diverse E-Mail-Kontakte mit Golfexperten macht sich John also eines Tages ans Werk und betritt, endlich, frohen Mutes, die Wette im Hinterkopf, beste Vorsätze im Herzen, den Golfrasen seines Golfclubs. Doch der Weg über den sattgrünen irischen Golfrasen wird durchaus steinig. Mehr als einmal scheint das Ziel weiter entfernt zu sein als der Mond. Auch als ihm das Par-3-Loch am siebten Tee fast zur Verzweiflung treibt, findet er eine Lösung. Düstere Wälder auf dem Platz, böse Wasserlöcher, sandige Bunker, fiese Plugs, miese Shanks und unberechenbare eine schier unbezwingbare Nervosität und die Angst vor Horrorlöcher werden langsam besiegt. Langsam aber sicher beginnt das Eisen nach vielen Rückschlägen und bösen Zweifelattacken zu tun, was sein Meister verlangt. Der letzte Satz aus diesem Buch über ein ungewöhnliches Traumverwirklichungserlebnis ist es dann, der die zentrale Lebensbotschaft zusammenfasst, und er heißt nicht "Träum nur weiter", sondern "Träumen Sie Ihren Traum". Und nach der Lektüre sollte man hinzufügen: "Leben Sie ihn!"
Ein Halbsatz des Kommentars der Irish Times auf der Buchrückseite bringt es wunderbar auf den Punkt: "Johns Geschichte ist eine Lehrstunde für das Leben." Ich empfand die Lektüre dieses Buches als sehr angenehm und unterhaltsam. Dem Autor ist ein kluges und inspirierendes Golf-Buch mit positiver Botschaft gelungen. Es ist spritzig und für mich thematisch neu. Es ist gut lesbar und nach meiner Leseerfahrung im besten Sinne ein Beitrag für vergnügliche Lese- und Lebensstunden für Golf-Fans, die ihre Lebensperspektiven auch abseits des Golfplatzes verändern wollen.