In der Biographie "Tränen im Sand" der Somalierien Nura Abdi spricht aus jedem Wort ihre Liebe zu ihrem Land, zu ihrer Familie und ihre Dankbarkeit ihren Eltern, vor allem der Mutter gegenüber. Dabei hat die Mutter ihr, dem damals vierjährigen Mädchen, das Schlimmste antun lassen, das man sich als Frau vorstellen kann: die pharaonische Beschneidung. Dieses Schicksal erleiden auch ihre zwei älteren Schwestern und Jahre später ihre zwei jüngsten, gegen den Widerstand des Vaters und obwohl Nura die Mutter beschwört, dieses Gemetzel den kleinen Schwestern nicht anzutun. Sie stößt bei ihr auf taube Ohren. Man muss das Buch lesen, um zu begreifen, dass der Mutter in dieser Gesellschaft die Hände gebunden sind, dass sie glaubt, nicht anders handeln zu können. Trotz der schockierenden Beschreibung über die Beschneidung ist es ein optimistisches Buch und es lässt die Leserin mit der begründeten Hoffnung zurück, dass sich ganz langsam die Meinung der Menschen in Somalia über diesen entsetzlichen Brauch ändert. Auch Frauen wie Nura, die es wagen, sich offen dagegen aufzulehnen, tragen dazu bei.