Tränen der Sonne. Bevor ich an diesen Titel heran trat, traten sehr viele negative Ktitiken über diesen Film an mich heran. Zu Amerikanisch, Klicheehaft bis hin zu Kriegsverherrlichend etc...
Insofern betrachtete ich den Film beim ersten Mal recht zurückhalten, und wurde dem entsprechend sehr überrascht. Zwar ist die Kernhandlung nicht unbedingt Realitätsgetreu, fast zu verglichen wie die Rettungsaktion in "Der Soldat James Ryan", aber der Konflikt, in dem die Charaktere dadurch verwickelt werden, ist dafür umso mitreißender. Burce Willis, dem man gerne unterstellt, dass er sobald geballert wird in seine "Stirb Langsam"-Mine verfällt, stellt seinen Charakter angemessen und gut dar, sprich völlig überzeugend. Der moralische Ton des Films, der über das Wegsehen der Welt vor den kriegerischen Konflikten in Afrika handelt, ist keinesfalls aufdringlich, sondern, wie er sein sollte: aufrüttelnd.
Dies geschieht durch immer wiederkommende starke und tragische Szenen über die brutalen Folgen solcher Kriege. Die Handlung ist im Kern vielleicht unrealistisch(eine solche Rettungsaktion würde real wahrscheinlich nie durchgeführt werden), aber ihr Verlauf ist überzeugend. Die Marines sind eben nicht die Über-Soldaten, die mal eben im Dschungel aufräumen, sondern neben ihrer harten Tätigkeit mitfühlende und mitdenkene Wesen, das hat mir am Film am meisten gefallen, und erhebt "Tränen der Sonne" völlig zurecht über den 08/15 Film ala "ruft die Marines, hier muss aufgeräumt werden".
Der Film ist durchaus mit den heutigen Meisterwerk "Blood Diamond" zu vergleichen, man sollte aber den unterschiedlichen Blickwinkel beachten, da in "Tränen der Sonne" eher aus der Sicht eines Soldaten, und in "Blood Diamond" eher aus der Sicht eines Zivilisten erzählt wird.
Einen Punkt abzug gibt es aber wegen der Todesfälle zum Schluss. Zwar ist es ein Showdown, aber Zeitpunkt und die Art und Weise lassen diese zu sehr gewollt aussehen, ala "naja, ein oder zwei müssen draufgehen, sonst ist es nicht tragisch genug". Hier hätte man vielleicht cleverer inszenieren können. Nicht desto trotz, das macht den Braten auch nicht fett, ein allemal und immer wieder sehenswerter Film.
Noch dazu möchte ich sagen, das man für den Preis von 10 Euro hier zuschlagen sollte! Aus irgendeinen mir unbekannten Grund, rümpft man die Nase in Filmliebhaberkreisen über Steelbooks. Aber meiner Meinung nach sind Steelbooks die einheitlich edelste Variante, einen Film zu verpacken, und im Vergleich zu den Preisen anderer Steelbook-Edetionen, liegt einwandfrei ein Schnäppchen vor! Guter Film, um den Abend zu gestalten und eine edle Verpackung, um das Regal zu schmücken, was will man mehr?