Der neuste Bildband aus dem Verlag für moderne Kunst Nürnberg zeigt auf
noch nie da gewesene Art und Weise die skurrile Welt der Plastikhelden,
Actionfiguren und Manga Superstars. TOYGIANTS - eine Geschichte von
Supermännern und Bösewichten.
Dass Spielfiguren nicht ausschließlich für Kinder sind, beweisen die Fotografen Daniel
und Geo Fuchs gemeinsam mit Sammler Selim Varol in ihrem neuesten Bildband
TOYGIANTS, das Anfang April 2007 im Verlag für moderne Kunst Nürnberg erscheint. Es
sind Aufnahmen von Plastikfiguren aus Kinderzimmern, deren Comic-Helden längst zu
beliebten Sammlerstücken und Kunstobjekten geworden sind. Sammler Selim Varol ist
seit über 20 Jahren dem bunten Plastikspielzeug verfallen, seine Sammlung umfasst
derzeit mehr als 10.000 Figuren und ist somit eine der größten weltweit. In den 60er
Jahren ursprünglich als Alternative zu Puppenspielzeug für Jungen konzipiert, werden
die Actionfiguren heute zumeist in Asien hergestellt und international vertrieben. Original
verpackte Figuren aus den Anfängen bis in die frühen Achtziger werden mit bis zu über
3000 $ gehandelt.
Inspiriert und fasziniert von Varols Sammlung gewähren Daniel und Geo Fuchs nun mit
TOYGIANTS einen einzigartigen Blick in die skurrile, fantastische Zweitwelt dieser
Kunstobjekte. Nach der erfolgreichen Ausstellung im Museum Villa Stuck München 2006,
die vor allem politische Charaktere zeigte, bietet nun der aufwendig gestaltete Bildband
einen repräsentativen Ausschnitt aus dem breiten Spektrum an massenhaft gefertigten
Plastikhelden, darunter Gestalten wie Batman oder Quentin Tarantino, japanische
Manga-Superstars oder Designer-Vinyls, aber auch Osama Bin Laden oder Hitler.
Über drei Jahre arbeiteten Daniel und Geo Fuchs gemeinsam mit dem Sammler an der
Fotoserie. Sie inszenieren Köpfe und ganze Spielzeuggruppen. Es gelingt ihnen, den
Betrachter glauben zu lassen, im Gesicht von Batman, Superman und Hulk den
Idealismus eines Superheldens zu entdecken. Oder den abgekämpften, verbrauchten
Ausdruck im Gesicht eines Willis oder Stallones. Und die Grenzen zwischen Realität und
Fiktion verschwimmen nahezu komplett bei Porträts von Saddam Hussein oder Osama
Bin Laden. Die Künstler spielen mit ihren Sujets und stellen teils witzige, teils groteske
Bezüge her, bis die fast 1.000 Toys ein Eigenleben entwickeln, ein irritierendes «second
life». Und sie erzählen Geschichten, von Gut gegen Böse, von Superheld gegen
Bösewicht.
Die Fotokünstler Daniel (1966) und Geo Fuchs (1969) sind ein Paar, das seit 14 Jahren
zusammen arbeitet. Die Arbeiten der beiden sind seit 1995 in Ausstellungen zu sehen,
zuletzt unter anderem in der OMC gallery for contemporary art, Huntington Beach, CA.
Sie wurden mehrfach ausgezeichnet. In «Conserving» beispielsweise fotografierten
Daniel und Geo Fuchs den konservierten Tod: anatomische Relikte von Menschen und
Tieren aus naturhistorischen Museen. Drei Jahre lang folgten sie dann mit der Kamera
«Famous Eyes» - den Augen berühmter Kreativer wie Architekten, Designer
oder Schauspieler und formten daraus inszenierte Porträts.
Dieses Kunstbuch ist nicht zu vergleichen mit ähnlichen "Toy" Titeln
wie "Dot Dot Dash" oder "i am Plastic".
Absolutes muss für jeden Design, Kunst & Fotografie interessierten!