wer mit einer gewissen berechtigung meint, dass bill frisell und john scofield auf grund ihrer unterschiedlichen gitarrenarbeit wohl nicht gut miteinander können, kann sich hier eines besseren belehren lassen.
die faserschmeicheln hier, dass es nur so eine freude ist, auch wenn john scofield mitunter meint, etwas forschere töne anschlagen zu müssen. bill frisell lässt sich aber keineswegs provozieren und kontert mit dem, was er am besten kann, nämlich auf ziemlich lässige und unauffällige art und weise kaum nachspielbares daherzuzupfen...
unauffällig und unverzichtbar arbeitet peter erskine an den drums und obwohl diese session federführend unter dem bassisten marc johnson geführt wird und dann auch noch "bass desires" heißt, muß man hier keine unausgewogenheit in richtung der tiefen töne befürchten.
technisch perfekter kammerjazz, handwerklich vom feinsten, musikalische aufreger muss man natürlich anderswo suchen, das hier passt zum sonnenuntergang am meer genausogut wie zu hedonistischem bügeln oder auch zu rotweinvernichtungen...
wie halt immer bei ECM wird hier fluffiger schönjazz in künstlerischer vollendung geboten, der erzeugte raum ist beinahe virtuell begehbar, die instrumente stehen am richtigen platz und haben die richtige größe.
klasse zeug, vielleicht könnte man dann und wann auch ein wenig mutiger gas geben und den gummi rauchen lassen. das ist aber nur meine meinung und rechtfertigt keinen sterneabzug, schon gar nicht in anbetracht des geforderten preises.
...und dazu sind die lieben pappcovers der touchstone edition (wie kleine LP'S) sowieso viel klasser als die plastikkoffer...