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Totsein verjährt nicht: Roman
 
 
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Totsein verjährt nicht: Roman [Gebundene Ausgabe]

Friedrich Ani
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Paul Zsolnay Verlag Ges. m.b.H.; Auflage: 3 (27. Juli 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3552054707
  • ISBN-13: 978-3552054707
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 320.800 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Friedrich Ani
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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Friedrich Ani ist ein Moralist. Schon in seinen letzten beiden Romanen über den Münchner Ermittler und Ex-Mönch Polonius Fischer ging es Ani eher um das Aufzeigen menschlicher und gesellschaftlicher Abgründe als das lineare Abarbeiten an einem Kriminalfall. Mit "Totsein verjährt nicht" übertrifft der 50-jährige Autor sich jedoch selbst: Nicht nur, dass Fischers Freundin von zwei Jugendlichen drei Tage lang festgehalten und gefoltert wurde, weil der eine dem anderen "das Leben erklären" wollte. Fischer muss auch eine Mutter vernehmen, die ihren fünfjährigen Sohn erdrosselt hat: "Der wollt nicht still sein, wollt mir nicht gehorchen". Und dann ist da noch der eigentliche Fall: das Verschwinden einer 9-Jährigen vor sechs Jahren, für deren Ermordung ein geistig Behinderter verurteilt wurde, obwohl nie eine Leiche gefunden wurde. Fischer zweifelt an der Schuld des Mannes und wühlt den alten Fall zum Ärger seiner Kollegen noch mal auf. Und auch hier begegnet er lauter egoistischen, skrupellosen Menschen ... Man könnte schon den Kopf schütteln über so viel Pessimismus und Schwarzmalerei. Doch leider beschleicht einem beim Lesen nie das Gefühl, eine verzerrte Wahrheit präsentiert zu bekommen. Im Gegenteil, Anis Figuren wirken real, alle drei Szenarien erscheinen durchaus möglich. Sein Protagonist Fischer, dessen Unruhe die Struktur des Romans vorgibt und der fast zerbricht an dem Elend, dass ihm vor Augen geführt wird, ist eher die Ausnahme: Alle anderen leben trotz erdrosseltem Kind und unschuldig Verurteiltem ihr Leben weiter. Ein bisschen erinnert "Totsein verjährt nicht" an eine Tageszeitung: Morgen für Morgen liest man auf unzähligen Seiten vom Chaos auf der Welt - um anschließend hinauszugehen in den Alltag, einzukaufen, arbeiten zu gehen, Freunde zu treffen. (jul)

Pressestimmen

"Vor dem Hintergrund des realen Schicksals gewinnt dieser spannende Roman doppelt an Brisanz." Volker Isforth, Abendzeitung, 02.09.09 "Stilistisch brillant jagt Ani seine Leser durch menschliche und rechtliche Zwickmühlen." Brigitte, 12.08.09 "Stilsicher, einfühlsam und erschütternd erzählt (...) meisterhaft." Tobias Gohlis, Focus, 14.09.09 "Einer der besten Krimischriftsteller im Lande." Petra Pluwatsch, Kölner Stadt-Anzeiger, 15.08.09 "Ein großartiger Krimi mit langem Nachhall beim Leser!" Maike Jacobs, Neue Presse, 24.10.09 "Er widmet sich den Verlorenen, Verschwundenen, Vermissten, denen, die wenig beachtet sind, Menschen am Rande - der Gesellschaft, ihrer Existenz, ihrer Kraft. (...) Ein leises Buch. Ein starkes Buch." Siegener Zeitung, 7.10.09 "Anis Roman ist voller eindrücklicher, filmischer Szenen, seine Sprache ist poetisch mit kleinen, verzeihbaren Ausrutschern ins Gefühlige, und dennoch stark und kräftig und eindeutig. Seine fein ziselierten, sensiblen Charakterzeichnungen gehen weit über das hinaus, was man vom Krimigenre gewöhnt ist." Georg Patzer, Mannheimer Morgen, 18.09.09 "Wer einen Stadtplan Münchens besitzt, sollte ihn beim Lesen in die Nähe legen, denn die genauen Beschreibungen des Autors lassen den Leser die Wege des Kommissars Fischer hervorragend mitverfolgen." Fränkische Nachrichten, 31.10.09 "Ani ist ein Kategorie für sich. Seine aus allen Rahmen fallenden Figuren faszinieren." Ingeborg Sperl, Der Standard, 5.12.09

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Das neue Buch von Friedrich Ani ist der dritte Kriminalroman, den der meiner Meinung nach beste deutsche Kriminalautor mit seinem Kriminalkommissar Polonius Fischer aus dem Münchner Dezernat 111 vorlegt, in dem schon seine berühmte andere Romanfigur Tabor Süden arbeitete.

Früher war er ein Mönch, der irgendwann seine Kutte ablegte und sich bei der Polizei bewarb. Seiner in diesem Buch schwer verletzten Lebensgefährtin Ann Kristin ( sie arbeitet als Taxifahrein und ist von vier Männern nur so zum Spaß brutal zusammengeschlagen worden und liegt im Koma) beschreibt er diese Zeit zum ersten Mal ( und damit auch dem Leser der bisherigen Bücher):
"Aber ich war nicht anwesend in mir. Und niemand, der nicht in sich selbst anwesend ist, ist anwesend in der Welt. Ich stellte mich bloß dar. Kannst du dir den Schrecken vorstellen, die einen Menschen heimsucht, wenn er eines Nachts sein wahres Empfinden und Denken begreift ? Dieses Ausmaß von Gottesferne ist ungeheuerlich. Das ist, als hätte dich jemand im Weltall ausgesetzt und dein Atem bestünde aus Nägeln, und jeder Atemzug reißt noch tiefere Wunden in deine Einsamkeit. Das Schweigen Gottes, also das Schweigen der Liebe brachte mich fast um. Ich hörte auf zu essen, zu trinken, ich hörte auf zu beten, ich verließ meine Zelle nicht mehr."

Es ist diese tiefe Reflexionsarbeit, die auch das vorliegende Buch von Ani auszeichnet, und es hinter der Oberfläche zu einer anstrengenden, stellenweise quälenden Lektüre macht, die einen nicht unbeteiligt lassen kann. Er mutet auch mit dem neuen Fall seinen Lesern nichts anderes zu, als die ungeschönte, grausame und sinnlose Wirklichkeit. Auch in Totsein verjährt nicht" gibt es Textpassagen, bei deren Lektüre man über die Kälte der Menschen, die dort beschrieben wird, verzweifeln und laut aufschreien könnte. Und doch gibt es auch immer wieder wunderbare Stellen, Lieder der Hoffnung sozusagen, doch sie werden nicht zu Ende gesungen. Sie enden dissonant, weil die Welt so ist.

Der Fall, um den es dieses Mal geht, basiert auf einem realen Fall, dem Verschwinden der kleine Peggy aus Oberfranken im Jahr 2001.
Im Buch heißt das Mädchen Scarlett und es fehlt seit sechs Jahren von ihm jede Spur. Jonathan, geistig zurückgeblieben, wurde wegen Mordes an dem Mädchen zu lebenslanger Haft verurteilt, obwohl es keine Leiche gab und der junge Mann später sein Geständnis widerrufen hat. Bis zum höchsten bundesdeutschen Gericht wurde das Urteil bestätigt.

Nun, 2008, glaubt ein ehemaliger Mitschüler von Scarlett, diese auf dem Münchner Marienplatz gesehen zu haben und schreibt Polonius Fischer einen Brief. Der greift, -wie gesagt, seine Frau wurde gerade lebensgefährlich verletzt-, diesen Fall wieder auf, ermittelt gegen den Willen seiner Vorgesetzten, und er entdeckt die schwersten Ermittlungsfehler und Vertuschungen.

Friedrich Ani schreibt einfach brillant, er zwingt seinen Leser zur Auseinandersetzung mit einer harten, einer brutalen und ungerechten Realität. Und er hört nicht auf, an die Menschlichkeit, an die Liebe (an Gott? ) zu glauben, auch wenn er seine Zweifel so heftig äußert, dass es schmerzt. Ja , seine Bücher sind keine leichte und angenehme Lektüre, sie tun weh, sind harter Lebenskampf. Dennoch möchte man gerne mehr davon haben. Nach dem ersten Buch der neuen Reihe um Polonius Fischer schrieb und dachte ich noch, sie würde auch zehn Bände umfassen, wie die um Tabor Süden. Doch Friedrich Ani will seinen ehemaligen Mönch verlassen. Er vermisst seine Vermissten, wie er sagt, und wird im nächsten Roman Tabor Süden wieder auferstehen lassen, der in Köln nach einer langen Tätigkeit als Kellner nun bei einer Detektei angeheuert hat und außerhalb der Polizeistrukturen als Freelancer agiert.

Traurig über den Verlust von Polonius Fischer, der mir mit seinem Tiefgang ans Herz gewachsen war, freue ich mich schon jetzt auf das neue Buch.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Steffi
Format:Gebundene Ausgabe
Vor sechs Jahren ist die achtjährige Scarlett Peters spurlos verschwunden. Nach langen Ermittlungen hat man schließlich einen 24-jährigen, geistig zurückgebliebenen Mann zu lebenslanger Haft verurteilt. Komissar Polonius Fischer wurde damals der Fall entzogen. Er zweifelt bis heute an der Schuld des Verurteilten. Nun meldet sich ein Junge bei ihm, der behauptet, Scarlett gesehen zu haben. Die Nachricht lässt Fischer keine Ruhe - er rollt den Fall wieder neu auf.
Auf gewohnt eindringliche und schonungslose Weise erzählt Ani von menschlichen Abgründen und der harten gesellschaftlichen Realität. In diesem Krimi hat Kommissar Polonius Fischer auch privat ein schweres Kreuz zu tragen: Seine Lebensgefährtin wurde auf einer Taxifahrt ausgeraubt, schwer verletzt und kämpft nun im Krankenhaus ums Überleben. Und so ist das Rätsel um die kleine Scarlett nicht der einzige Fall, mit dem sich das Dezernat 111 beschäftigt, sondern nur ein kleiner Teil ihres harten und kräftezehrenden Polizeialltags.
Die Verflechtung der verschiedenen Fälle führt dabei keineswegs zu einer verminderten Spannung. Im Gegenteil, Friedrich Ani gelingt es wieder voll und ganz, ein klares und ehrliches Bild des menschlichen Wesens und seiner dunklen Seiten zu skizzieren, das den Leser gleichermaßen schockiert und fasziniert - und bis zum Ende des Buches in Bann zieht.

Wofür eignet sich der Roman:
Für alle, denen es beim Lesen eines Kriminalromans nicht nur um das "Whodunit" geht, sondern die auch hinter die Fassade der Menschen blicken wollen und Freude daran haben, einem ernsten und philosophischen Kommissar bei der Arbeit über die Schultern zu schauen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wo ist Scarlett? 22. Februar 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Atemlose Spannung bietet der neue Krimi um Hauptkommisar Polonius Fischer, dem ein realer Fall zugrunde liegt. Der Fall ging vor Jahren unter großer Anteilnahme durch die Presse.

Die achtjährige Scarlett wird auf dem Nachhauseweg von der Schule zum letzten Mal gesehen. Der vierundzwanzigjährige geistig zurückgebliebene 'Jockel' Joachim Krumbholz, wird aufgrund zweifelhafter Beweise, des Mordes angeklagt und zu lebenslanger Haft verurteilt. Sechs Jahre nach dem Verschwinden des Mädchens, behauptet ihr Schulfreund Marcel, sie gesehen zu haben. Hat sich die Polizei geirrt. Ist Scarlett gar nicht tot? Und warum hat Scarlett's Mutter hat schon vor Jahren ein Grab auf dem Südfriedhof gekauft?

Polonius Fischer zweifelt an der Täterschaft Jockels.. Für ihn ist ein Mordfall, bei dem es keine Leiche gibt, nicht abgeschlossen.

Überschattet wird das Geschehen von Fischers persönlicher Not. Seine Lebensgefährtin Ann Kristin Seliger wurde überfallen. Man hatte die Taxifahrerin aus ihrem Taxi herausgezerrt und verschleppt. Erst drei Tage später wurde sie schwer misshandelt und halb bewusstlos in einem Abbruchhaus aufgefunden. Fischer bangt um ihr Leben.

Und ein weiterer Fall von Kindstötung beschäftigt das Kommissariat. Eine Mutter steht unter dringendem Verdacht , ihren fünf Jahre alten Sohn getötet zu haben

Ich mag die Figur des Polonius Fischer, dem Ex-Mönch, der mit dem Schweigen Gottes nicht zurecht kam., dem Mann, mit den Brüchen in seiner Biographie. Auch davon erfährt der Leser in diesem bereits dritten Band um Polonius Fischer mehr.

Ani kann sich gut in Menschen einfühlen, seine Figuren gewähren Einblicke in die menschliche Seele, bisweilen in Abgründe: Er fängt Stimmungen ein, zeichnet authentische Figuren - seine Charaktere leben.

Wofür eignet sich der Roman:
Friedrich Anis Krimi 'Totsein verjährt nicht' ist geeignet für einen herrlich langen Leseabend, eine gute Alternative zum langweiligen TV-Programm. Spannung mit einem Schuss Philosophie.

Meine Lieblingsstelle:
Vor lauter innerlichem Feiern vergaßen sie, die Kerzen auszublasen und den Kuchen zu essen. So vertrockneten und zerbröselten ihre Wünsche und Gedanken, und wenn sie es bemerkten, waren sie alt geworden. Vielleicht nicht alt an Jahren, aber ihr Übermut war gealtert wie ein Hund, und er folgte ihnen nicht mehr, er lag nur da, auf der Schwelle, und jeder Morgen flößte ihm mehr Angst ein, jedes Frühjahr machte ihn müder. Jeder Winter kälter.
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