O Gott, was ist da passiert? Kathy Reichs hat ein grausam schlechtes Buch auf den Markt geworfen. Es ist langweilig, schlecht geschrieben, die Handlung schleppt sich dahin (soweit man überhaupt von "Handlung" sprechen kann); die Story ist hanebüchen, die Charaktere bleiben blass, der Hintergrund ist unglaubwürdig gezeichnet, es gibt keine Auflösung, was die Knochenfunde in Israel betrifft, und eine sehr lahme Aufklärung der Morde in Kanada. Der sog. Showdown befriedigt auch nicht. Der schnoddrige Sprachstil ist eine einzige Katastrophe, die neckischen Sexszenen zwischen Brennan und Ryan sind so überflüssig wie ein Kropf.
Leider muss man bei einer Amazon-Kundenrezension mindestens einen Stern vergeben. Im Grunde kann ich selbst diesen einen Stern nicht verantworten; vielleicht für die Beschreibung des ersten Blicks, den Brennan (bei Mondlicht) auf Jerusalem wirft...
Auch Lektor und Übersetzer haben ausgesprochen schlechte Arbeit geleistet. (Was soll eigentlich der Terminus "Wiederauferstehung", bezogen auf Jesus Christus? Diesen Begriff gibt es überhaupt nicht. Vermutlich war "Auferstehung" gemeint...) Bei der Lektüre dieses stümperhaften Werkes vergeht einem die Lust auf mehr von Kathy Reichs - und wenn man sich die Kritiken zu den beiden Nachfolge-Büchern ansieht, sollte man auf den Kauf wohl besser verzichten. Liebe Damen Reichs, Cornwell, Grimes, George: Man kann eine Serie auch überstrapazieren. Also bitte: aufhören, wenn's am besten gelingt und ankommt, und mit neuen Charakteren, neuen Handlungsmustern, einem neuen Blickwinkel, vielleicht auch mit einem ganz neuen Genre weitermachen! Andere Vielschreiber wie Agatha Christie oder Edgar Wallace haben vorgeführt, wie das funktioniert. Dabei hatte auch Christie Serienhelden, aber sie ritt eine "Masche" niemals zu Tode, sondern wechselte zwischen Poirot, Marple, Tommy & Tuppence hin und her und schrieb erfrischenderweise auch Kriminalromane, in denen keiner dieser Seriendetektive eine Rolle spielte. Die Leser haben es ihr gedankt!