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Ein weiteres Zitat: "Viele Intellektuelle haben geradezu einen (heimlichen) Ekel davor, mit all den anderen "Massenmenschen" um einen Job konkurrieren zu muessen. Deshalb sehnen sie sich oft zurueck noch autoritaeren Gesellschaften, wo der Gebildete und der Vornehme des Geistes, der Haltung und des Standes "automatisch" zur angesehenen Fuehrungsschicht gehoerte; oder, wenn ein Zurueck nicht moeglich oder aus ideologischen Gruenden nicht erwuenscht ist, dann arrangiert man sich lieber mit Despotien, wo wenigstens der Parteiintellektuelle und der Indoktrinationsgehilfe mehr gilt als die Herden der Planerfueller. Dass stattdessen in der Marktwirtschaft die "Hersteller des Plunders fuer die Massen" zur obersten Einkommensschicht zaehlen, erfuellt die Gebildeten mit Abscheu. Hinter dieser "edlen Gesinnung" steckt in Wirklichkeit eine tiefe Verachtung fuer die "Massenmenschen" der Neuzeit, sowie die Furcht und Weigerung, sich mit ihnen messen zu muessen."
Wirklich intellektuelle Treffer! Dieses Buch hat gerade in Deutschland, vor dem Hintergrund erodierender Sozialsysteme sowie die Oekonomie laehmende Staatsapparate und Steuersysteme, hohe Aktualitaet. Dieses Buch werde ich ab jetzt allen schenken, die immer reflexartig antikapitalistische Positionen herunterbeten und sich dabei unverstaendlicherweise ueberlegen fuehlen.
Primäres Ziel Baaders ist es, die Freiheit der Menschen und ein Denken in Freiheit zu verteidigen, wobei er sich hier besonders an die junge Generation wendet, deren Lebensgrundlagen und -perspektiven durch borniertes und nicht nachhaltiges Handeln einer sich immer wichtiger nehmenden und lobbygesteuerten Politklasse zunehmend erodiert werden. Baader verdeutlicht wirtschaftliche Zusammenhänge, nennt die Erfolg versprechenden Handlungsmuster zur Erzielung dauerhafter Wohlstandserfolge und kritisiert die deutsche Vollkaskomentalität und das Denken in Umverteilung statt Selbstverantwortung.
Partikularinteressen, bürokratische Regelungswut und die Untergrabung der Familie als Identitätsstifter nennt Baader als Teilaspekte des bundesdeutschen Niedergangs. Er beschreibt ein Land das zu lange von seinen Nachkriegserrungenschaften gezehrt hat und nun an einem Scheideweg angekommen ist. Hauptgrund dafür ist die Ausbildungsmisere, durch welche an den geisteswissenschaftlichen Fakultäten deutscher Universitäten so genannte Intellektuelle" ausgebildet werden, während die produktiven naturwissenschaftlich-technischen Fakultäten unterrepräsentiert sind. Gut arbeitet der Autor dabei den Aspekt der Neidgesellschaft heraus.
Deutschland fördert unternehmerisches Denken nicht etwa, sondern baut immer mehr Hürden auf, um den Selbständigen ihr Tun zu verleiden und sie ins Ausland abdrängen. Basis dafür ist die Arroganz der politisch Mächtigen gegenüber dem reinen, verhassten Gewinnstreben, das keine idealistische Theorieummantelung zulässt. So werden Zukunftstechnologien -wie die Gentechnik- einseitig ausgelegt, Gefahren aufgebauscht und Chancen kleingeredet. Die Massenarbeitslosigkeit erschreckt die Mächtigen kaum noch, sie ist zur Gewohnheit verkommen, die unabwendbar scheint. Ohne schlechtes Gewissen verfolgt die "Elite" ihre Starrsinnshaltung gegen Freiheit des Individuums, Leistungsgerechtigkeit und Marktwirtschaft. Die eigene Unfähigkeit selbstverantwortlich zu handeln zwingt sie dazu anderen ihren Erfolg zu missgönnen und abspenstig zu machen.
Baader legt ein Buch mit Ecken und Kanten vor. Es liest sich wie ein Manifest zur Stärkung und Revitalisierung des marktwirtschaftlichen Denkens eines Ludwig Erhard. Mit seinem leider oft recht polemischen Schreibstil gewinnt das Buch allerdings nicht. Es hebt sich jedoch erfreulich von der "Christiansen-Isierung" der politischen Landschaft ab. Der Resch-Verlag bestätigt damit seine bedeutende Rolle in der Edition gesellschafts- und wirtschaftspolitischer Sachbücher.
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