Wie tief er gesunken ist ' finanziell und auch alkoholisch ' wird dem Schriftsteller Strömberg bewusst, als er eines Morgens in einem frisch ausgehobenen Grab aufwacht. Als wäre das nicht an sich schon unangenehm, liegt auch noch ein Toter auf ihm, der genauso wenig in das Grab gehört wie er, denn es handelt sich um eine 'illegal entsorgte' Leiche. An der Situation findet er wenig Gefallen, dafür umso mehr an Hauptkommissarin Anette Schwarz, die den Mordfall untersucht. Da Schriftsteller nun mal gern alles Erlebte in Worte fassen, fühlt Strömberg sich dazu hingerissen, einen Kriminalroman zu schreiben. Um zugleich sein Finanzloch zu stopfen, sucht er im Internet jemanden, der ihm Geld dafür zahlt, dass er in dem Krimi eine Rolle bekommt. Die Dame, die das Angebot wahrnimmt, schickt ihm E-Mails, die darauf schließen lassen, dass sie einiges weiß über den Fall, in den Strömberg selbst verwickelt ist ...
Die eigentliche Hauptrolle in Herbert Friedmanns anspruchsvollem Kiezkrimi spielt ein Berliner Bezirk: einst "Roter Wedding" genannt, ist er heute ein sozialer Brennpunkt, an dem Gewalt an der Tagesordnung ist. Friedmann hat mit Strömberg einen erstklassigen Zeitzeugen kreiert, der akribisch alles notiert: Gedankengänge, Beobachtungen und Bonmots. So ist "'Toter Wedding" nicht nur ein faszinierender Kriminalroman, sondern auch die realistische Studie eines sozialen Abstiegs.