Man wird einerseites unverblümt mit jenen Lebensumständen konfrontiert, mit denen Frauen in dieser Welt Tag für Tag zu kämpfen haben: eine streng gläubige Gesellschaft, Isolation, Unterdrückung, Verbote wohin das Auge reicht...
Was für mich aber auch sehr interessant ist und leider in solchen Romanen oft vergessen wird (hier allerdings nicht), ist die Rolle des Mannes! Man wird Zeuge einer Kluft die sich hier auftut, nämlich der Zwiespalt zwischen Religion (Koran) und Tradition auf der einen Seite - Emotion, Verstand, Gefühl auf der anderen Seite. Es wird vermehrt deutlich, das sich die traditionellen Lehren des Koran, immer schwieriger in das heutige Leben übertragen lassen (vorallem jene Teile, die den Umgang zwischen Mann und Frau regeln).
Was diesen Roman zusätzlich noch sehr lebendig macht, ist die Tatsache, dass die Autorin Zoe Ferraris, dieses Buch nicht nur allein auf Recherchen aufgebaut hat, sondern auch auf eigene Erfahrungen zurückgreifen kann. Ferraris hat über ein Jahr in einer streng gläubigen Gemeinde in Dschidda gelebt, wo sie mit einem Moslem verheiratet war. Umso mehr spürt man hier ihre eigenen Eindrücke über Land, Leben, Kultur und Religion.