Laos im Sommer 1977. Dr. Siri ist vor kurzem 73 geworden und findet sich immer besser mit den Erkenntnissen zurecht, die seine schamanische Herkunft betreffen. Ob damit allerdings auch das äußerst seltsame Verhalten von Tieren, die sich in seiner Nähe aufhalten, zu erklären ist, hat Dr. Siri Paiboun noch nicht lösen können. Da kommt ihm ein neuer Auftrag nicht ganz ungelegen. Dieser führt den einzigen Pathologen Laos', begleitet von seiner Assistentin Dtui, in die abgelegene Provinz Houaphan, allerdings ahnen die zwei nicht, was dort eigentlich auf sie wartet.
In der Zwischenzeit passt der am Down-Syndrom erkrankte Assistent Geung, wie versprochen, auf die Pathologie auf. Als jedoch zwei uniformierte Männer auftauchen und auf den nichts ahnenden Geung schießen, ahnt dieser nicht, welche Kräfte ihn dieses Versprechen kosten wird.
Siri und Dtui erfahren, am Zielort angekommen, was sie nach Houaphan führte. Aus der frisch betonierten Straße, die zum Haus des Präsidenten führt, ragt ein Arm. Die zwei sollen klären, wie die Hand in den frischen Beton kommt und wessen Hand es eigentlich ist. Da in wenigen Tagen ein großer Staatsakt stattfindet, ist Eile und höchste Diskretion gefragt. Die zwei stellen fest, dass nicht nur eine Hand im Beton steckt, sondern eine mumifizierte Person, die scheinbar niemand kennt. Schnell deutet alles auf ein Gewaltverbrechen hin, doch auch höhere Kräfte scheinen am Werk gewesen zu sein. Und dann wird Siri auch noch seine Assistentin abgezogen und so stehen alle drei Teammitglieder ganz alleine da, jeder vor einem eigenen großen Abenteuer...
"Totentanz für Dr. Siri" ist der dritte Teil der Reihe rund um den laotischen Pathologen Dr. Siri Paiboun und sein Team Dtui und Geung. In dieser Geschichte ist jeder der drei auf sich und seine Fähigkeiten gestellt und muss sich unterschiedlichsten Aufgaben stellen. Aber so bekommt der Leser tiefe Einblicke in die einzelnen Protagonisten und lernt diese von ganz neuen Seiten kennen.
Colin Cotterill hat noch eine Schippe draufgelegt, was den Humor betrifft, kaum eine Seite vergeht, auf der man nicht breit grinsen muss. Mit viel Respekt erzählt er von Laos am Ende der 70er Jahre, seinen Bewohnern und ihren Problemen. Der Mordfall, den es diesmal zu lösen gilt, verspricht viele offene Rätsel und verlangt alles von Dr. Siri ab. Außerdem wird er jede Nacht von infernalischer Popmusik um den Schlaf gebracht, doch nur er hört diese Musik, wieso? Sprachlich weiß der Autor, aber auch der Übersetzer Thomas Mohr, zu begeistern und schreibt wunderbar tiefsinnig, geistreich und immer wieder sehr sehr lustig. Colin Cotterill schafft eine ganz besondere Atmosphäre und reißt seine Leser von der ersten Seite bis zur letzten Seite mit. Hoffen wir, dass Teil 4 nicht allzu lang auf sich warten lässt.
Dr. Siri, eine kurzweilige Reihe, die mit ihren ausgefallenen Charakteren und Laos als Schauplatz zu begeistern weiß.