Einen Totentanz zeichnet und malt Bernt Notke in Lübeck im Jahr 1466 in Silke Urbanskis und Michael Siefeners neuestem Roman. Er ist weder zünftig noch aus Lübeck und so hat er bereits eine ganze Menge Menschen in der Stadt gegen sich. Außerdem sind auch bei Weitem nicht alle mit der gleichmacherischen Darstellung in der großen Bilderfolge einverstanden, die Kaiser, Könige, Päpste, Kardinäle, Bischöfe, Ratsherren, Kaufleute, Männer, Frauen und Bettler auf eine Stufe stellt und einige meinen überhaupt, dass Kirchen nicht zu ausgeschmückt gehören. Und die häufige Darstellung des Todes lässt viele darüber hinaus auch noch an Teufelsanbetungen denken. Was sich verstärkt, als ein Teufel aufzutauchen scheint und um die Kirche herum allerlei Leute tötet.
Ein überzeugender historischer Kriminalroman mit einem hilfreichen Glossar und einer erhellenden Darstellung des fraglichen Totentanzes am Ende. Die Charaktere sind ansprechend und glaubwürdig gezeichnet und lassen die Handlung wirklich lebendig werden wenn auch ein, zwei Nebencharaktere nur sehr nebenbei gezeichnet erscheinen gewissermaßen als Skizzen aufs Papier geworfen. Wirklich lesenswert.