Wer nach Mc Grews Roman "Eiskalt" einen ähnlich rasanten Thriller erwartet, wird mit "Totenstill" sicher enttäuscht werden.
Handlung, Protagonisten und Handlungsort stehen in starkem Gegensatz zum ersten Buch des Autors. In einem kleinen Ort verschwinden zwei Kinder, hinterlassen dabei eine von Albträumen geplagte Mutter und fordern einen alternden Polizeichef dazu heraus, das Rätsel zu lösen. Eine nicht gerade originelle Idee. 572 Seiten lassen eigentlich eine intensive Beschreibung der Hauptakteure erwarten, doch es bleibt alles nur oberflächlich. Audrey wandelt geisterhaft und unwirklich durch das Buch und bleibt ohne Konturen. Dagegen erstrecken sich albtraumhafte Visionen der verzweifelten Mutter teilweise über einige Seiten. Kommt dann bisweilen doch einmal Spannung auf, wird diese schon einige Passagen weiter wieder aufgelöst. Die Aufdeckung des Täters und die Entdeckung des Zwecks der Entführung kommen dann auch ziemlich unspektakulär und auch nicht ganz überraschend daher. Einzig der zweite Neben-Handlungsstrang- bei dem es um die todkranke Frau des Ermittlers geht- und das lange Finale, welches dann doch wieder ein bißchen an "Eiskalt" erinnert, machen das Buch lesenswert.