Als historisch interessierter Albanien- und Kosovo-Reisender wollte ich nähere Erkenntnisse über die "21. Waffen-Gebirgs-Divison der SS - Skanderbeg" gewinnen. In Diskussionen vor Ort wurde diese Truppe als Phantom bezeichnet, ihre tatsächliche Existenz gar in Frage gestellt und begangene Kriegsverbrechen der "13. Waffen-Gebirgs-Divison der SS - Handschar" oder anderen Kampfverbänden zugeschrieben......
......dies war der Grund für die Bestellung des 29,90 Euro teuren 376seitigen Buches aus dem als "publizistischen Leitverlag im Dunstkreis des Rechtsextremismus in der Steiermark" (so die grüne Landtagsabgeordnete Edith Zitz) in Verruf geratenen Ares Verlag.
In fünf Teilen bekommt der Leser tatsächlich einen Eindruck über den Aufbau und Gliederung der sechs Divisionen der Gebirgstruppe der "Waffen-SS" und ihre Einsätze in den Kriegsjahren 1942-1945. Im Brennpunkt der Ereignisse stehen wiederholt die aus "Volksdeutschen" aufgestellte "7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Divison - Prinz Eugen" und "SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS", der aus Siebenburgen stammende Artur Phleps. Zur Chronik des Kriegsjahres 1944 gibt es jeweils einen Beitrag "Der Grossmufti von Jerusalem" und "Himmlers Muselmanen". Das Thema der einzelnen Kapitel wird durch zahlreiche "schriftliche Befehle", militärische Organigramme, Fernschreiben, Werbeplakate, Abzeichen und Schwarzweissfotos und Berichte, auch von sogenannten "Divisions-Imanen" visualisiert. Eine Vielzahl von Fussnoten, eine zehnseitige Bibliographie einschlägiger Literatur und ein abschließendes Namensverzeichnis sollen den Habitus einer wissenschaftlichen Arbeit vermitteln.....
.....tatsächlich lässt das Buch jedoch jegliche kritische Distanz vermissen. Besonders die Bildtexte und Einsatzberichte lassen unverhohlene Sympathien für die "Leistungen der kämpfenden Truppe im antibolschewistischen Banden- und Partisanenkampf" erkennen. Kritik oder Entsetzen wird vornehmlich in Bezug auf die Gräuel der Ustascha oder die Disziplinlosigkeit und den "geringen Einsatzwert" der Albaner geäußert. Zu einer Relativierung von Kriegsverbrechen der Waffen-SS werden aus dem Zusammenhang gerissene Zitate der Alt-Bundeskanzler Konrad Adenauer (Seite 9) und Helmut Schmidt (S. 127) bemüht, die dem Vorwort, bzw. dritten Teil genauso vorangestellt werden wie der Wortlaut des "Diensteides", eines Kampfliedes und Parolen Himmlers an anderer Stelle.
Das unter dem plakativen Titel "Totenkopf & Edelweiß" erschienene Buch des ehemaligen Zeitsoldaten (und als "Nestor der Geschichtsschreibung der deutschen Gebirgstruppe" bezeichneten) Roland Kaltenegger sollte nach timediver®'s Dafürhalten nur erwachsenen, in ihrer Persönlichkeit gefestigten Lesern zugänglich gemacht werden. 2 Amazonsterne für den höheren Informationswert gegenüber wikipedia.