Sinje Becks Dritter glänzt vor allem durch sprachliche Eleganz. Ihre Hauptfigur Heiner Himmel hangelt sich als Aushilfbestatter durchs Leben, als Tankwart und Mädchen für alles. In diesen Funktionen begegnet er dem skurillen Provinzcharme des Siegerlandes, für den die Autorin ein waches Auge und eine scharfe Feder hat. Ganz nebenbei entwickelt sich eine düstere Krimihandlung rund um verschwindende Gebeine - und eine Liebesgeschichte für den Solohelden. Ein unerwartet furioser Showdown scheint die gesamte Trilogie der Autorin abzuschließen. Blinde Action erwartet man in diesem Band jedoch vergeblich. Stattdessen liefert die Autorin ein zartes Gewebe aus Lokalkolorit und der Innenschau eines geborenen Verlierers. Sehr lesenswert.