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Kundenrezensionen

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VINE-PRODUKTTESTERam 7. Oktober 2012
In dem wunderbaren Film "Tanz der Vampire" von Roman Polanski, gibt es eine Stelle in der Polanski als Alfred seinem Professor Abronsius aus einer wissenschaftlichen Schrift über Vampire sinngemäß vorliest: "Man kann sie nicht, bzw. sie sich selber auch nicht, in einem Spiegel sehen." "Das würde ich gerne sehen" sagt daraufhin der Professor. Worauf Alfred, in diesem unnachahmlich einfältigen Tonfall erwidert: "Aber man sieht ja gar nichts!"

Warum ich im Zusammenhang mit Tana French's "Totengleich" auf diesen, für mich besten, Vampirfilm gekommen bin? Das Spiegelbild, bzw. die Reflektion spielt eine wichtige Rolle in diesem Kriminalroman, der eigentlich gar keiner ist. Der gewaltsame Tod einer jungen Frau ist hier nicht Selbstzweck um die Mühlen erfolgreicher Genreliteratur in Gang zu setzen. "Totengleich" ist ein, fast altmodisch anmutender, epischer Roman, ganz in der Tradition großer irischer Erzähler.

In einem verlassenen Cottage irgendwo im Niemandsland um Dublin wird die Leiche der Studentin Lexie Madison gefunden. Die Ähnlichkeit mit der Polizistin Cassie Maddox ist verblüffend. Die Tote gleicht der jungen Beamtin aufs Haar. Noch merkwürdiger allerdings ist, das Cassie vor einigen Jahren unter diesem Pseudonym verdeckt ermittelt hat. Mittlerweile sind Deckname und Einsatz aber längst ad acta gelegt. Wer also ist die Tote wirklich, die sich hinter diesem Scheinnamen verborgen hat? Des Rätsels Lösung scheint in der alten Villa zu liegen, die das Mädchen mit vier Kommilitonen bewohnte. Cassie beschließt noch einmal in die Rolle der Lexie zu schlüpfen um das Geheimnis zu lüften.

Immer wieder kommt die Autorin auf den Begriff "Spiegel" zurück. Liegt die "Schuld auf seltsam spiegelverzerrte Weise" beim Opfer selbst. Muss der Fall geklärt werden, damit "nicht ein gewaltiges spiegelkabinettartiges Chaos" über das Leben Cassies hereinbricht. Wie dem Irrgarten entkommen, der sich "wie ein höhnisch verzerrtes Spiegelbild in einem unheimlichen Vexierspiegel" ausbreitet. Für Cassie gleicht der Fall gar einem Möbiusband. In die Rolle der Toten geschlüpft, fällt ihr die Orientierung schwer. Im Innern der Villa umgeben von Menschen, die ihr ans Herz wachsen, verblasst das Außen, vereint sich mit dem Innern. Ihr Spiegelbild gleicht sich dem Fremden an. Verschmilzt. Wird eins.

Klingt verwirrend? Ist es keineswegs. French breitet die Handlung weitschweifig aus, lässt alles langsam voran schreiten. Bis Cassie als wieder auferstandene Tote in die Villa einzieht, vergehen fast 200 Seiten. Kein Problem bei einem über 700 Seiten starken Epos. Viel Zeit um sich in den Charakter und die Umstände Cassies einzufühlen, ehe aus ihr Lexie wird. Sicher ein wenig langatmig, aber dennoch gut. Gemütlich. Sätze die Bilder ausbreiten wie längst vergessene schöne Erinnerungen.

In der Villa kommt die psychologische Komponente dann noch stärker zum Tragen. Vier fesselnde Figuren warten auf Cassie/Lexie und den Leser. Daniel, der "Übervater" und Erbe des Anwesens. Abby, seine Vertraute und Fels in der Brandung. Rafe, der schöne Verführer mit dem dunklen Hang sich selbst und andere zu verletzen. Justin, das scheue Reh mit der Neigung zu Hysterie und Hypochondrie. Vier Charaktere wie aus der viktorianischen Ära, die dieses Zeitalter wiederaufleben lassen. Plauderstunden am Kamin, literarische Streitgespräche (alle vier studieren Literaturwissenschaften), Kartenspiele nach dem Abendessen, Hausarbeit und Handarbeiten. Die Villa mag geographisch außerhalb der Zivilisation liegen, kulturell ist sie ihr weit überlegen. Elektronische, mediale oder Fiskale Errungenschaften sind nicht wichtig, gelten nichts. Die Menschen treten in den Vordergrund. Weitere 500 Seiten, die der Leser wie einen Spiegel vorgehalten bekommt um sich Zeit zu nehmen das Bild darauf in allen Einzelheiten zu betrachten. Nuancen zu erkennen, Feinheiten aufzuspüren, hinter die Oberfläche zu blicken.

Cassie gelingt am Ende der Blick hinter die Spiegel. Sie löst das Rätsel, findet sich selbst wieder und hinterlässt ein Abbild dessen, was Leben sein kann, wenn es nicht totengleich ist.
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am 1. Januar 2011
Tana French hat eine unheimliche Begabung zum Schreiben. Durch ihre bildhafte Sprache schafft sie es, eine dichte Atmosphäre zu schaffen, die es ermöglicht, über einige Längen des Buches hinwegzusehen.
Nicht hinwegsehen kann ich allerdings über die etwas zu konstruierte und unglaubwürdige Geschichte: Eine Undercover-Agentin schleust sich in die WG einer Ermordeten ein, die ihr zum Verwechseln ähnlich sieht, um so dem Täter auf die Spur zu kommen. Die WG'ler werden als Menschen beschrieben, die einen sehr nahen Kontakt und Umgang miteinander pflegen und doch merkt keiner, daß sich eine fremde Person in ihr Leben geschlichen hat?
Ich hoffe beim nächsten Buch auf eine etwas bessere Story, denn wie gesagt: Schreiben kann sie!
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TOP 500 REZENSENTam 25. August 2009
Eine junge Frau wird ermordet aufgefunden. Eigentlich ein "ganz normaler" Mordfall, doch sie sieht der Ermittlerin Cassie Maddox so ähnlich, dass ihre Vorgesetzten beschließen, den Mord zu verschweigen. Sie beauftragen Cassie damit, im früheren Umfeld des Opfers, einer Studenten-Wohngemeinschaft zu ermitteln.
Schon der erste Blick auf das fast 800 Seiten dicke Buch lässt ahnen, dass es sich hier um einen Krimi handelt, der einen etwas länger beschäftigen wird und den man nicht mal so eben nebenbei lesen kann. Nebenbei gelesen zu werden, ist etwas, dass dieses außergewöhnliche Buch absolut nicht verdient hat. Tana French, die schon in ihrem Debüt "Grabesgrün" durch ihre Sprachmagie überzeugte, hat sich hier noch einmal gesteigert. Vielleicht kann man ihr vorwerfen, dass einige Sachen etwas zu langatmig ausgearbeitet sind - so braucht es allein knapp 200 Seiten, bis Cassie Maddox von ihrem ehemaligen Kollegen überredet werden kann, dass sie als Undercover-Ermittlerin in das Haus der Studenten geht, um sich als deren Freundin auszugeben - doch das verzeiht man gern, denn die Dialoge und die einzelnen Szenen sind sprachlich einfach perfekt.
Cassie, die in dem alten Herrenhaus eine eingeschworene Gemeinschaft vorfindet, fügt sich gut in die kleine Familie ein. Niemand scheint zu bemerken, dass es nicht die Mitbewohnerin Lexie ist, die da nach einer "Verletzung" aus dem Krankenhaus zurückgekehrt ist. Bei allem was sie sagt und tut, muss Cassie versuchen, ihrer ermordeten Doppelgängerin so ähnlich wie möglich zu sein. Die ständige Gefahr enttarnt zu werden, schwebt über allem und lange weiß sie nicht, in welches Spiel sie geraten ist.
Die Autorin hat nicht nur eine absolut fesselnde Handlung entworfen, sondern sie fasziniert durch ihr Gespür für Stimmungen und schildert meisterhaft die einzelnen Beziehungen der Studenten untereinander. Die Schönheit ihrer Sätze fand ich teilweise so beeindruckend, dass ich manche Absätze mehrmals gelesen habe.

Einen Kritikpunkt habe ich aber trotzdem: Es werden häufig Anspielungen auf den ersten Fall der Ermittler gemacht, ohne dass eine Erklärung folgt, das fand ich sehr schade, da man dann mit seinen Vermutungen allein gelassen wurde. Nach der langen Zeit, die verstrichen ist, seit ich "Grabesgrün" gelesen habe, konnte ich mich nicht mehr an die Einzelheiten, auf die sich die Einblendungen beziehen, erinnern. Da hätte ich mir doch mehr Informationen gewünscht.

Trotzdem sind das Kleinigkeiten gemessen an der Kraft dieses Werkes - Für mich ist dieses einer der besten Kriminalromane der letzten Jahre. Sprachlich sensationell und atemberaubend fesselnd bis zum letzten Augenblick.
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am 27. November 2010
...wenn auch vielleicht nicht im allgemein verwendeten Sinne des Wortes: Cassie Maddox ist Detective im Dezernat für häusliche Gewalt, doch da war sie nicht schon immer. Sie war Undercover-Ermittlerin im Drogenmilieu und danach im Morddezernat. Als Undercover-Ermittlerin hatte sie eine falsche Identität - sie agierte unter dem Namen Lexie Madison. Mehr oder weniger ist Lexie Madison ihre eigene Erfindung.

Eines Tages wird eine Frau in einem einsamen Cottage ermordet aufgefunden, und sie hat nicht nur Cassies Gesicht, sondern trägt Papiere bei sich, die auf den Namen Lexie Madison lauten. Sie hat in ihrer Vergangenheit einige Berührungspunkte mit Cassie Maddox, beispielsweise hat sie an derselben Uni studiert. Sie lebte mit vier weiteren Studenten in einem einsamen ehemaligen Herrenhaus. Hat einer der vier Mitbewohner sie umgebracht? Warum?

Cassies ehemaliger Vorgesetzter nutzt die Situation, um den Fall auf seine Weise zu klären: Er schickt Cassie als Lexie getarnt in die Höhle des Löwen, sprich in das Herrenhaus. Die Verhältnisse dort sind verworren und eigentümlich, doch Cassie fühlt sich mehr und mehr zu Hause. Sie möchte gar nicht, dass es einer der Vier war. Offensichtlich hatte Lexie selbst diverse Geheimnisse, hegte unmoralische Pläne, Feinde der Bewohner gab es auch genug. Cassie verstrickt sich durch eigenmächtiges Handeln in die Verhältnisse, bis es jemand rauskriegt.

Natürlich ist es mehr als unwahrscheinlich, dass sich zwei nicht miteinander verwandte Menschen derart ähnlich sehen, dass man sie miteinander verwechselt. Doch die Autorin setzt dem Leser diese Ähnlichkeit so gleichmütig vor, dass man sie einfach akzeptiert. Manche Dinge sind nicht ganz stimmig, z.B. dass die Vier, die einander so nahe stehen, Lexie nicht im Krankenhaus besuchen kommen oder was es letztlich nützt, dass Cassie den Notizbuchfund ihren Kollegen vorenthält. Die Autorin spielt aber äußerst geschickt mit den Figuren, verwickelt Cassie subtil in die hervorragend gezeichnete Atmosphäre im Herrenhaus, verwirrt den Leser durch immer weitere Andeutungen. Wenn man beim Lesen denkt "nee...das kann so aber nicht gehen.", dann stellt die Autorin binnen weniger Seiten klar: Tut es auch nicht. Das fast 800 Seiten starke Werk kommt zudem mit nur einem einzigen Mord aus - saubere Leistung, Frau French. Sprachlich liegt die Autorin um Längen vor den meisten ihrer Kollegen. Fazit: Sehr spannend, ohne reißerisch zu sein, filigran in den Charakteren und ihren Beziehungen untereinander, ungewöhnlich in Fall, Entwicklung und Auflösung: davon möchte ich bitte mehr lesen!
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am 22. September 2009
Auch in ihrem 2. Buch gelingt es der Autorin Tana French, mich völlig Wegzupusten mit ihrer Sprachgewalt und malerischen Ausdrucksweise. Ich bin noch völlig gefangen in dem Zauber des alten Herrenhauses und seiner tragischen Bewohner.

Lange dauert es, bis Cassie endlich ihren Job als Undercoveragentin antritt. Fast 200 Seiten bereiten wir uns mit ihr darauf vor. Ein wenig konstruiert wirkt es schon, die Story um die seltsame Ähnlichkeit und der verschrobenen Freunde der Toten. Aber Tana French ist eine Zauberin. Mühelos folgte ich ihr Seite um Seite und mit Cassie bereitete ich mich auf die 4 Freunde vor, wurde neugierig bis zum Haareraufen. Und dann war Cassie endlich da, mitten unter den Menschen, auf die sie sich vorbereitete. Und wir waren mit ihr gespannt, ob sie es schaffte, sie zu täuschen und die eigentliche Haupterson, Lexie, überzeugend darzugstellen.
Cassie gerät unter den Bann der eigenwilligen Lebensweise der Freunde. Schon bald hütet sie vor ihrem Ermittler Geheimnisse. Es gibt geschliffene Dialoge, die einzelnen Personen und ihre Beziehung untereinander wird ungewöhnlich lebensnah herausgearbeitet. Und von Tag zu Tag wird Cassie mehr ein Teil davon, bis sie schon fast nicht mehr zurück möchte.

Schon in ihrem ersten Buch hat mich die Personenzeichnung der Autorin beeindruckt. Auch hier treten die Menschen real hervor. Sie erstehen in seltener Klarheit und Tiefe. Ich fieberte jede freie Minute herbei, um weiterzulesen. French hat eine unglaubliche Gabe, Stimmungen zu erzeugen. Hier und da war es mir zwar fast zu methapherschwer, aber sie findet so unverbrauchte und auf den Punkt genaue Beschreibungen, das ich ihr das gerne verzeihe. Man kann manche Situationen im Buch fast selber fühlen und schmecken, weil sie sie so plastisch beschreibt.

"Totengleich" läßt mich traurig zurück. Zum einen natürlich, weil es zu Ende ist. Zum anderen aber auch, weil es wirklich ein trauriges Buch ist. Es handlet von gescheiterten Träumen und Wünschen, von Idealen, die an der Realität scheitern. Die Protagonisten bekommen einen kleine Kostprobe, wie es sein könnte, aber letztendlich geht alles zu Bruch.

Ohne Zweifel ist "Totengleich" ein Krimi, aber wie schon "Grabesgrün" sehr viel mehr. Ich bin Frenchs Schreibstil haltlos verfallen und giere schon nach ihrem nächsten Buch. Dank des Internets weiss ich, aus wessen Sichtweise French dann schreiben wird. Zwar nicht mein Wunschkanditat, aber auf jeden Fall hat die Frau Ideen, Talent zum Niederknien und Mut zu losen Fäden.
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TOP 500 REZENSENTam 13. Juni 2015
Eine Frau wird tot aufgefunden - und sie gleicht der Ermittlerin Cassie Maddox wie eine Zwillingsschwester. Obwohl Cassie nach ihrer Zeit im Morddezernat nun im Dezernat für Häusliche Gewalt tätig ist, wird sie in diesen Fall im wahrsten Sinne des Wortes hineingezogen. Und zwar so tief, wie sie es sich wohl nie hätte träumen lassen...
Dieses Buch nur einen Krimi zu nennen, würde ihm einerseits ungerecht, zum Anderen wären passionierte KrimiliebhaberInnen eventuell von der Lektüre enttäuscht. Denn die Aufklärung eines Mordes ist nur ein Teil der Geschichte; mindestens ebensoviel Raum nimmt die Beziehung der FreundInnen der Getöteten untereinander ein, die auf eine besondere Weise einmalig war. Was für die meisten Menschen die Familie bedeutet, das waren sie sich als Freunde. Gemeinsam studierten sie an der selben Uni und lebten im selben Haus, gegenüber ihrer Umwelt waren sie eine verschworene Gemeinschaft. Cassie wird im Zuge der Ermittlungen unter besonderen Umständen Teil dieser Gemeinschaft und der Autorin gelingt es, diese intensive Zusammengehörigkeit so deutlich zu machen, dass ich beim Lesen Cassies Hin- und Hergerissensein zwischen Pflicht und dem Zauber dieser Verbundenheit voll und ganz nachvollziehen konnte. Ich konnte nicht anders als diese Gruppe zu beneiden und litt buchstäblich mit, als dieses Verbrechen einen Keil in diese Einheit trieb. Auch ist diese Geschichte nicht nur die Suche nach der Lösung eines Falles, sondern wirft auch Fragen auf wie: Sind Freunde das Wichtigste im Leben? Was macht das Leben schön? Die Autorin gibt keine Antworten darauf, aber es regt zum Nachdenken an. Mich zumindest ;-)
Und nicht zuletzt sind diese 770 Seiten in einen wunderbaren Stil geschrieben, der mich beim Lesen manchmal weniger an einen Krimi denken ließ als an schöne, zum Teil sogar poetische Literatur. Wer glaubt, so etwas passe nicht zusammen: Einfach mal lesen!
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am 26. Februar 2015
Cassie Maddox zum Tatort gerufen wird, traut sie ihren Augen nicht, tot liegt da ihr Spiegelbild....Früher bereits Undercover eingesetzt, liegt es nahe dass sie sich wieder auf Undercover einlässt. Sie schlüpft in die Rolle der Toten, die somit den versuchten Mord überlebt hat. Sie zieht in deren Wohngemeinschaft und weiß schon bald nicht mehr ob sie nun Lexie oder Cassie ist, sie identifiziert sich immer mehr mit ihrer Rolle...Cassie ist sehr sympathisch, zeitgleich ist das was dann passiert aber auch voller Nervenkitzel und es steht immer die Frage im Raum, wer der Täter ist.
Ich hatte permanent neue Verdächtige, habe aber mit dem Ausgang des Buches in dieser Form nicht gerechnet. Und ich würde lügen, wenn ich schreiben würde, dass dieses Ende mich nicht berührt. Ganz im Gegenteil, ich hänge dem Buch noch ein wenig nach und hätte mir, wenn ich einen Wunsch frei haben würde, für einige Personen ein etwas anderes Ende ersehnt.
Wobei es hier ja ein durchaus logischer Verlauf ist und gerade das ist ja auch das Schöne, die Leser werden immer mal wieder überrascht. Ich fand die Beschreibung der einzelnen Charaktere, der Beziehungen und der Spannungen zwischen ihnen, sehr fesselnd. Was auf den ersten Blick wie eine perfekte Idylle anmutet, bekommt mit der Zeit Risse. Mit jeder Seite wird man mehr in die Geschichte hineingezogen und erkennt, dass es dieses Paradies, das die fünf Protagonisten sich aufbauen wollten, gar nicht gibt, dass sie jedoch verzweifelt gegen dieses Erkenntnis ankämpfen und versuchen, es mit allen Mitteln zu halten, auch wenn sie wissen, dass das alles nur schlecht enden kann. Mein einziger Kritikpunkt ist die Länge die Geschichte hier deutlich in die Länge. Für mich zu viele Dinge der Wohngemeinschaft, ohne dass die Geschichte merklich weiter kommt oder Dinge zum Vorschein kommen. Dafür geht's am Ende recht schnell und etwas holprig zu Ende. Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen und ich habe mich hier über einen komplett anderen Verlauf gefreut, den ich zu Beginn so nicht erwartet hatte.
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Wieder einmal befinden wir uns Nahe Dublin. Dieses Mal in einem verlassenen Landhaus. Eine tote junge Frau wird gefunden. Jetzt wird es interessant, die Tote könnte die eineiige Zwillingsschwester der Ermittlerin Cassie Maddox sein. Kann es sein, aufgrund der Ähnlichkeit, dass Cassie das eigentliche Opfer hätte sein sollen ???? Das muss man sich fragen. Die Tote lebte in einer abgeschiedenen Studenten-WG. Cassie überlegt sich etwas ganz verrücktes, kann sie evtl. den Mörder ihrer Doppelgängerin finden, indem sie in ihre Rolle schlüpft …. ????

Das Buch ist Fall zwei einer Reihe der Autorin. Schon Fall eins hat mich extrem gefangen genommen und begeistert, aber dieser Fall hier ist noch ein Stück weit besser, ich habe ja nun noch weitere Krimis der Autorin gelesen, allesamt sind sie extrem gut, extrem authentisch, extrem tiefgründig, die Autorin lässt von Buch zu Buch nicht nach, im Gegenteil, sie wird irgendwie immer besser, wenn das überhaupt möglich ist …

Mich hat die Umsetzung der Idee wieder zu 100 Prozent überzeugt – einmal bezüglich des Schreibstils und zum anderen bezogen auf die Dichte und Spannung sowie Tiefgründigkeit der Handlung

Leseprobe:
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„Wie geht’s dir?“, fragte ich ihn und nahm den Helm ab.
„Super“, sagte Sam. Er versuchte ein Lächeln, aber es verrutschte ihm.
„Oho“, sagte Frank gespielt tuntig, während er mich auf Armeslänge von sich weg hielt und musterte. „Lass dich mal anschauen. So was tragen also gut gekleidete Detectives heutzutage?“
„ Als er mich das letzte Mal gesehen hatte, trug ich eine Cargohose und ein T-Shirt mit der Aufschrift „Miss Kitty’s House of Fun Wants you“.
„Leck mich, Frank“, erwiderte ich. „Wenigstens hab ich mein Outfit in den letzten paar Jahren ein- oder zweimal gewechselt.“
„Nein, nein, nein, ich bin beeindruckt. Sehr businesslike.“ Er wollte mich herumdrehen. Ich schlug seine Hand weg. Nur damit das klar ist, ich war nicht angezogen wie Hillary Clinton. Ich trug meine Arbeitskleidung – schwarzer Hosenanzug, weiße Bluse – und fand diese Garderobe auch nicht berauschend, aber als ich ins Dezernat für häusliche Gewalt wechselte, lag mir mein neuer Vorgesetzter andauernd damit in den Ohren, wie wichtig es sei, nach außen hin ein präsentables einheitliches Bild zu vermitteln und in der Öffentlichkeit Vertrauen aufzubauen, was anscheinend in Jeans und T-Shirt unmöglich ist, und ich hatte nicht die Energie zur Gegenwehr. „Hast du eine Sonnenbrille und eine Mütze oder so dabei?“, fragte Frank. „Würde stilistisch prima passen.“ …

Das Buch ist vom Inhaltlichen so angelegt, dass es schon einige Wochen nach dem ersten Band ansetzt. Die Ermittlerin ist aber nicht mehr in der ehemaligen Abteilung, sondern versetzt worden. Der Wahnsinn schon gleich eingangs bei Fund der Leiche ist, dass diese einen Ausweis mit dem ehemaligen Undercovernamen von Cassie „Lexie Madison“ bei sich trägt. Man hält den Fall geheim und Cassie schlüpft in die Rolle der Toten. ….. Geniale Idee – noch genialere atmosphärische Umsetzung !!!

Besonders intensiv geht die Autorin auf die Charaktere der einzelnen Studenten ein, die eine verschworene Gemeinschaft bilden – in die Cassie eindringt, um zu recherchieren. Unterschiedliche Charaktere – detailliert und tiefgründig dargestellt …

Ich fand die Art, wie die Autorin – in der Ich-Form – also aus Sicht Cassies erzählend – den Hergang der Handlung schreibt, sehr authentisch und habe es wieder einmal genossen, die Krimi zu lesen, der mich absolut überzeugt hat.

Daher auch LESEEMPFEHLUNG !!!
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am 5. Juni 2011
Lexie Madison wird eines Morgens tot in einem verlassenen Cottage aufgefunden. Ein ganz normaler Fall für die Dubliner Polizei, könnte man meinen. Die Sache ist nur: Eigentlich existiert Lexie Madison nicht, sie wurde für einen Undercovereinsatz erfunden. Und die Tote gleicht der Polizistin, die damals in die Identität von Mrs. Madison geschlüpft ist, wie ein eineiiger Zwilling. Was war passiert? Wurde sie verwechselt und deshalb ermordet? Hatte sie eigene Feinde? Um das herauszufinden, schlüpft Cassie Maddox wieder in die Rolle von Lexie, führt ihr Leben als Studentin weiter, zieht in ein abgelegenes Herrenhaus, das sie mit 4 Freunden von Lexie teilt. Daniel, Abby, Justin und Rafe sind überglücklich, dass Lexie wieder wohlbehalten bei ihnen ist, hatten sie doch das schlimmste befürchtet, nachdem man ihnen erzählt hat, das Lexie niedergestochen wurde und im Krankenhaus im Koma liegt. Aber Cassie merkt schnell, dass irgendetwas nicht stimmt. Die 5 waren Außenseiter, im Dorf nicht sonderlich beliebt und auch untereinander nicht die eng verschworene Gemeinschaft, für die sie alle hielten. Auf der Suche nach der Wahrheit taucht Cassie immer weiter in Lexie Leben, bis sie darin unterzugehen droht...

"Totengleich" stand lange Zeit auf diversen Bestsellerlisten. Warum das so war, kann ich mir nur schwer erklären. Es wird als Kriminalroman bezeichnet, Psychothriller wäre die passendere Einordnung. Denn anders als bei Krimis, weiß man zum Schluss nicht genau, wer der Mörder war. Man muss zwischen den Zeilen lesen, kleine Anekdoten, die erzählt werden und denen man beim Lesen nicht unbedingt viel Beachtung schenkt, im Hinterkopf haben. Und genau das ist das Problem ' es wird viel, teilweise sehr ausufernd, in blumig-bildhafter Sprache, erzählt. Dadurch wird es stellenweise sehr langatmig und die langen Kapitel tragen auch nicht gerade zum Lesefluss bei. So braucht es beispielsweise fast 200 Seiten, bis Cassie ins Haus kommt, um endlich mit den Nachforschungen anzufangen. In diesen 200 Seiten wird sie auf ihren Undercovereinsatz vorbereitet. Das war zwar nicht ganz uninteressant, werden doch hier die Charaktere eingeführt und ausführlich beschrieben, aber das wäre bestimmt auch kürzer und spannender voran gegangen. Der Spannungsbogen bleibt aber gleichbleibend flach, mit Mini-Ausschlägen hin und wieder. Aber immer wenn man denkt, jetzt geht es vorwärts und wird interessant, folgt doch nur wieder belangloses Geplänkel. Nun ja, so ganz belanglos zwar nicht, wenn man es als Ganzes betrachtet, aber das kann man ja als Leser vorher nicht wissen (es sei denn man liest die letzten 150 Seiten zuerst). Das macht es nicht gerade zu einem Buch, das man nicht aus der Hand legen kann. Die Autorin macht es dem Leser aber auch nicht wirklich leicht. Hin und wieder legt sie falsche Fährten, aber auch diese werden nicht konsequent genug verfolgt. Letztendlich zeichnet sich dadurch schon sehr zeitig ab, wer es getan haben könnte und warum. Das bei einem Buch mit fast 800 Seiten. Eine straffere Handlung wäre besser gewesen. Auch das immer wieder mal auf einen vorangegangenen Fall eingegangen wird, macht das Ganze nicht lesenswerter. Andeutungen, was da passiert ist, sind sicher ein tolles Mittel, Verkaufszahlen von früheren Büchern anzukurbeln und stört mich normalerweise nicht, aber ist hier zu viel, so dass es nur noch genervt hat. Es erklärt zwar teilweise, weshalb Cassie sich in Lexies Rolle so wohl gefühlt hat - ein Leben ohne große Verpflichtungen, ohne die Schatten der eigenen Vergangenheit - aber so ganz nachvollziehbar ist es für den Leser nicht. Gerade als ausgebildete Undercoverpolizistin sollte man in der Lage sein, die nötige Distanz zur Rolle trotzdem zu wahren.

Für mich hat dieses Buch mehr Schwächen als Stärken, aber wer Psychothriller mag und alles genauestens verfolgt, wird sicher seine Freude dran haben.
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am 8. Februar 2011
Sicherlich ist die Idee, dass die Ermittlerin Cassie Maddox genauso aussieht wie ein ermordertes Mädchen, recht weit hergeholt. Auch dass diese Ermittlerin es dann schafft, sich innerhalb von zwei Wochen in allen Punkten von Mimik und Gestik in die ermordete Person hineinversetzen zu können, ohne dass einer deren engsten Freunde etwas merkt, ist etwas unrealistisch. Hierfür gibt es einen Stern Abzug.

Hat man sich aber erstmal mit diesen Punkten abgefunden und lässt sich dann auf das Buch ein, ohne weiter über diese Anfangspunkte nachzudenken, erlebt man ein athmosphärisch geniales Buch.

Eigentlich ist Cassie ja in die Rolle der Ermordeten geschlüpft, um den Mord aufzuklären. Letztlich beschäftigt sich das Buch jedoch vordergründig mit den zwischenmenschlichen Abgründen und den seelischen Konflikten, die Cassie dadurch erleidet.

Das Buch konzentriert sich also nicht nur auf die Aufklärung des Mordes, sondern bringt einen durch die tiefgründige Schreibweise von Tana French auch den Charakteren unglaublich nah. Dadurch habe ich die 800 Seiten nicht als langatmig empfunden, sondern wahrlich genossen, da man mit der Zeit das Gefühl hatte, die Charaktere kennen zu lernen.
Zwischenzeitliche Rückblenden auf den vorherigen Fall und Cassies damaligen Partner empfand ich (obwohl ich vor einiger Zeit auch schon Grabesgrün gelesen habe) nicht mehr wirklich nachvollziehbar.

Insgesamt endlich mal ein Leseerlebnis, das aufgrund der 800 Seiten nicht gleich nach einem halben Tag am Strand vorbei ist und dennoch Spaß macht bis zum Schluss!
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