Regionalkrimis gibt es ja eine ganze Reihe, meiner Wahrnehmung nach spielen davon 50% in der Eifel, aber dankenswerter Weise gibt's seit einiger Zeit auch (ein paar wenige) Krimis aus Hannover.
Andere Autoren mischen dabei das Lokalkolorit mit dem Holzhammer unter, etwa wenn eine Abfolge von Straßen aufgezählt wird, die der Held entlangfährt, ohne daß dies für den Handlungsstrang von Bedeutung ist. Susanne Mischke geht hier angenehm subtiler vor, und man merkt, daß sie mit den hannöverschen Befindlichkeiten bestens vertraut ist. Als Beispiele seien hier nur die kleinkarierten Üstra-Kontrolleure genannt, oder die Tatsache, daß Kommissar Völxen aufgrund der (deutschlandweit strengsten) Umweltzone nicht mehr mit seiner DS in die Stadt fahren darf.
Das Buch vermittelt ein bißchen das Gefühl, man ist in einem Buck-Film oder in einer Folge Großstadtrevier. Die Krimi-Handlung an sich plätschert eher zweitrangig vor sich hin und endet auch eher unspektakulär, wesentlich sind hingegen die Sorgen und Nöte des kleinen Teams um Kommissar Völxen. Der beschäftigt sich diesmal eher mit seinem störrischen Bock, als mit der Verbrecherjagd, daneben wird das Team noch mit Liebeskummer (Jule), Drogenmißbrauch der Tochter (Oda) oder Auszugsplänen aus dem Hotel Mama (Fernando) geplagt.
Die Handlung der ersten 2 Bücher wird nahtlos fortgesetzt, und deren Kenntnis ist hilfreich, daher empfehle ich diese zuerst zu lesen.
Insgesamt ein ordentlicher Regionalkrimi, genau richtig für den stürmischen Herbst.
Anmerkung: 4 Punkte gebe ich als Hannoveraner, wer mit Hannover nichts am Hut hat, und mit den regionalen Anspielungen nichts anfangen kann, sollte einen Stern abziehen.