Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil ich schon mehrere Bücher von Nina Blazon gelesen habe und sie alle toll fand (z.B.Im Bann des Fluchträgers, Im Reich des Glasvolks, Ascheherz). Allerdings muss ich sagen, dass mich dieses Buch etwas entäuscht hat: die Geschichte fand ich eigentlich nicht schlecht:die 14-jährige Protagonistin Jasna wird von ihrem Vater an einen fremden Mann verkauft, dessen Sohn sie gegen ihren Willen heiraten soll, was ja für die damalige Zeit (im 18. Jahrhundert) oft so üblich war. Dabei ist mir beim Lesen aufgefallen, dass Blazon vor allem auf einen historischen Roman hingearbeitet hat, denn viele der Ereignisse (z.B. die Todesfälle, die im Nachwort erwähnte Krankheit Morbus Günther)wurden dokumentiert. Meiner Meinung nach übertreibt es die Autorin an einigen Seiten damit, so wird man nämlich buchstäblich von einem Schauermärchen zum nächsten gejagt: ich weiß ja, das die Menschen zu jener Zeit sehr am Aberglauben festhielten (so z.B. die Angst, dass die Toten auferstehen, und als Vampir, Vukodlac oder Strigoi zurückkommen),aber im Laufe der Geschichte fand ich es einfach nur noch lästig und verwirrend, wie fanatisch sich einige Dörfler, darunter auch Jasna verhielten: z.B. die Maßnahmen, die das Mädchen ergreift, um ja ihren toten Schwiegervater, der plötzlich verstorben ist, im Grab "festzunageln". Als ich das Ende der Geschichte gelesen habe, war die Erklärung für all die mysteriösen Todesfälle relativ schlicht und zu kurz abgehandelt. Auch der Schreibstil der Autorin hat mich in diesem Buch nicht überzeugt.Normalerweise bin ich eine poetische, bildhafte Sprache von Blazon gewohnt, bei dem ich mir alles immer sehr gut voerstellen konnte: hier ist mir nur eines klar geworden, nämlich die düstere, fast schon unheimliche Stimmung, die Jasna mit ihrem Aberglauben hervorzaubert.Da es ein historischer Roman ist haben hier natürlich auch keine Fantasiegestalten Platz, die mir in Blazons anderen Romanen immer sehr gut gefallen haben. Einen Kritikpunkt hat auch das Thema Liebe zwischen Jasna und dem vermeintlichen Holzfäller Dusan verdient, denn diese ist für mich eindeutig zu kurz gekommen. Die Autorin hätte wohl mehr darin investieren sollen, als an dem Irrglauben der Menschen.
Fazit: Ich kann mir vorstellen, dass das Buch einigen Erwachsen sehr wohl gefallen mag, wenn man historische Bücher liebt, aber jüngere Leser sollen sich bloß nicht zu viel von der Liebesgeschichte erhoffen, aber das ist natürlich alles subjektiv bewertet :). Also zwei Sterne für Totenbraut( der titel belibt mir übrigends auch rätselhaft)