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4.0 von 5 Sternen
wer ist gut und wer ist böse?, 27. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Tote im Smoking (Gebundene Ausgabe)
Eine Kneipe in einem eher besseren Stadtteil in San Francisco. Hier geht der Anzeigenverkäufer Samuel Hamilton regelmässig was trinken. Und wie das so oft bei Stammkunden ist, kennt er die anderen Stammkunden sowohl wie die Inhaberin der Kneipe persönlich. Als einer der Stammkunden stirbt und in der Todesanzeige nur Falsches steht, wird in Samuel die Neugier wach. Dieser Krimi entfaltet sich langsam und zeigt präzise und einfühlsam die Facetten der sehr lebendig gezeichneten Charaktere. Der Leser nimmt die Stimmung auf, sie reißt ihn in die Umgebung hinein, bis er das Gefühl hat, selbst in dem Kräuterladen zu stehen oder im Camelot zu sitzen. Dieser Krimi ist kein atemanhaltender Thriller mit herzinfaktbescherenden Schockmomenten und Formel-1-mässiger Handlung. Hier geht es um Details, um Atmosphäre und hauptsächlich um die Entwicklung des Anzeigenverkäufers zum erfolgreichen Reporter.
Immer wieder im Laufe des Krimis macht William C. Gordon Seitenhiebe gegen arrogante Anwälte oder korrupte Polizisten.
Er invertiert sogar ein bisschen die Rollen der Guten und Bösen, indem ein junger Mann unschuldig im Gefängnis sitzt, der für seine Familie gesorgt hat. Oder mit einem wichtigen Mann in der Szene des illegalen Handels, auf dessen Wort Verlass ist. Und auf der anderen Seite einen Anwalt, der sich seine Autorität durch Erniedrigen und Herumwedeln mit Durchsuchungsbefehlen beweisen muss.
Auch wenn Gordon sich sehr intensiv mit den Charakteren beschäftigt, so wird die Handlung nicht vernachlässigt und ist sehr präzise gesponnen. Immer wieder erstaunt Gordon im Laufe des Krimis mit sehr originellen Ideen wie einen Kräuterladen, der als Bank fungiert. Das Ende überrascht, bei genauerem Hinschauen, ist aber auch einfach nur logisch. Die perfekte Auflösung aller offenen Fragen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Für einen Krimi zu langweilig und diffus, 23. Januar 2010
Gordon läßt einen leicht verrückten Hochstapler sterben und ein Anzeigenverkäufer mit journalistischem Potenzial will den Mord aufklären. Danneben entwickelt Gorden u.a. die Handlungsstränge "Looser verliebt sich in 20 cm größere Sportlerin", "Chinesenmafia räumt auf", "die bösen und die guten Reichen", "mein Hausmeister rettet mir das Leben" und "Frau bringt Mann um seine Ersparnisse" ... und das macht die Geschicht wirr. In Kombination mit einem nur mittelmäßiger Begabung entspringendem Erzählstil, ergibt sich eine nette, aber belanglose Story.
Wer nichts besseres zur Hand hat ...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Neugier in gewissen Kreisen kann tödlich sein ..., 23. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Tote im Smoking (Gebundene Ausgabe)
*Es war ein kühler, klarer Herbsttag in San Francisco des Jahres 1960, und John F. Kennedy war gerade zum Präsidenten gewählt worden. Samuel Hamilton saß im Camelot, seiner Stammkneipe, an dem großen runden Tisch, an dem er fast jeden Abend mit Reginald gesessen hatte. Die Besitzer des Camelot ahnten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass der Name der Bar von der Geschichtsschreibung einmal zur Beschreibung von Kennedys kurzer Präsidentschaft und des Regierungsstils seines Familienclans herangezogen würde.
Samuel hatte schottisches und deutsches Blut in seinen Adern, und er war aus Nebraska an die Westküste gekommen, um in Stanford zu studieren. Aber nachdem seine Eltern einem Raubmord zum Opfer gefallen waren, hatte er sein Studium vorzeitig abgebrochen. Das sollte nicht die einzige Katastrophe bleiben, die über ihn hereinbrach. Er hatte den Schock über den gewaltsamen Tod seiner Eltern noch nicht überwunden, da stieß er in betrunkenem Zustand frontal mit einem anderen Auto zusammen und verletzte dabei eine junge Frau schwer. Dass er nicht ins Gefängnis musste, hatte er allein den raffinierten juristischen Winkelzügen eines jungen Anwalts aus San Francisco zu verdanken; ihm wurde lediglich für drei Jahre die Fahrerlaubnis entzogen ...*
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Inhalt & Fazit:
Samuel Hamilton: Ein unbedeutender Anzeigenverkäufer einer Zeitung in San Francisco - mit dem Traumziel: Reporter.
In seiner Freizeit geht er am liebsten in die Bar Camelot, die zu seinem zweiten Zuhause geworden ist. Hier trifft er unter anderem seinen extravaganten Freund Reginald Rockwood III. - stets im eleganten Smoking anzutreffen. Oder aber den etwas abgehalfterten Magier und Wahrsager Robert Graf Maestro ...
Als Reginald Rockwood bei einem Unfall stirbt, ist Samuel zutiefst erschüttert. Erstaunt muß er feststellen, dass Melba, die Wirtin des Camelot, seine hohe Meinung über Reginald nicht teilt. Aber erst, als er auf der Beerdigung der einzige Gast ist, wird Samuel misstrauisch. War Reginald wirklich der reiche Mann, für den er sich immer ausgegeben hat?
Und so beginnt Samuel nachzuforschen, und je länger er recherchiert, desto unglaublicher ist die Geschichte, die zutage kommt. Seine Ermittlungen führen ihn in das Herz von Chinatown, wo er plötzlich selbst zur Zielscheibe skrupelloser Verbrecher wird ...
Zu spät (?) wird dem jungen Mann klar, dass Neugier in gewissen Kreisen tödlich sein kann ...
Ein bemerkenswerter Erstling des Autors! Exellent gezeichnete Charaktere, ein stimmiger Spannungsaufbau sowie ein ebensolcher Plot - des öfteren wird man in der Anlage geradezu erinnert an einen Raymond Chandler.
William C. Gordon ist der Ehemann von Isabel Allende - hat sie ihn inspiriert / gegengelesen? Wenn ja oder auch nein - wie dem auch sei: Das Ergebnis ist als sehr gelungen zu bezeichnen! Für diesen Debüt-Roman sind 5 Sterne meiner Meinung nach durchaus zu vergeben ...
Mit den besten Grüßen -- Reinhard Busse
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