Die hilfreichsten Kundenrezensionen
129 von 140 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern, 9. April 2009
Vor dem Lesen dieses Buches solltet Ihr Sicherheitsvorkehrungen treffen. Nämlich die, die Euch absolut ungestört lesen lassen. Ihr werdet jede Ablenkung, jedes Telefonklingeln, jedes Ansprechen und jede Türklingel dafür hassen, dass es Euch aus dem Bann dieses Buches zieht. Immer wieder werdet Ihr nervös sein, auf das Buch schielen und innerlich darum flehen, endlich weiterlesen zu können! Wetten? Zwei Wochen nach dem Selbstmord von Hannah bekommt Clay ein Päckchen nach Hause geschickt. In diesem befinden sich sieben Spielkassetten, die mit der Stimme von Hannah besprochen sind. Hannah erklärt gleich zu Anfang, dass jeder Zuhörer, der seinen Namen auf diesen Kassetten hört, einen Teil dazu beigetragen hat, dass sie sich das Leben nahm. Ebenso verweist Hannah auf eine Karte, die einige Zeit zuvor an den Zuhörer dieser Kassette per Post eingegangen ist. Auf dieser Karte befinden sich Kreuze. Kreuze, die Orte markieren, die wichtig für die Handlung sind und an die sich Clay begeben wird. Obwohl der Ich-Erzähler zunächst an einen üblen Scherz glaubt, klebt er direkt förmlich an den Kassetten und somit an den Erzählungen von Hannah. Genau wie der Leser will er der Sache auf den Grund kommen. Er will wissen, was all das zu bedeuten hat und natürlich warum Hannah sich das Leben nahm. Warum erwähnt Hannah Namen seiner Mitschüler und warum haben sie alle etwas mit ihrem Tod zu tun? Haben sie schlimme Sachen mit Hannah gemacht oder haben sie einfach Dinge getan, die im Nachhinein den berühmten Rattenschwanz hinter sich herzogen und somit eine Lawine ausgelöst haben? Die Kassettenerzählungen von Hannah sind in dem Buch zum besseren Verständnis in Kursivschrift gehalten, die Gedanken von Clay sind in normaler Schrift gedruckt. Immer wieder wechselt der Autor zwischen der Erzählung von Hannah und den tatsächlichen Erlebnissen von Clay hin und her. Aber zu keiner Zeit wirkt dieses Ping-Pong-Spiel verwirrend, sondern man taucht regelrecht in das Geschehen ein. In der Geschichte wird Clay in die vergangenen letzten Wochen gezogen, als Hannah noch lebte. Durch ihre Schilderungen kann er sich an einzelne Personen und Handlungen erinnern, die ihm damals vielleicht nebensächlich erschienen, die jetzt aber auf einmal eine ganz andere Bedeutung für ihn haben. Er sieht viele Dinge auf einmal klar, die damals unverständlich war. Der Autor legt sehr viel Empathie in die Beschreibung der Protagonistin Hannah. Schon sehr schnell kann der Leser nachempfinden, wie sie sich gefühlt haben muss. Gerade zum letzten Drittel hin mußte ich ein paar mal tief durchatmen und kämpfte mit den Tränen, weil mich die Geschichte sehr bedrückte. Der Autor hat es geschafft, mich direkt von der ersten Seite in seinen Bann zu ziehen und dieser Bann hat nicht eine Sekunde nachgelassen. Die ganze Zeit fragt sich der Leser, wie das Buch wohl enden mag und taucht zeitgleich in die Empfindungen und in die Psyche von Hannah ein. Was hat sie so dermaßen verletzt, dass sie ihr Leben beendet hat? Und was bewirken Gerüchte und Unwahrheiten, die ihren Lauf nehmen und unkontrolliert die Seele eines Menschen verletzen? Eigentlich ist dieses Buch im Genre der Jugendbücher angesiedelt, aber das sollte den erwachsenen Leser absolut nicht abschrecken. Denn die Geschichte von Hannah könnte in jeder Altersklasse stattfinden und zwar immer dann, wenn mehrere Menschen zusammenkommen, die viel zu wenig voneinander wissen, aber dennoch meinen, sich ein Urteil über andere Menschen machen zu können. Das Buch macht betroffen, regt zum Nachdenken an und macht zum großen Teil auch traurig. Dieser Debütroman des Autors hat mich absolut überzeugt und für mich ist dieses Buch ein Geheimtipp, der nicht einen Tag länger geheim bleiben sollte. Kauft dieses Buch und taucht zusammen mit Clay in den Strudel der menschlichen Emotionen und lasst Euch gefangennehmen von der Spannung, die Euch die Kehle zuschnüren wird. Ihr werdet es nicht bereuen!! Chapeau für ein bis ins Detail bestens geschriebene Buch, an das ich noch lange Zeit zurückdenken würde. Vor allem Hannah und Clay werden noch lange in mir wohnen. Ich freue mich auf weitere Bücher dieses Autors! 'Tote Mädchen lügen nicht'.... denn sie haben nichts mehr zu verlieren....
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44 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Idee gut, Umsetzung könnte besser sein..., 31. Juli 2009
Die Idee hinter Jay Ashers "Tote Mädchen lügen nicht" ist wirklich gut. Zum einen Hannahs Erklärung für ihren Suizid in Kassettenform, die genau zeigt, wie eines zum anderen führt, zum anderen die Tatsache, dass der Autor ihr kein außergewöhnlich tragisches Schicksal verpasst hat, sondern sie durch alltägliche Begebenheiten in den Selbstmord getrieben wurde. Das Problem ist allerdings die Umsetzung. Obwohl Hannahs Gründe, sich das Leben zu nehmen, durchaus nachvollziehbar sind, wirkt ihre Entscheidung unglaubwürdig. Das liegt daran, dass ihre Gefühle, ihre Verzweiflung, nicht deutlich werden, auch wenn jede Begebenheit, die zu der Entscheidung geführt hat, genau erläutert wird. Asher selbst hat erklärt, er habe diesen Stil gewählt, um den Leser nicht abzuschrecken (auf die Frage, ob er besorgt sei, die ernsten Themen könnten abschreckend wirken: "Definitely. And that's why I focused on writing this as a suspense novel."). Allerdings ist das Thema Suizid nun einmal sehr ernst und auch emotional, sodass die Geschichte durch diese Erzählweise etwas flach und nicht ganz überzeugend wirkt. Man gewinnt beim Lesen den Eindruck, als habe sich Asher zwar mit dem Thema auseinandergesetzt, allerdings nur mit statistischen Tatsachen, nicht mit den Gefühlen und Gedanken, die ein potentieller Selbstmörder hat. Das zeigt sich z.B., als Hannah ihren neuen Haarschnitt als Anzeichen für ihren Selbstmord bezeichnet-die Stelle wirkt, als habe Asher hier zwanghaft "Fachwissen" einbringen wollen. Trotz allem ist "Tote Mädchen lügen nicht" ein lesenswerter und spannender Roman, den man so schnell nicht aus der Hand legt. "Suspense novel" eben. Wäre die emotionale Seite des Suizids nicht so vernachlässigt worden, hätte ich fünf Sterne gegeben.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Verschenkte Zeit, 29. März 2011
Ich habe soeben entschieden , mich nicht mehr von positiven Rezensionen beeinflussen zu lassen, sondern ein Buch, dessen Klappentext mir nicht zusagt, nicht zu lesen. Dieses Buch ist absolut nicht lesenswert! Ich habe selten (noch nie ? ) ein Buch als durch und durch schlecht empfunden, aber bei diesem Werk habe ich mindestens einmal pro Seite verächtlich schnauben müssen und ich verspüre den starken Drang es ganz tief in einer Kiste zu verstecken und im Keller zu verstauen. Premiere! Die Intention des Autors ist klar erkennbar und sie ist gut! Dieses Buch hätte ein schöner Appell werden können, ein kleiner Weckruf sein eigenes Verhalten zu überdenken. Hätte. Die Umsetzung der Idee ist , meines Erachtens, nicht gelungen und eine Frage beschäftigt mich am meisten : Wie zum Teufel haben es diese Seiten Blödsinn soweit gebracht ? Ich habe großen Respekt vor jedem der seine Ideen, seine Zeit, seine Leidenschaft hingibt und schreibt und ich fühle mich schlecht dabei das Werk, das Gedankengut eines anderen Menschen so in der Luft zu zerreissen. Schlecht gefühlt hab ich mich allerdings auch beim Lesen. Die Geschichte ist nicht gut durchdacht, die Probleme und Konflikte mit denen sich die Protagonistin konfrontiert sieht sind eher lächerlicher Natur und ihr Handeln hinterlässt beim Leser nichts als Fragen , weil es nicht zu der energischen, intelligenten jungen Frau passt, die man kennenlernt. Wenn man den Eindruck gewinnen würde, dass die Protagonistin krank, labil oder meinetwegen auch nur schrecklich sensibel ist, wäre die Kette von Ereignissen, die zum Selbstmord führt noch irgendwie nachvollziehbar. Da sich aber sicher jeder zweite Jugendliche mit ähnlichen Schwierigkeiten auseinandersetzen muss , sehe ich die Menschheit ernsthaft in Gefahr. Der Autor, männlich und mittleren Alters , sollte sich für sein nächstes Buch vielleicht nicht unbedingt in die Gefühlswelt eines jungen Mädchens begeben. Es war wohl das erste Mal, dass ich ein Buch zuklappte und feststellen musste, dass ich nicht mal ein klitzekleines bisschen an den Protagonisten hänge. Dass ich weder mitfühlen, noch mitleiden konnte (und das bei einem so heiklen Thema) und dass ich froh war es endlich hinter mir zu haben. Man hat keine Chance sich mit den verschiedenen Personen auseinander zu setzen, weil alles insgesamt nur sehr oberflächlich angerissen wird. Die einzigen Emotionen , die dieses Buch in mir hervorgerufen hat waren Ärger und Verständnislosigkeit. Ärger über die Tatsache für diese Aneinanderreihung von Lächerlichkeiten Geld bezahlt zu haben und Verständislosigkeit für das was der Autor aus einer guten Idee gemacht hat. Die Moral von der Geschicht' , die will ich nicht. Denn sie würde bedeuten, dass ich mich zuhause einschließen muss , damit ich niemanden mehr schief anschaue und er /sie sich infolge dessen das Leben nimmt. Ich einige mich einfach darauf, dass das Mädchen hochgradig krank war und der Autor vergessen hat zu erwähnen, dass die Schuldzuweisungen fatal und (teilweise) falsch waren. Klarstellen möchte ich noch, dass ich keines der Probleme , die dieses Mädchen hatte, kleinreden will. Der große Zusammenhang ergibt für mich jedoch keinen Sinn. Ich vergebe NULL Sterne und ein Fragezeichen an den Verlag. Die Zeit ist gut für schlechte Bücher.
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