Dagmar Isabell Schmidbauer erzählt in diesem Regensburg-Krimi raffiniert, sinnlich und humorvoll. Sofort begeistert sie uns mit ihrer lebendigen Sprache und einem absolut schlüssigen Verlauf des Plots. Durch mehrere, ineinander verwobene Handlungsstränge lockt sie den Leser immer wieder auf mehrere Fährten gleichzeitig. Diesen gnadenlos spannenden Krimi um gekonnt entwickelte und vor allem glaubhafte Charaktere, würzt sie geradezu genial mit einer leichten Prise Frivolität, einem starken Schuss Regensburger Lokalkolorit und einer großen Portion Menschlichkeit.
Dass die Autorin ein Faible für Krimis hat erkennt man sofort durch den konsequent logischen Aufbau des Plots. Auch eine gewisse Abneigung gegen Schönheitsoperationen bzw. den zur Zeit vorherrschenden Schönheitswahn kann man zwischen den Zeilen heraus lesen, gekonnt und herrlich süffisant nimmt sie diese auf die Schippe.
Die eigentliche Intension dieses Buches kristallisiert sich zwar nur ganz langsam aber dafür unaufhaltsam heraus: dieser Kriminalroman ist eine Anklageschrift gegen die Abscheulichkeit der Kinderpornographie, perverse Verbrecher und die Verbreitung des ganzen über das Internet!
Selten habe ich einen Krimi gelesen, der uns so akribisch aber verspielt an der Nase herumführt. Den Sex zwischen Erwachsenen führt sie uns ganz feinfühlig wieder als die wunderbare Sache vor Augen, der er halt nun mal ist und um das Ganze spinnt sie äußerst liebevoll auch noch eine zarte Liebesgeschichte. Und wer denn letztendlich der Täter ist, überrascht uns dann auch noch wirklich sehr!