Ich kann der ersten Rezension nur zustimmen. Hr. Tibi hat einerseits interessante Fakten/Zitate/Theorien anzubieten und vertritt eine Meinung, die ich für sehr wichtig halte, da sie auf provokante Art und Weise dem in Deutschland herrschenden Gutmenschentum entgegentritt.
Vom literarischen Standpunkt aus - und der ist meiner Ansicht nach entscheidend, da nur ein gut geschriebenes Buch beim Leser dauerhaft Freude und Interesse wecken kann - ist das Buch allerdings eine Katastrophe. Es reien sich ohne jeden roten Faden Einzelbetrachtungen aneinander. Diese sind durchzogen vom bereits genannten weinerlich-aggressiven Ton eines kleinen Kindes. In dieser Eigenschaft beschwert sich Hr.Tibi über die Unzulänglichkeit der deutschen Medienberichterstattung und ist sich nicht zu dumm dafür, dauerend darauf hinzuweisen, dass er selbstverständlich viel genauer über dies oder jenes Bescheid weis bzw. viel objektiver berichten kann. Hr. Tibi zitiert dabei fast ausschließlich sich selbst ("wie ich in meinem Artikel in der Zeit bereits..." usw.), ja man hat das Gefühlt, dass der eigentliche Zweck des Buches die Aufzählung seiner bisherigen Veröffentlichungen ist.
Insgesamt also ein Buch mit inhaltlich guten Ansätzen, das aber aufgrund der penetranten Selbstbeweihräucherung und des chaotischen Schreibstiles nicht genießbar ist.