Nach nun mehr 4 Wochen Dauereinsatz mal ein Fazit. ;)
Die Anfangsfrage war eigentlich: Tablet oder Netbook?
Portabel sollte es sein, robust, unkompliziert. InStyle wäre ein Tablet gewesen und ich bezweifele nicht, dass ich auch da mit dem richtigen Gerät meinen Spaß gefunden hätte. Dagegen sprachen aber schon mal zwei gewaltige HandyCabs:
- Preise noch viel zu hoch bei deutlichen Einbußen in für mich wichtigen Bereichen.
Die Kosten/Nutzen Balance passt für mich einfach nicht.
- Speicherkapazitäten sind (noch) ein Witz
Nach ausgiebiger Recherche habe ich mich dann also für diesen Zwerg hier entschieden und bisher bereue ich es kein Stück.
Solide verbaut, Haptik und Aussehen vermitteln ein durchaus wertiges Gefühl und allein schon die Tatsache, dass beim Deckel auf Klavierlack-optik/Hochglanz verzichtet wurde (keine lästigen, hässlichen Fingertatschies) sondern ein eher Gummi-artiges Material verwendet wurde ist einfach toll. Gerade durch diese Gummi-artige Oberfläche habe ich das gute Stück immer sicher in der Hand und muss keine Angst haben, dass es mir aus den Fingern rutscht.
Auch sonst wackelt oder klappert absolut gar nichts. Auch die Tastatur sitzt fest und gibt nicht bei jedem Tastendruck nach. Ganz im Gegenteil rührt sich das Tastenfeld kein Stück.
Verarbeitung: Top!
Ram-Riegel tauschen ist ein Kinderspiel. Selbst für Menschen mit "Wurstfingern" und vielleicht eher etwas grobmotorischer Veranlagung dürfte es da keine Probleme geben.
Aufrüsten sollte man in jedem Fall. 1GB Ram ist gerade mal so die unterste Grenze für Win7 und macht nicht wirklich Spaß. 2GB sollten es mindestens sein, gradet man das OS up wären 4GB angezeigt (was auch keinen wirklichen Unterschied im Preis macht derzeit).
Ich habe 4GB 1333Hz verbaut. 1066 würden reichen, weiß ich. Aber so wird mein Ram nicht ständig an die Grenzen gefahren, was auch weniger Wärme bedeutet.
Wärme: egal wie sehr man den Kleinen fordert, er bleibt unglaublich gelassen cool im wahrsten Sinne des Wortes (auch mit 1066Hz Ram-Riegel! Der Unterschied ist wirklich nur marginal.). Verbrennen oder auch nur unangenehmes Gefühl, wenn man ihn auf dem Schoß hat, ist nicht. In jeder Lage souverän handlebar. Das die Lüftungsschlitze hier seitlich angebracht sind ist sowieso mal ein sehr kluger Schachzug der Designer. Auf Couch oder Bett stellen gar kein Problem. SO soll es sein.
Die Tastatur ist nicht nur mit erstaunlich "großen" Tasten bestückt sondern auch angenehme leise mit ebenso angenehmen Tastenanschlag. Hat man sich erst mal dran gewöhnt schreibt es sich auch auf längere Zeit recht ermüdungsfrei und macht richtig Spaß. Vor allem gibt nicht gleich das ganze Tastenfeld bei jedem Druck gleich mit nach. Da kenne ich schon richtig gruselige Kandidaten...
Hat man sich endlich von dem ganzen Software-Müll befreit - was ja immer nach den eigenen Präferenzen geht - ist die Leistung des Zwerges ehrlich begeisternd! Filme, Videos, Games: Kein Geruckel, kein Gezicke. Da zickt eher mal Youtube mit der Nachladerei. ;)
Das Multi-Touchpad - hat man sich erst Mal dran gewöhnt und vor allem es auch konfiguriert - ist genial einfach zu bedienen. Vor allem, da man es in der Empfindlichkeit gut an die eigenen Erfordernisse anpassen kann. Gesten wie auf einem Tablet nimmt das Teil auch. Nur das ich hier die Fingertatschies eben nicht auf dem Bildschirm habe. ;) Überhaupt lohnt sich ein Blick in das Konfigurations-Menu des Touchpads. Die Möglichkeiten sind einfach genial wie genial einfach konfiguriert. Wer will denn da noch eine Maus mitschleppen?! o.O
Auch sonst macht der Zwerg eine durchaus gute Figur für all die alltäglichen Dinge. Bei Photoshop wird es ein bisschen kniffelig, was allein schon an dem kleinen Display und der Auflösung liegt. Aber dafür ist so ein Netbook ja eigentlich auch nicht unbedingt gemacht. Schön aber, dass man trotzdem mit Photoshop arbeiten kann ohne zwischendurch Mittagessen gehen zu können. Für kleinere Dinge mal eben zwischendurch für mich der Hit.
Das Display spiegelt zwar leider, was aber dafür einer glasklaren Brillanz zu gute kommt. Gestochen scharfe Bilder in sehr schön ausbalancierten Farben. Es wirkt alles sehr natürlich. Auch im Freien macht es eine gute Figur. Meist reicht ein bisschen den Winkel verstellen und/oder die Helligkeit ein wenig hoch drehen und man kann auch bei Sonnenschein noch ganz gut sehen was da auf dem Bildschirm abgeht. An schattigen Plätzchen wie unter einem Baum oder auf der überdachten Terrasse gibt es gar keine Sichtprobleme.
Und NEIN! Wenn die Sonne direkt auf das Display knallt, sieht man natürlich auch bei dem Zwerg so gut wie nix mehr. Das sollte einem schon die Logik sagen. :D
Sound ist einfach extra-ordinär gut! Selbst mein HP Notebook, dass schon extrem gute Lautsprecher hat, quäkt da im Vergleich zu dem Zwerg. Okay... Disco kann ich damit nicht machen aber Filme sind ein Genuß und als Background-Musikautomat reicht die Klangquali wirklich gut aus. Selbst mir verwöhntem Musik-Liebhaber.
Die Festplatte... mein persönlicher Flaschenhals. :x
Mit 250GB für ein Netbook dieser Klasse vielleicht ein bisschen unterdimensioniert, für den Preis aber völlig akzeptabel. Aber sie ist wirklich ein wenig träge. Das mag einem bei normalem Gebrauch weniger auffallen aber ich kriege da ab und an schon mal eine kleine Krise. Insgesamt aber ein Manko, mit dem ich leben kann, zumal es ja nicht zum Dauernerver gehört.
Drei USB-Anschlüsse sind genial. Vor allem, da einer links angebracht ist. Man kommt sich also nicht ins Gehege mit einzelnen Geräten, Kabeln etc. Da bleiben so gut wie keine Wünsche mehr offen und das auch noch gleichzeitig.
Auch der Netzanschluss liegt praktisch, allerdings hätte ich mir einen abgewinkelten Stecker gewünscht. Zum einen stößt man damit weniger dagegen - die Buchen pflegen ja immer ein wenig empfindlich zu sein - und zweitens hätte man weniger Platzproblemchen (wirklich nur Problemchen) bei Dingen, die da im Weg sein könnten (bei mir eine etwas abgesetzte Platte des Schreibtisches auf den der Zwerg sonst perfekt drauf passt).
Line-In/Out und HDMI runden die Anschlüsse perfekt ab. Genial angebracht auch der Slot des Cardreaders, der wirklich alles anstandslos einliest was man ihm "zum Fraß vorwirft". Keine Sorgen, dass man gegen die Card stoßen und irgendwas zerstören könnte.
Punktabzug gibt es einfach für den unglaublichen Software-"Müll" mit dem man sich anfangs rumschlagen muss und das System nachhaltig ausbremst. Am schlimmsten und unglaublich penetrant fand ich den McAfee. -.- Als mündiger Mensch weiß ich selber DAS und WAS ich an Virenschutz haben möchte. McAfee ist es NICHT.
Hier wäre allgemein weniger mehr gewesen. So ein Win7Starter ist nicht gerade der Turbo unter den Betriebssystemen, für die Ansprüche an ein Netbook aber in der Regel völlig ausreichend.
Das
Windows 7 Anytime Upgrade 32/64 Bit deutsch (Windows 7 Starter auf Windows 7 Home Premium) funktioniert übrigens tadellos, sollte aber nur dann gemacht werden, wenn man sicher sein kann, dass es keine Verbindungsabbrüche geben wird. Ansonsten gibt es Installationsprobleme. Websticks sollte man sich da eher verkneifen. ;)
Fazit:
Ein rundum gelungenes Gerät, dass ich nicht mehr missen möchte. Mit gerade mal 1,3 kg auch noch relativ leicht und in den Maßen kompakt genug für den mobilen Einsatz. Solide verbaut hat man auch keine Angst, dass es beim nächsten Schubser zu Bruch gehen könnte. Der kleine AMD samt Grafik arbeitet rundum solide und erstaunlich gut.
Ein kleiner, flexibler und zuverlässiger Begleiter der richtig Spaß macht.
//Nachtrag 01.12.2011
Es wurde nach Lüfter, Lüfterlautstärke und Akkulaufzeit gefragt. Wohl wahr: auch sehr wichtig. Also dann:
Der Lüfter:
Zum Einen ist der Lüfter doch erstaunlich leise. So im Alltagsbetrieb mit der entsprechenden täglich Geräuschkulisse nimmt ihn kaum wahr. Ab und an fällt es mal auf, wenn er höher Anfährt aber selbst das ist eher so ein... mh.. wie beschreibt man das? - laues Windgeflüster. Kein Fiepsen, kein Piepsen und von Düsentriebwerken ist man ganze Äonen entfernt. Tatsache ist mein mittlerweile zugelegter externer DVD-Brenner deutlich lauter.
Zum Anderen ist er zwar Aktiv aber auch nicht so übermäßig, dass er ständig rauf und runter regeln würde. Beispiel Film: Am Anfang kriegt man es gelegentlich mit wie er sich einpendelt und dann ist aber auch Ruhe. Es flüstert unauffällig nahezu gleichbleibend vor sich hin.
Der Akku:
Das ist ein bisschen schwierig zu beurteilen, da ja jeder so seine eigenen Präferenzen hat. Meine Wenigkeit ist z.B. zu Eitel auf gewisse grafische Elemente zu verzichten. Das frisst natürlich genauso wie so manch andere kleine Eigenheit, von der ich nicht lassen kann *verwöhnt wie ich nun mal bin. :D*
Trotzdem kriege ich ohne größere Probleme Laufzeiten zwischen 4-6 Stunden hin. Zwei Filmchen hinter einander weg von Festplatte via Akku: Null Problemo (oder ein Mal Herr der Ringe Extended ^^).
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