Nachdem meine Panasonic-Röhre nach 7 Jahren vorzeitig ihren Geist aufgegeben hat, war es nun auch bei mir an der Zeit, in das Flachbildschirmzeitalter einzusteigen. Plasma wäre zwar vom Bild her am schönsten, aber die Größe der Geräte schreckt mich ab, da die Glotze ja nicht das Zentrum meines Daseins einnehmen soll. Nach langem Herumrecherchieren habe ich mich für einen LED-TV entschieden und den Toshiba 26EL833G bestellt, da er von der Bildschirmdiagonale in etwa meiner alten & für mich ausreichend großen Röhre entspricht und Toshiba-Fernseher rezensionsmäßig zwar nicht über-euphorisch bewertet werden, aber im Gegensatz zu den meisten anderen Herstellern auch selten vernichtend. Außerdem habe ich im direkten Vergleich die Bildqualität von Toshiba als recht angenehm empfunden.
Nun denn: die Lieferung von Amazon war wiedereinmal vorbildlich, hätte der Postler das Paket nicht in der Zentrale vergessen, wäre es innerhalb von 2 Tagen bei mir gelandet.
Das Gerät ist optisch ansprechend (wobei es jetzt sicher nicht jeden Geschmack trifft), die Verarbeitung wirkt mir solide und beständig, aber ein TV-Möbel mit Rollen oder Drehmechanismus ist angebracht, da der Fernseher nur einen starren Standfuß besitzt.
Die Menüführung ist im Prinzip selbsterklärend, die beigelegte Schnelleinführung und das downloadbare ausführlichere Benutzerhandbuch helfen bei offenen Fragen gut weiter. Ich benutze UPC-Telekabel (analog wie digital), womit sich bei mir die Sendersuche eigentlich auf ATV beschränkt (zum Spaß habe ich auch die DTV-Sendersuche durchlaufen lassen und prompt die österreichischen Kanäle & 3SAT in digitaler Qualität rein gekriegt). Der Scan geht recht flott durch, leider wurden aber bei keinem Versuch alle gefundenen Sender korrekt benannt. Da die manuelle Abstimmung wie auch das Ändern der Sendernummern beim Toshiba relativ unkompliziert zu bewerkstelligen ist, war das kleine Manko relativ rasch behoben.
Die analoge Bildqualität finde ich im Vergleich zu vielen Rezensionen zu dieser Thematik für einen LED-Fernseher eigentlich gut und rein vom Gefühl her auf Augenhöhe mit meinem alten Panasonic (nur ORF1 schmiert in der Hinsicht etwas ab).
Digital ist das Bild meines Erachtens einwandfrei, aber vielleicht sind meine Ansprüche einfach zu niedrig, um eventuelle Schlieren, Schatten, Unregelmäßigkeiten et al ausfindig zu machen. Ich komme auch noch aus einer Zeit, in der sich nasser Schnee auf der Hausantenne 1:1 ins Bild unseres Familienfernsehers reinübertragen hat, und zu Studienzeiten hat sich eine Gabel als die empfangstärkste Antenne rausgestellt. Da ist dann sehr vieles schon ein toller Fortschritt, aber im Ernst, ich finde das Bild wirklich scharf und ausgewogen, wobei ich eigentlich noch gar nichts an den Bildeinstellungen verändert habe. Vom Blickwinkel her mag ich auch nicht meckern, man muss schon sehr sehr schräg von oben oder seitlich in den Fernseher reinschauen, um den Drang zu verspüren, dass Gerät frontaler zu einem her zu drehen.
Die HD-Qualität war für mich (im Vergleich zu einem Samsung-Gerät meines Vaters) erfreulich erträglich scharf (beim erwähnten Samsung knallt es einem ja fast die Augen weg), wobei man das subjektiv als Stärke oder Schwäche auslegen darf. Ich habe den Fernseher dann aber mittels Scart an meiner UPC-Box angeschlossen, da ich nun mal ein Teletext-Junkie bin und HDMI ja bekanntlicherweise keine Teletext-Daten überträgt.
Mangels zweitem Scart-Anschluß muss eine DVD-Player über den Component Video-Eingang mit dem Fernseher verbunden werden, was m.M.n. aber ohnehin die bessere Wahl ist.
Angeschlossene USB-Geräte werden sehr schnell eingelesen, wobei der Toshiba laut Beschreibung zwar fast alle gängigen Video-Formate erkennen soll und auch tut, dann aber doch z.B. bei manchen .avi Dateien verweigert, was aber mit Sicherheit an den jeweilig verwendeten Codecs liegen dürfte. Die Navigation und Menüführung der USB-Mediendateien lässt mich bis jetzt jedenfalls nicht klagen.
Der Ton ist natürlich nicht mit meinem alten Röhrengerät zu vergleichen, aber die Größenschrumpfung und Gewichtsersparnis des Toshiba LEDs müssen sich ja irgendwo negativ niederschlagen. Trotzdem will ich nicht behaupten, dass der 26EL833G einen miesen Sound hat. Die Fülle fehlt halt und kurz nach dem Einschalten kommt's mir auch ein wenig blechern vor, aber da spielt halt noch die Erinnerung an die größeren Lautsprecher meines Panasonics eine Rolle. Läuft der Toshiba mal für eine kurze Zeit, gewöhnt man sich schnell an den etwas flacheren Klang (der sich mit den Soundeinstellungen doch noch verbessern lässt) und ich finde ihn für den Alltagsgebrauch vollkommen ausreichend. Für Filme oder Musiksendungen kann man den Fernseher dann immer noch an die Heimanlage et al anschließen, dann passt der Klang auch für's verwöhnte Ohr.
Die Fernbedienung schätze ich mal als solide ein, kompakt und handlich und alle wesentlichen und wichtigen Funktionen des Fernsehers lassen sich mit wenigen Tastendrücker einstellen oder verändern. Mit Ausnahme des Eingangsquellewechsels (den finde ich nicht ganz optimal gelöst) ist mir bis jetzt noch nichts Umständliches aufgefallen bzw. geht mir bis jetzt auch keine Taste bzw. Funktion auf der Fernbedienung ab.
Wirkliche Mankos? Ich hätte gerne einen Netzschalter gehabt, etwas, das m.M.n. sowieso Pflicht bei Elektrogeräten sein sollte. Der Toshiba hat keinen, aber dafür einen unglaublich nützlichen Hinweis im downloadbaren Benutzerhandbuch: "Da unerwartete Phänomene auftreten können, sollte das Netzkabel nicht allzu regelmäßig getrennt werden". Hmmm, nachdem ich meinen Fernseher sicher nicht zum Spaß im Stand-By lasse und ergo an einer Dose mit Netzschalter hängen habe, bin ich schon in froher Erwartung und Spannung dieser unerwarteten Phänomene. Wird er größer, schrumpft er in sich zusammen, verwandelt er sich in einen Stabmixer ... ?
Und beim Senderwechsel könnte er auch ein weniger hurtiger reagieren, aber auch nur, wenn ich wirklich ungeduldig bin.
Alles in allem ist der Toshiba 26EL833G ein gediegenes Gerät für den Normalverbraucher, das wenig Schwächen aufzuweisen hat und vor allem durch den Preis durchgehend gute Qualität zu einer Stärke macht.
Update 01.02.2012: Zu den unerwarteten Phänomenen, die laut Benutzerhandbuch auftreten können, wenn man das Gerät allzu regelmäßig vom Netz trennt, kann ich bis dato nur feststellen, dass sie bei meinem Toshiba noch nicht zu beobachten waren. Und ich nehme den Fernseher wirklich fast immer auch gleich vom Strom, wenn ich ihn ausschalte.