Design:
Der freundliche Paketbote drückt mir ein Päckchen in die Hand. Da soll ein 32er drin sein? LED macht's möglich (geradezu irreal, wenn man eben noch ein Röhren-TV in den Keller schleppte). Durch den schmalen Rand ist der 80cm-LED nur genauso breit wie die 66cm-Röhre, toll! Und die Tiefe spielt eigentlich gar keine Rolle mehr, wenn man das Gerät nicht gerade zwischen seinen Bildern verstecken möchte.
Der schwarze Klavierlack ist leider so branchenüblich wie früher das Computergrau, die Fernbedienung ist erfreulich aufgeräumt und nicht so tastenübersät wie bei Samsung (mein großer LCD) - wenn man es positiv sehen will. Negativ ausgedrückt: Sind denn koreanische und japanische Ingenieure wirklich nicht in der Lage, um sich im Zeitraum der letzten 10 Jahre mal anzuschauen, wie Loewe eine Fernbedienung mit der gefühlten Hälfte an Tasten gestaltet? Von der Haptik ganz zu schweigen.
Der Fuß ist starr (spielt aber beim geringen Gewicht keine Rolle) und wirkt nicht hochwertig.
Ton:
Beim Einschalten denke ich: Och, klingt doch gar nicht schlecht, damit kann ich leben. Nach einigen Stunden weiß ich es besser: Damit kann ich nicht leben. Das Klangbild ist völlig unausgewogen, blechern und unnatürlich. Jeder PC-Lautsprecher ab 10€ wertet den Ton um Klassen auf. Leider konterkarieren zusätzliche Lautsprecher sowohl das zierliche Design als auch den sparsamen Stromverbrauch des Toshiba.
Bild:
Wie immer der schwierigste Punkt in der Beurteilung. Mir haben die Standardeinstellungen gar nicht gefallen, alle zu hell und grell. Außer der "Film"-Modus, den ich wiederum als grotesk dunkel empfinde. Und dann nehme ich das Bild noch als gelbstichig wahr. Meinen derzeitigen Experimentierstand habe ich unten angefügt; damit gefällt mir das Bild sehr gut, und ich vermisse damit auch kein Full HD. Rein subjektiv.
Objektiv sieht es etwas anders aus: Beim Versuch, Helligkeit, Kontrast und Farben mit einem Testbild zu kalibrieren, scheiterte ich. Flächen, die unterscheidbar sein sollten, waren es nicht. Der PC-Monitor und der Samsung zeigten, dass die Schuld nicht beim Testbild lag.
Die Blickwinkelabhängigkeit erachte ich als relativ unproblematisch, wobei man aber möglichst nicht von unten auf den Schirm schauen sollte.
Bedienung:
Beim Thema Sendersuchlauf/-sortierung war ich schon auf das Schlimmste gefasst. Das half. Zuerst machte ich mich kundig, wie man Einstellungen sichert und probierte rum. Natürlich schafft es auch Toshiba nicht, parallele Senderlisten für DVB-C und DVB-T zu verwalten, beim Wechsel der Empfangsart ist alles futsch. Meine Empfehlung für DVB-C, wenn man etwas technisch versiert ist: Herausfinden, welche Sender man sehen möchte und dann nur deren entsprechende Frequenzbänder manuell durchsuchen. Das (schlanke) Ergebnis ist dann prima sortierbar. Einen kompletten Suchlauf dagegen manuell nachzuarbeiten, stelle ich mir albtraumhaft vor.
Die Sender-Umschaltzeiten sind normal, Umschalten auf HDMI oder zurück dauert doch seeeehr lange.
Die Menüs sind recht flott und übersichtlich. Der Funktionsumfang ist allerdings auch sehr spartanisch, nicht einmal zwischen zwei Sendern hin- und herschalten kann man. Der Teletext ist sehr flott und stellt Unterseiten komfortabel dar. Beim EPG fehlt - mir unverständlich - die Übersicht "Was läuft auf den anderen Sendern".
Fazit:
Bei meinen ersten Erfahrungen mit meinem Samsung wurde ich immer wütender auf deren Ingenieure und ihr überladenes Produkt im Alpha-Entwicklungsstadium. Der Toshiba macht mir hingegen - mit Zusatzlautsprechern - richtig Spaß und dient sogar als Digitalradio im Schlafzimmer. "Schlank" beschreibt den Toshiba am besten: Form und Verbrauch, aber auch Konnektivität und Funktionsumfang. Als Hauptgerät wäre er mir zu wenig, als Zweitgerät genau richtig.
Nachträge:
- Wenn man ein voreingestelltes Bildprofil (z.B. "Film") ändert (z.B. heller), wird sofort das bisherige benutzerdefinierte Profil gelöscht - blöd.
- Die Sendersortierung der TV-Sender ist bei mir stabil. Die Radionsender werden aber immer mal wieder selbständig umsortiert, so dass auch eine Mischmasch zwischen TV- und Radio-Nummern entstehen kann. Das Bereinigen ist recht aufwendig. Ich forsche noch, wie das unterdrückt werden kann (im Hotelmodus gibt es eine entsprechende Funktion, die hat aber auch nicht geholfen).
- Da sich in letzter Zeit ganz kurze Tonaussetzer häuften, habe ich gestern mal das Firmwareupdate 1.25 eingespielt (vorher natürlich die Einstellungen auf USB gesichert). Tonaussetzer sind mir in der Kürze der Zeit nicht mehr aufgefallen - aber alle Einstellungen inkl. Sendern waren gelöscht. Zur USB-Sicherung heißt es: "... not compatible with 1.25". Ich bin leicht angefressen.
- Das Firmwareupdate hat die Tonaussetzer wirklich beseitigt. Dafür gibt es was neues: Beim Sortieren der Sender springt das Gerät häufigst (!) von selbst aus dem Menü heraus, was die Anzahl der notwendigen Tastendrücke vervielfacht. Nach gleich zwei Senderumstellungen meines Kabelproviders war ich einem Wutanfall recht nahe.
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Da man gerade am Anfang viel rumprobiert, ist die Gefahr groß, stundenlange Einstellungen (Senderlisten) mit einem Knopfdruck zu zerstören. Mit dem "Hotelmodus" lassen sich die Einstellungen auf USB-Stick sichern und zurückkopieren:
- Mute-Taste kurz drücken
- Mute-Taste erneut drücken und gedrückt halten
- nach ca. 5 sek. zusätzlich die unterste Taste links am Bedienpanel der Gerätes drücken (einen "langen Moment", ca 0,5 sek.)
Und hier noch meine Bildeinstellungen (wenn jemand bessere hat, freue ich mich über Vorschläge):
Active Backlight Control: Aus
Panelhelligkeit: 38
Kontrast: 90
Helligkeit: 50
Farbe: 45
Farbton: -5
Bildschärfe: 40
Schwarzweiß-Pegel: Aus
Kinomodus Ein
Farbtemperatur: Warm
- Rot: +8
- Grün: -5
- Blau: +4
St.Gamma: +2