|
Produktinformation
|
Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden(Was ist das?)Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
|
Musik und Rollen sind hochdramatisch und verlangen von den Akteuren glaubwürdige Darstellung der Charaktere und zugleich eine breitgefächerte, exzellente Gesangstechnik. - Das Orchester steht vor dem Problem, die Dramatik des Stoffes in Musik darzustellen, ohne die Sänger zu übertönen.
Die DVD „Tosca" der Arthaus-Musik ist quasi die Drittausgabe ; denn erst kam diese Produktion als Kinofilm in ausgesuchte Lichtspielhäuser, dann erschien sie als Doppel-CD und nun als DVD.
Kamera-Einstellungen und Inszenierung lassen vermuten, dass die DVD von vorherein die primäre Zielrichtung war. Dafür sprechen die vielen Großaufnahmen, die eher DVD- als Kino-gerecht sind. - Die technische Realisierung ist vollkommen gelungen, die Tonqualität geradezu exzellent! - Wie schon beim Film sind die - einblendbaren - deutschen Untertitel lobenswert sparsam und trotzdem aussagekräftig. Sie sind - endlich mal! - dem Opern-Neuling eine wirkliche Verständnis-Hilfe.
Die Inszenierung geht einen geschickten Mittelweg zwischen abgefilmter Bühnenaufführung und Opern-Fernsehbearbeitung; sie ist konservativ, macht aber durch eingeblendete Orchester- und Studio-Szenen keinen Hehl daraus, wie dieses Werk letztendlich entstanden ist. -
Es spielen und singen Chor und Orchester des Royal Opera House, London. Die Leitung hat Antonio Pappano, dessen Dirigat keine Wünsche offen lässt. Er beherrscht den dramatischen Ausbruch ebenso wie die einfühlsamste Stützung des Pianos der Akteure. Und er trifft mit dem Orchesterklang haargenau die szenischen Stimmungen, ohne je dabei zu übertreiben.
----------------------
Die drei Hauprollen dieser Oper sind Tosca, Cavaradossi und Scarpia. - Ich wage einmal die Behauptung, dass es für dieses Trio kaum eine grossartigere Besetzung gibt und lange Zeit nicht geben wird als auf dieser DVD ( natürlich gilt das auch für den Film und die entsprechende EMI-CD) ! - Das trifft sowohl auf die stimmlichen Leistungen wie auch auf die Darstellungskunst zu.
Angela Gheorghiu, soeben zur ECHO-KLASSIK-2002-Preisträgerin im Fach Gesang gekürt, ist die Darstellerin der Tosca. Sie hat nur einen „Nachteil": Die Intensität ihrer Darstellung und ihre atemberaubende Gesangstechnik dominieren, - da mögen alle anderen Akteure noch so gut sein. Diese Dominanz wirkt aber keineswegs gewollt oder aufgesetzt, - nein, sie ist schlicht das Ergebnis einer künstlerischen Ausnahme-Erscheinung.
Roberto Alagna spielt jugendlich unbekümmert und ohne die typischen Tenor-Manierismen den Maler Mario Cavaradossi. - Die Duette mit - seiner Frau - Angela Gheorghiu geraten dabei zu
ergreifenden Höhepunkten.
Ruggero Raimondi verkörpert den hinterhältig dämonischen Scarpia mit Oskar-würdiger
Mimik. Oft schon hat Raimondi diese Rolle gespielt; durch eine an Sprechgesang erinnernde
Intonation erreicht er eine ungeheure Intensität der Charakterisierung, - ein Scarpia, der unheimlich wirkt und in den Szenen mit Tosca ein spürbar dichtes Spannungsfeld aufbaut.
------------------------
Diese DVD stellt ein MUSS dar für jeden Opern-Freund, der das Medium DVD für Opern geeignet zu akzeptieren bereit ist. Die geschickte Machart trägt vielleicht bei Skeptikern einiges zur Akzeptanz bei. -
Ansonsten empfehle ich die musikalisch identische EMI-CD. - Hier ist der Vorteil das ausführliche Booklet, welches auch den Text in Deutsch und im italienischen Original enthält. - Am besten kauft man DVD UND CD...
Nachdrücklich empfehlen kann ich auch die Spielfilm-Version; denn das große Leinwandbild beeindruckt auf seine Weise.
Auch für Opernneulinge unbedingt zu empfehlen.
10 von 10 Punkten für Inszenierung.
10 für Gesang
10 für Kostüme
10 für Dirigat
10 von 10 Punkten für überhaupt alles, was eine gute OpernDVD ausmacht!!!
|