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Tortengräber: Ein rabenschwarzer Roman
 
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Tortengräber: Ein rabenschwarzer Roman [Taschenbuch]

Heinrich Steinfest
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 6 (Oktober 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492248942
  • ISBN-13: 978-3492248945
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 37.495 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Heinrich Steinfest
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.at-Redaktion

Eine irrwitzige Geschichte: Klaus Vavra ist ein Langweiler. Seine täglichen Freuden sind es, schmackhafte Croissants zu verzehren und Frauen am Telefon anzuschweigen. Seine beiden Gewohnheiten bringen ihn jedoch in Gefahr: Vavra konnte es nämlich nicht unterlassen, die auf einem Geldschein -- den er natürlich beim Croissant-Kauf bekommen hat -- gekritzelte Nummer zu wählen und wie gewohnt zu schweigen. Doch am anderen Ende der Leitung wartet eine verzweifelte Mutter auf den Anruf der Entführer ihrer Tochter. Wenige Minuten später stürmt die Polizei seine Wohnung. Eine ebenso mord- wie wendungsreiche und hoch komische Rallye quer durch Wien beginnt.

To(r)tengräber ist bereits der fünfte Roman des österreichischen Autors Heinrich Steinfest (Der Nachmittag des Pornographen), dessen letztes Buch Cheng im Herbst in einer überarbeiteten Fassung neu erscheinen wird. Der Träger des Würth-Literaturpreises beherrscht sein schriftstellerisches Handwerk meisterhaft und legt im Rahmen des Krimi-Plots immer wieder gekonnt mit einigen wenigen Sätzen die österreichische Seele mit all ihren Bizarrerien und dunklen Seiten frei, wie es sonst nur ganz Großen wie Thomas Bernhard vorbehalten war. Allerdings geraten die Beschreibungen der vielen skurrilen Figuren mit Fortdauer des Romans ein wenig zur Routine -- was dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch tut.

Es wäre jedenfalls schade, wenn die literarische Bedeutung eines so vielseitigen Erzählers wie Steinfest nur aufgrund der Tatsache verborgen bliebe, dass er dem vom Feuilleton immer noch verschmähten Genre "Kriminalroman" zugerechnet wird, in dem übrigens nicht selten Bedeutenderes geleistet wird -- man denke nur an heute längst kanonisierte Autoren wie Raymond Chandler oder Georges Simenon -- als in der so genannten Hochliteratur. --Sebastian Fasthuber -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Heinrich Steinfest verfügt über ein schamlos bloßlegendes Sprachbesteck.« Der Standard

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Nach dem "Ein-Mann-Komplott", dem "Nachmittag des Pornographen" und "Cheng" nun der vierte Wien-Krimi von Heinrich Steinfest, zu dessen (immer noch kleiner?) Stammleserschaft zu gehören mir immer mehr Spaß und Freude bereitet. Wie seine drei vorherigen Romane ist auch der "Tortengräber" wieder ein besonders gelungenes Beispiel dafür, wie man die mittlerweile nicht mehr gar so exotische Mischung aus beißender, polemischer Gesellschaftskritik, Satire, surrealer Imagination und Sex and Crime (bei Steinfest eher Crime, vom "Pornographen" mal abgesehen) zu einem unterhaltsamen, schrägen Krimi-Plot gerinnen läßt.

Steinfest bleibt im "Tortengräber" seiner Tradition treu: Die Figuren schäbig, schrill, skurril, korrupt, oder wie Vavra, einer der bedauernswerten Protagonisten, plötzlich herausgerissen aus einem stillen Ozean alltäglicher Langeweile und jäh hineingespült in einen Strudel fataler Verstrickungen, die er nicht zu durchschauen vermag. Wie immer ordentliche Hiebe auf das, was sich als bessere Gesellschaft versteht, wenn auch nicht mehr so polternd und direkt wie noch in den Romanen zuvor, was der Sache aber keinen Abbruch tut, ätzend bleibt der Autor allemal.

Diesmal sind es Psychiater, Gerichtsgutachter, honorige Professoren, arrivierte bildende Künstler, die von Steinfest gnadenlos ins Visier genommen werden und eine deutsche Industriellenfamilie, deren Machenschaften in den durch und durch korrupten, morbiden, dekadenten und nepotistischen Niederungen der österreichischen - und vor allem Wiener - Gesellschaft einen gedeihlichen Nährboden finden. Ausbaldovert werden diese Machenschaften im kleinen, der Bäckerei Lukas angeschlossenem Kaffehaus, einem konspirativen Augiasstall, in dem sich die wahrlich verkommensten und niederträchtigsten Elemente der Wiener Society tummeln.

Diesen Stall auszumisten schicken sich Resele und Cerny an, erstere exzentrische Lebedame, letzterer ein neurotischer Kriminalbeamter, beide durch die Untiefen und Wirrnisse der Ermittlungen untrennbar und schicksalshaft bis zum Finale furioso aneinandergekettet. Ein kriminalistisches Wiener Traumpaar, das mit Schirm, Charme und Melange beharrlich danach trachtet, den fiesen Mehlspeisenfreunden der Lukas-Runde auf die Schliche zu kommen. Die beiden sind einen Fortsetzungsroman, wenn nicht gar eine ganze Serie wert, wäre da nur nicht dieser Brief und Frau Hafners verhängnisvolle Neugier gewesen ...

Der langen Rede kurzer Sinn: Diese Torte ist es wert, vernascht zu werden, absolut lesenswert für die Freunde von Mord, Fiebermessern, der Stadt Wien und ihrer köstlichen Süßspeisen. Und überhaupt, Herr Steinfest, poltern Sie doch mal wieder so richtig drauf los und schreiben Sie vielleicht mal ein Drehbuch für den Wiener Tatort, auf das er einmal ausnahmsweise nicht als Schlaftablettensubstitut wirken möge.

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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mag Wolfgang Neubacher TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Klaus Vavra ist ein total biederer Wiener - abgesehen davon, dass er gerne Frauen anruft und sie "anschweigt". Er hält das für gar nicht so schlimm und auch für ungefährlich. Doch eines Tages erhält er bei seinem täglichen Croissant-Kauf in seiner Lieblingsbäckerei als Wechselgeld einen Schein, auf dem eine Telefonnummer notiert ist. Warum nicht diese Nummer anrufen? Gesagt, getan. Wenig später stürmt eine Spezialeinheit der Wiener Polizei seine Wohnung; das Verhängnis nimmt seinen Lauf...
Wer Heinrich Steinfest kennt, weiß von vornherein, was ihn erwartet: ein unheimlich schwarzer und schräger Kriminalroman. Alle und jede Institution "kriegen ihr Fett ab"; ganz Wien wird, wie es so schön heißt, kräftigst "durch den Kakao gezogen". Man amüsiert sich beim Lesen köstlich über die diversen Skurrilitäten und entdeckt, dass da einiges an Tiefgang vorhanden ist.
Summa summarum: höchstes Lesevergnügen, nicht nur für Krimifreunde!
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian von Montfort HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Angefangen habe ich mit Steinfests "Cheng". Seine skurrile, in Teilen oft sinnlose Handlung fand ich im "Tortengräber" sogar griffiger. Doch die Handlung ist wohl auch nicht das Ziel von Steinfest, sondern lediglich eine Art Gerüst für seine ständigen, wunderbar zynisch-ironischen Seitenhiebe auf die scheinheilige Gesellschaft. Er hat ein sehr gesellschaftskritisches Weltbild, das man gut finden muss. Vielen ist das zu bitter, zu zynisch, und viele sehen oder empfinden die Zerstörungskraft der Politik und des Klüngels vielleicht nicht so - dann würde ich von Steinfest generell abraten.

Im "Tortengräber" verliert er zum Schluss leider etwas diesen zynischen Witz, und die 40 Seiten Epilog sind auch völlig überflüssig. Dafür ist der Start umso besser: der spießbürgerliche Klaus Vavra, Spezialist für Croissants, findet auf einem Geldschein eine Telefonnummer und ruft aus Interesse mal an. Am anderen Ende hebt eine erschrockene Millionärin ab: sie hält ihn für den Entführer ihres gerade vermissten Kindes. Klaus legt auf, aber eine Stunde später stürmt ein SEK seine Wohnung und er verfängt sich unschuldig - aber gnadenlos - in den Fängen der Wiener Justiz. Sein Ruf, sein Leben werden in kürzester Zeit zerstört. Immerhin hat er als dann Arbeitsloser Zeit für eigene, erstaunliche Ermittlungen, während der den Medien und der Öffentlichkeit immer neue Konstruktionen vorgelegt werden.

Eine Szenerie, wie geschaffen für einen Kritiker wie Steinfest. Zuweilen wird es sehr abstrus, doch andererseits gibt es diese Fälle wie gerade aktuell die erste Festnahme im schwedischen Mordfall der Politikern Anna Lindh. Als dieser Mann unschuldig wieder entlassen wurde, hatten ihn die Medien bereits zerrissen. Die komischsten Geschichten schreibt oft die Realität, weshalb Steinfest vielleicht gar nicht so weit daneben liegt. Auch die "Loge", in der sich alle treffen, und vieles mehr hat durchaus Realitätsbezug. Eingepackt ist das Ganze in Steinfests bildhafte Sprache, die viele Details effektiv veranschaulicht wie z.B. der sonderbare Kommissar, der beim Essen 'kranichartig schluckt', der nette Abgeordnete, der 'Hilfe anbietet, so wie man einen Schlag in den Magen anbietet' oder die lethargische, 'im Nagellack erstarrte' Politikergattin. Wer auf solche Sprüche Lust hat, kann es probieren - und danach auch mal bei den politischen Skandal-Aufdeckungsplanern von "Cheng" vorbeischauen :-)

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Veröffentlicht am 27. Dezember 2008 von Windritter
netter krimi, nicht mehr, nicht weniger
ein krimi, der abwechselnd aus der sicht von herrn vavra (ein ganz eigener mensch der irrtümlicher weise in den ganzen fall verwickelt wird) und herrn cerny (kriminalbeamter)... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 15. September 2008 von los lisos
Herrliche Ideen, leider teils verschenkt
Im Prinzip bin ich ein großer Fan von Steinfest: Seine stilsichere, bildreiche Erzählweise gefällt mir genauso wie seine schrulligen Charaktere und die zynische... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Juli 2008 von hartmutw
Unterhaltsam zum einmaligen Lesen, aber nicht für öfter
Ich fand den Tortengräber ganz unterhaltsam und interessant zum einmaligen Lesen, aber einmal genügt auch. Lesen Sie weiter...
Am 14. November 2002 veröffentlicht
Flach und langweilig
Habe soeben das Buch zugeklappt und kann nur sagen, dass ich es nicht weiterempfehle. Nach einem durchaus gelungenen Start verflachen die Charaktere, vielleicht weil es zu viele... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. April 2002 von "dievier"
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