Wie neu ist es eigentlich, wenn eine gute englische BBC-Serie mit einem AMERIKANISCHEN Monolog anfängt?
Oh, ja, das ist Cpt. Jack Harkness, der die Intro spricht - bekannt aus der ersten Serie des neuen "DOCTOR WHO". Ein Amerikaner in Cardiff (das ist in Wales. Eh. Wales ist in Großbrittanien), und er ist er Leiter der örtlichen TORCHWOOD-Filiale, beauftragt damit, das Vereinigte Königreich vor außerirdischen Gefahren zu beschützen und neue, alien Schätze zu bergen. Okay, Captain Jack ist nicht WIRKLICH Amerikaner. Eigentlich ist er aus der fernen Zukunft und als klassischer Con-Man (Betrüger) in die Vergangenheit gereist, aber -
Gut, okay... Eigentlich ist überhaupt nicht klar, wer Jack wirklich ist. Selbst wenn man die (geniale) erste Season der neuen "WHO"-Serie geguckt hat - da ist noch einiges Unbekanntes. Aber Jack ist ein Fokus der Serie.
Der zweite ist Eve Myles' "Gwen Cooper", eine normale Polizistin, die unerwartet in die Geheimorganisation "TORCHWOOD" eingebunden wird und feststellen muß, daß es viel mehr in dieser Realität gibt, als ihre Philosophie zwischen Himmel und Erde erlaubt (with apologies to W. Shakespeare, Esq.).
In unserer Realität mag "TORCHWOOD" ein Anagramm von "DOCTOR WHO" sein (welches als geheimes Cover für die erste Season fungierte), aber im WHOniverse ist Torchwood die erste Anlaufstelle für alles Seltsame und Gefährliche. Nicht zu vergessen ist, daß die Mitglieder von Torchwood zuletzt ihr eigenes Armageddon erlebten (siehe das Finale von "DOCTOR WHO"'s 2. Series, mit dem brillianten David Tennant) - sie sind alle angeschlagen, und die neuen Gefahren höhlen sie mehr und mehr aus.
WARNUNG: Torchwood ist NICHT Doctor Who. Dies ist eine Serie für Erwachsene: das Thema Sex ist durchgehend aktiv, die Charaktere sind bei weitem unangenehmer (weil angeschlagen), und insgesamt ist TORCHWOOD wesentlich dunkler als "DOCTOR WHO" (und nicht nur in der Beleuchtung).
Nichtsdestotrotz, diese Serie beweist nur einmal mehr, daß Series Creator Russel T. Davies an extremer Genialität leidet: Auch wenn TORCHWOOD etwas Zeit braucht, um zu voller Form aufzulaufen, die Folgen "CYBERWOMAN", "THEY KEEP KILLING SUZIE", und das Series Finale "END OF DAYS" beweisen nur zu gut, daß man diesem Mann freie Hand geben sollte. Vielleicht am meisten hat mich "COUNTRYCIDE" überzeugt - die Show ging so tief in die menschliche Psyche und war dermaßen schmerzhaft, daß ich davon gefeselt war.
Und wie üblich hat sich Mr. Davies als exzellenter Auswähler von Schauspielern erwiesen: Nicht nur John Barrowman beweist sich erneut als überwältigender Lead Character, auch Eve Myles erweist sich als schauspierlerische Rakete. Die anderen Darsteller halten angemessen mit. Dazu Murray Gold's unvergleichlicher Soundtrack - die geradezu panischen Violinen-Sequenzen als Titelmusik von Torchwood sind genial.
Ich freue mich unendlich auf die zweite Serie von Torchwood. Nun ja... NACHDEM Cpt. Jack wieder an Bord der TARDIS ist.
Ich sage nur mal über das Finale von Torchwood: Die gesamte Season über haben sie vermieden, den Doctor zu erwähnen, und dann, ganz am Ende, gibt es eine Erwähnung, und dann... NUR als Geräusch... das Landen von der TARDIS, gleich das Abfliegen...
Captain Jack will be back. Just keep watching the skies (or Auntie Beeb).