Die TV-Serie "Torchwood" ist ein Ableger der britischen Kult-Science-Fiction-Serie "Doctor Who" und erfreut sich in der englischsprachigen Welt großer Beliebtheit, was vor allem an dem Charisma des Hauptdarstellers John Barrowman liegt. Nachdem "Torchwood" in Deutschland eher heimlich, still und leise spätabends auf einem Privatsender lief, hat sich der Cross Cult Verlag nun zur Veröffentlichung der begleitenden Romanserie entschlossen. Mit "Ein anderes Leben" liegt nun der erste Torchwood-Roman aus der Feder des "Doctor Who"-erfahrenen Autors Peter Anghelides vor. Die Geschichte ist zeitlich während der ersten Staffel von "Torchwood", zwischen den Folgen "Die Geistermaschine" und "Cyberwoman", angesiedelt.
Anghelides nimmt sich in der ersten Hälfte des Romans Zeit, die Charaktere einzuführen, sodass die Handlung eigentlich erst im zweiten Teil richtig Fahrt aufnimmt. Dies ist für den Einstandsroman in eine neue Reihe durchaus angebracht, und auch Torchwood-Fans dürften ihre Freude an der Darstellung der Hauptcharaktere haben, zumal es sich Anghelides nicht nehmen ließ, einige zukünftige Entwicklungen, die im Laufe der Serie stattfinden, anzudeuten. Für Torchwood-unkundige Leser ist dies aber auch kein Problem, da viele Hinweise wirklich nur von Fans erkannt werden und den Lesefluss nicht weiter stören. Der Roman profitiert eher davon, dass die einzelnen Charaktere so noch plastischer erscheinen.
Das Cover zeigt eine Collage aus Promotionsfotos zur ersten Torchwood-Staffel, aus der Hauptdarsteller John Barrowman als Captain Jack Harkness am deutlichsten hervorsticht.
"Ein anderes Leben" ist ein gelungener Einstand in die Torchwood-Romanreihe. Leider kommt das Buch etwas verspätet, sodass es eher nicht von der Ausstrahlung der Serie profitieren kann. Neue Leser werden sich anfangs mit den Besonderheiten der Serie wohl etwas schwer tun, allerdings gelingt es dem Autor, Anspielungen auf "Torchwood" und "Doctor Who" so geschickt unterzubringen, dass sie den Lesefluss Unkundiger nicht stören. Für Torchwood-Fans dagegen ist der Roman wärmstens zu empfehlen.