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Tor zur Welt: Fußball als Realitätsmodell
 
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Tor zur Welt: Fußball als Realitätsmodell [Taschenbuch]

Klaus Theweleit
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 233 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1., Aufl. (17. März 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 346203393X
  • ISBN-13: 978-3462033939
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 12,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 239.855 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Klaus Theweleit
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 09.06.2004
Eigentlich hatte Silvia Henke erwartet, dass der Autor der "Männerphantasien" das "System Fußball ideologiekritisch durchlöchert und (...) den Kampfsport als Militärersatz ausweisen würde" und so weiter - aber nichts da. "Theweleit kickt schwärmerisch einen Fussballessay ins Regal", steht in der Unterzeile, und tatsächlich hat Henke einen enthusiastischen Klaus Theweleit erlebt, der Fußball hoch leben lässt, weil er nicht nur "in seiner Verkoppelung von Körpergefühl und technischer Übertragung verlebendigend wirkte und wirkt", sondern auch: zivilisatorisch. "Weil er primär Spielraum und nicht Kampfzone ist, wird Fußball (...) bei Theweleit zum Modell für eine offene Gesellschaft", und um das zu belegen, erzähle er Pausenhofgeschichten und Weltmeisterschaftsgeschichten, denke über Beckenbauer und Netzer nach und fabuliere über Stil und Ästhetik. Theweleits eigener Stil übrigens, findet die Rezensentin, sei hier nicht ganz so elegant wie die Pässe, über die er schwärmt, aber das nur am Rand. Ist Fußball also ein Tor zur Welt? Ja, meint die Rezensentin - mit einer Einschränkung: ein "männliches Tor zur Welt".

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Und welche Mannschaft bist du? Im kalten Deutschland des Wirtschaftswunders ist das Flüchtlingskind Klaus Theweleit der Hamburger SV. Er spielt mit einem Fußball aus Schweinsblase, erfindet stets neue Zählweisen beim Kick gegen die Wand und führt Listen mit imaginären Tabellen. So entsteht ein Modell des In-der-Welt-Seins, das ein Leben lang nicht mehr verloren geht. Später hat Theweleit es auf Pop, Film, Literatur und Wissenschaft übertragen, doch hier erzählt er seine Kindergeschichte als komplett am Magneten Fußball ausgerichtet. Dabei entstand ein erstes Ordnungssystem und öffnete sich ein Tor zur Welt. Später hat Theweleit das Spiel zu lesen gelernt und behandelt es nun wie einen Text. Er untersucht die Spiele der letzten Weltmeisterschaft nach ihren übersehenen und doch entscheidenden Wendepunkten. Ein Ausweichen von David Beckham im Zweikampf, das Englands Ausscheiden vorangeht. Die Position von Schiedsrichter Collina im Finale von Yokohama, der Deutschlands Titelgewinn im Weg steht. Theweleit fahndet zudem nach den Grundlagen des modernen Fußballs und stößt dabei auf die Kinderspiele, die heute digital sind und für ein ganz neues Verständnis von Raum sorgen. Dem renommierten Autor gelingt eine erhellende und verblüffende Betrachtung von Fußball, wie es sie bislang noch nicht gegeben hat.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Wer Theweleits "Männerphantasien" gelesen hat, würde bei einem Buch von ihm über das Phänomen Fussball vielleicht eine marxistisch-psychoanalytische Abhandlung darüber erwarten, dass Fussball Faschismus sei. Weit gefehlt - Theweleit erweist sich als echter Fussball-Fan, der sich eine Menge Gedanken über Fussball und Fantum macht. Dabei kommt er zu überraschenden und erhellenden Einsichten. Sympathischerweise (jeder Fan wird das verstehen) beschäftigt er sich bis in Details mit einzelnen Spielen und Epochen der Fußballgeschichte, bemüht sich das letztendlich wohl Unerklärliche zu erklären - nämlich Erfolg und Mißerfolg beim Fussball. Das Ganze ist sehr nett, weil sehr persönlich und mit spürbarem Engagement geschrieben und auch für Nicht-Fans gut zu lesen. Für Fussballinteressierte ein Muß!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Else Kling TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Ein Titel, der neugierig macht: Fußball als Realitätsmodell? Als Tor zur Welt? Was meint der Autor nur damit? Nun, man muss schon aufmerksam lesen und den Titel immer im Hinterkopf haben, um einen roten Faden in dem Buch zu erkennen. Theweleit beschreibt zum einen, wie sich ihm die Welt über den Fußball (als Tor eben) erschlossen hat, zum anderen zieht er Parallelen zwischen gesellschaftlichen Entwicklungen und Veränderungen des Fußballs und seiner Akteure.

Ersteres ist sicher der stärkere Teil des Buches. Im ersten und längsten Kapitel des Buches erzählt Theweleit seine eigene Biographie anhand von Fußball-Erlebnissen. Ausgewürfelte deutsche Meisterschaften als Kind, Margarine-Alben mit den WM-Stars von 54, Knie-Verletzungen als junger Erwachsener. Seine Sprache ist hier zwar manchmal etwas hölzern, nichtsdestotrotz bleiben seine Erzählungen stets unterhaltsam. Ich konnte mich jedenfalls gut in seine kindliche Erlebniswelt hineinversetzen und habe meine eigenen Kindheit öfters mit der des kleinen Klaus Theweleit verglichen.

Auch der zweite Aspekte (Parallelen zwischen Gesellschaft und Fußball) wird spannend erzählt. Theweleits Vergleiche laden zum Nachdenken ein. Nicht, dass er tiefgreifende Gesellschaftskritik übt. Es bleibt nur stets die Frage: Meint Theweleit nun alles ernst, was er schreibt? Sieht er wirklich Parallelen zwischen der Digitalisierung der Welt und der Flexibilisierung der Spielweisen des Fußballs? Eine Antwort erschloss sich mir bis zum Ende nicht. Egal, denn dies ist ein wesentlicher Reiz des Buches: Es ist kein klassisches Fußballbuch wie Bücher von Christoph Biermann, Christian Eichler oder Nick Hornby. Es ist ein Essay, verfasst nicht von einem Fußballjournalisten, sondern von einem Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste.

So sehr Theweleit auch Fan ist, diesen Unterschied merkt man dem Buch an. Teilweise neigt er doch zu übertrieben intellektualisierenden Ausführungen. Teils gerät der rote Faden ziemlich aus dem Blickfeld, z.B. wenn Theweleit pseudo-intellektuell mit dem TV-Fernsehen (Sportschau oder Günter Netzer) abrechnet. Und seine Idee, die entscheidenden Szenen wichtiger Fußballspiele in scheinbar unbedeutenden Aktionen zu sehen, ist zwar interessant, aber auch nicht wirklich neu. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch in kurzer Zeit verschlungen, wenngleich mir die Bücher von Biermann, Eichler oder Hornby noch besser gefallen.

In der Neuauflage von Anfang 2006 hat Theweleit auf jeden Fall den von anderen Rezensenten kritisierten Fauxpas (die deutsche WM-Gruppe mit Bulgarien 1994) korrigiert.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Martin
Format:Taschenbuch
Ich habe dieses Buch innerhalb zwei Tagen verschlungen und dabei viel Kluges über das Spiel mit dem runden Leder erfahren. Wunderschön wie Theweleit uns erklärt welche Nichtigkeit den WM-Titel 2002 in Japan kostete. Hätte der italienische Referee bei Dietmar Hamann nicht gleich zweimal im Weg gestanden, hätte ihm Ronaldo den Ball nicht wegspitzeln können und Deutschland hätte sich nicht das 0:1 gefangen. Endlich weiß ich, dass ein Italiner Schicksal gespielt hat :-)) Olli Kahn ist fast schuldlos!
Viele Fußballbegeisterte Leser werden dieses Buch ebenso verschlingen wie ich, weil man auf fast jeder Seite wieder verblüfft ist, dass es scheinbar noch viel mehr Leute gibt, die in dem selben Denk-Schemata dieser Sportart verbunden sind.
Aber nicht nur das, denn auch Menschen, die bislang nicht soviel mit Fußball am Hut hatten, kommen mit diesem Buch der Faszination des Fußballs ein kleines Stückchen näher.
Dieses Buch tut echt etwas gegen die Spaltung der deutschen Gesellschaft in Fußbalfans und denjenigen, die seither diesem "Prolosport" ablehnend gegenüberstehen.
Danke Klaus Theleweit!
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