Nachdem ich die übrigen Rezessionen erst nach Kauf gelesen habe war ich etwas beunruhigt auf Grund der weit auseinander gehenden Urteile. Die Wahrheit liegt wohl eher in der Mitte, nach einem Monat mit dem Bürostuhl kann ich ein positives Fazit ziehen. Kurz vorweg: Ich sitze in der Woche täglich zwischen 8 und 12 Stunden, den Bürostuhl habe ich nun seit einem Monat.
Pluspunkte
Das Design des Stuhles ist sehr gut, trotz seiner Größe ist er sehr handlich zu bewegen und nimmt optisch nicht viel Platz ein. Die Materialen sind gut, was man angesichts des Preises auch erwarten muss.
Die Einstellungsmöglichkeiten sind wie in der Klasse zu erwarten gut, die Höhenverstellung funktioniert einwandfrei, der Widerstand der Rückenlehne beim Kippen lässt sich sehr gut dosieren. Es fehlt eine Tiefenverstellung der Sitzfläche, welche ich nicht sonderlich vermisse.
Als sehr angenehm empfinde ich die Kopfstütze, welche sehr bequem ist wenn man bei der Arbeit zwischendurch einmal den Kopf ablegen will. Die Kopfstütze lässt sich in Höhe und Neigung verstellen, was zwar etwas hakelig ist, letzten Endes aber gut funktioniert. Sehr gut ist die mit dem Body Balance Gelenk ausgestattete Rückenlehne. Sitzposition und Rückenhaltung sind gut, durch die nach oben gehende Verjüngung kann man sich sehr gut auf dem Stuhl bewegen. Das Body Balance Gelenk ist auf Dauer sehr angenehm und führt da, dass man sich im Stuhl freizügiger und öfter Bewegen kann, was den Rücken in Schwung hält.
Die eingebaute Lordosen-Stütze funktioniert von der Einstellung her gut, könne nach meinem Geschmack aber noch etwas mehr wirken (die Höhe ist verstellbar, die Tiefe leider nicht).
Minuspunkte
Die Polsterung des Sitzes ist bestenfalls mittelmäßig. Der Hintern jedenfalls freut sich weit weniger über den Open Art als dies der Rücken tut. Ich finde dies sehr schade, da ich von Topstar als bekannter Hersteller in der oberen Preisliga durchaus etwas mehr erwartet hätte. Ich poste in einem halben Jahr nochmal, wie sich das Sitzgefühl entwickelt hat und ob sich die Polsterung mit der Zeit durchsitzt (oder "einsitzt" - was mir lieber wäre). Hierzu noch ein Tipp: Beim Probesitzen ist mir die schlechte Qualität der Polsterung nicht aufgefallen, ich kann deswegen nur dazu raten, hier zu versuchen über einen längeren Zeitraum (30 Minuten plus) Probe zu sitzen.
Fazit
Den Designbonus zahlt man natürlich auch etwas mit, aber insgesamt empfinde ich den Preis angemessen. Wäre die Polsterung noch besser ausgefallen würde ich ohne Einschränkung die 5 Sterne vergeben, so bleibt etwas der Eindruck, dass Topstar hier noch etwas mehr hätte leisten können. Empfehlen kann man den Stuhl im Gesamteindruck trotzdem, ausgiebiges Probesitzen sei im Voraus aber empfohlen (das gilt grundsätzlich aber eigentlich für jeden Stuhl').
Und zum Schluss als Hinweis: Den Stuhl gibt es in den unterschiedlichsten Kombinationen: Mit festem Rücken oder Netzrücken (Geschmackssache, fester Rücken ist wohl etwas unempfindlicher, aber schwerer), mit oder ohne Armlehnen (verstellbare Armlehnen sind sehr empfehlenswert), mit oder ohne Body Balance Element jeweils auf der Sitzfläche und im Rückenteil (mindestens für das Rückenteil sehr zu empfehlen). Den Topstar Open Art gibt es auch noch als baugleichen Open Art Base welchem die (sehr bequeme) Kopfstütze fehlt.